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BfR: Entwarnung im Dioxinskandal 2011

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat nach dem Dioxin-Skandal Entwarnung gegeben. Nach der Bewertung des BfR waren die festgestellten Konzentrationen des Umweltgiftes in Lebensmitteln für den Menschen gesundheitlich unbedenklich.

Dioxine sind Stoffe, die in Kleinstmengen überall vorkommen, auch im menschlichen Körper. Dadurch hat ein junger Erwachsener eine Körperlast von 10,0 Pikogramm (pg) Dioxine je Gramm Körperfett.

Nähme dieser einen Monat lang täglich zwei Eier mit dem höchstgemessenen Dioxingehalt von 12 pg pro Gramm Fett zu sich, so stiege seine Körperlast von 10 pg auf 10,336 pg pro Gramm Körperfett. Dieser Wert liegt weit unter der Wirkschwelle von 50 bis 200 pg je Gramm Körperfett und stellt kein Risiko für die Gesundheit dar.

Dioxine gelangten vor 20 Jahren oder früher in die Umwelt. Schuld waren hierfür vor allem Herbizide sowie die Emissionen aus Müllverbrennungsanlagen und der Metallgewinnung. Daher lag die Körperlast vor 20 Jahren noch bei 30 pg Dioxinen je Gramm Körperfett. Selbst bei diesen im Vergleich zu heute hohen Werten konnten bisher keine Beeinträchtigungen auf die Gesundheit festgestellt werden. Das BfR kommt daher zu dem Schluss, dass selbst bei Menschen, die in jüngster Zeit in großem Umfang Eier oder Schweinefleisch mit einer Dioxinbelastung über dem jeweiligen Höchstgehalt verzehrt haben, eine gesundheitliche Beeinträchtigung kurz- wie langfristig nicht zu erwarten ist.

Die beim Umweltbundesamt angesiedelte Kommission Human-Biomonitoring rät von individuellen Bluttests auf Dioxine ab (Link).

Durch neue Immissionsschutzgesetze konnte die Umweltbelastung erheblich gesenkt werden. Da die Dioxine aber nur sehr langsam abgebaut werden, ist es nicht möglich, absolut dioxinfreie Lebensmittel zu produzieren. Die Aufnahme von Dioxinen über die Nahrung muss deshalb so weit wie möglich minimiert werden.

Sollte sich herausstellen, dass die Futtermittelhersteller das Industriefett absichtlich zum Tierfutter gemischt haben, so wäre dies der eigentliche Skandal.

Autorin: Judith Linnemann
Stand: 27. Januar 2011

Quelle:
Bundesinstitut für Risikobewertung (2011): Aktuelle Dioxinproblematik: Verbraucher müssen sich keine Sorgen machen. Presseinformation vom 26. Januar 2011. Zuletzt abgerufen am 27.01.2011.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie in diesem Artikel: Kein Gesundheitsrisiko durch Dioxin in Futtermitteln

Bild: Andreas Morlok

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