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Kein Gesundheitsrisiko durch Pfifferlinge aus Osteuropa

Das Verbraucherschutzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen meldete im Spätsommer eine PfifferlingeBelastung von Pfifferlingen mit dem Insektenabwehrmittel DEET (N,N-Diethyl-3-methylbenzamid). Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat nun eine toxikologische Bewertung der ermittelten Rückstände von bis zu 1,0 mg/kg vorgenommen. Diese Menge wurde in Pfifferlingen aus Osteuropa nachgewiesen. Die gefundenen DEET-Rückstände sind aus gesundheitlicher Sicht als unbedenklich anzusehen.

Die toxikologische Bewertung zu DEET stützt sich auf die Bewertung des Stoffes im Rahmen der EU-Wirkstoffprüfung für Biozide. Hieraus geht hervor, dass das Gesundheitsrisiko von DEET durch eine äußerliche Anwendung beim Menschen als ausnehmend gering einzuschätzen ist. Bei Verschlucken kann DEET aber gesundheitsschädlich sein. Der Grenzwert liegt hier bei 0,75mg je kg Körpergewicht.

Zur Abschätzung des aktuellen Falls hat das BfR den höchsten gemessenen Rückstand von 1mg DEET pro 1kg Pfifferlinge herangezogen und sie mit deutschen und europäischen Verzehrdaten verrechnet. Hieraus ermittelte das Institut eine Verzehrmenge von 0,0018 mg/kg Körpergewicht für Kinder und 0,0053 mg/kg Körpergewicht für Erwachsene.

Erwachsene unterschreiten den ermittelten Grenzwert also um mehr als das 140fache, Kinder sogar mehr um mehr als das 400fache. Eine Gesundheitsgefahr besteht durch die beanstandeten Pfifferlinge daher nicht.

Fraglich ist jedoch, wie das DEET in die Pfifferlinge gelangt. Für die Verwendung als Pflanzenschutzmittel hat es keine Zulassung und ist in diesem Fall auch nicht sinnvoll. Eine Nachbehandlung, wie es das Verbraucherschutzministerium vermutet, ist unwahrscheinlich. Es ist zu vermuten, dass Erntehelfer DEET-haltige Hautlotionen zur Abwehr gegen Mücken verwendeten. Über die behandelte Haut kann das Repellent in die Pilze übergehen.

Autorin: Judith Linnemann
Stand: 21.09.2009

Quellen:

Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (2009): Insektenabwehrmittel in frischen Pfifferlingen – Ware aus Russland und Litauen belastet, unrechtmäßige Nacherntebehandlung. Pressemitteilung, online verfügbar. Zuletzt abgerufen am 21.09.2009

Bundesinstitut für Risikobewertung (2009): DEET-Rückstände in Pfifferlingen aus Osteuropa sind kein Gesundheitsrisiko. Online verfügbar. Zuletzt abgerufen am 21.09.2009

Bildnachweis: www.pixelio.de, Autorin: Gabi Schoenemann

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