Suchen nach:

Zur Startseite

Sie sind hier: Home » Archiv » Leiter der Kinderumwelt schreibt Leserbrief zur Asse

Leiter der Kinderumwelt schreibt Leserbrief zur Asse

Das Bfr berichtet in seiner Meldung vom 14. April 2011, dass in der Asse die Radioaktivität in 750 m Tiefe in der Nähe des Laugensumpfes stark gestiegen sei.

Heute hält das Erstaunen darüber sich in Grenzen. Wie anders klang das doch früher, als 1992 (Klaus Töpfer war Bundesumweltminister) ein vom Bundesforschungsministerium (BMFT) herausgegebener Ergebnisbericht des Arbeitskreises Zukunft der Kernenergie behauptete, „dass im früheren Salzbergwerk Asse (…) über 125.000 Fässer problemlos, sicher und ohne Umweltbeeinträchtigung endgelagert worden“ seien. Und 15.000 t an konditionierten und verpackten hochradioaktiven Abfällen im Jahr wären vergleichbar mit den jährlich rund 16 Mio. Tonnen an festen Rückständen aus fossilen Brennstoffen der Stromerzeugung, die u.a. mit Schwermetallen oder natürlichen radioaktiven Stoffen belastet sein könnten.

Dieser Bericht enthielt noch weitere Fehleinschätzungen: „Ein Fundus von großem Wert für den sicheren Betrieb sind die inzwischen weltweit gesammelten Erfahrungen aus rund 6000 Reaktorbetriebsjahren,“ – so konnte man es natürlich auch formulieren.

De facto hatte man damals eine kaum mehr als 20jährige Erfahrung mit dem Betrieb von 418 Reaktoren. – Die seinerzeitige 31-köpfige Kommission war unter anderem mit 10 Mitarbeitern aus den Kernforschungszentren Karlsruhe und Jülich und 15 (!) Vertretern der Energieversorgungsunternehmen und Kernkraftwerks-Hersteller und nur einem Vertreter des BMFT besetzt gewesen.

Der derzeit arbeitenden, von Töpfer geleiteten, weitgehend industriefreien Ethik-Kommission ist die kritische Lektüre dieses BMFT-Berichtes sehr zu empfehlen.

Prof. Dr. med. Karl Ernst v. Mühlendahl
Kinderarzt und Umweltmediziner
Kinderumwelt gGmbH der
Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin
info@uminfo.de

Dieser Kommentar erschien am 19. April 2011 als Leserbrief in der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ).

BfR (2011): Gestiegene Cäsium-Aktivität in einer Kontrollbohrung. Keine zusätzlichen Risiken für Beschäftigte und Umwelt. Meldung vom 14.04.2011. Abgerufen am 19. April 2011.

Sitemap | Impressum | Editorial Policy | Patientenberatung | Datenschutzerklärung