Ruhe am Tag des Lärms
Immer dröhnt und klappert es irgendwo: in der Küche läuft das Wasser, das Telefon klingelt und vor dem Fenster versucht eine Amsel sich gegen den Lärm der Motorsense eines Gärtners zu behaupten. Hinzu kommt das ständige Hintergrundrauschen der nahen Autobahn.
Heute, am Tag des Lärms ruft die Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V. (DEGA) zu einem bewussten Umgang mit Geräuschen auf. Es gilt unnötigen Lärm zu vermeiden um sich selbst und andere vor Belästigungen und möglichen Folgen zu schützen.
Denn diese können gravierend sein: Der Kinder-Umwelt-Survey (KUS) von 2007 hat gezeigt, dass bereits 13 Prozent der 8-14-jährigen unter einem Hörverlust von mehr als 20 Dezibel leiden.
Hinzu kommen psychische Belastungen. Ärger über unerwünschte Ruhestörungen, die die Wohnumwelt beeinträchtigen, das Eindringen von Lärm in den Erholungsraum und Ruhestörungen des Schlafes führen zu Stress. Steigen die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Cortisol dauerhaft an, kann Lärm zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung führen.
Daher empfiehlt die DEGA am Tag des Lärms folgendes:
- Werden Sie sich bewusst über den Lärm, den Sie selber verursachen.
- Machen Sie nicht mehr Lärm als unbedingt erforderlich und unter gegebenen Umständen unvermeidbar ist.
- Achten Sie das Recht Anderer auf Ruhe.
- Tragen Sie IMMER Gehörschutz wenn es vorgeschrieben oder ratsam ist. Benutzen Sie dafür ausschließlich Produkte mit optimaler Schutzfunktion.
- Überprüfen Sie das Spielzeug Ihrer Kinder! - Knackfrösche und Schreckschusspistolen können auch bei kurzzeitiger Einwirkung erhebliche Gehörschäden nach sich ziehen!
- Überprüfen Sie vor jeder Tätigkeit, ob Sie Gehörschutz benötigen werden: z.B. beim Rasen Mähen, Hecke Schneiden oder beim Heimwerken.
- Vermeiden Sie Freizeitaktivitäten, bei denen Sie großen Schallpegeln ausgesetzt sind.
- Unterlassen Sie Freizeitaktivitäten, die mit viel Lärm verbunden sind.
- Überprüfen Sie kritisch die Lautstärkeeinstellung an Ihren Radio- und Fernsehgeräten, von denen Sie täglich beschallt werden.
- Benutzen Sie nicht aus Spaß oder Unachtsamkeit die Hupe Ihres Kfz.
- Überdenken Sie Ihre Gewohnheiten: Muss das Radio oder Fernsehgerät im Hintergrund laufen?
- Lassen Sie in regelmäßigen Abständen Ihr Gehör von Fachleuten überprüfen.
- Ermutigen Sie Freunde und Bekannte, es Ihnen gleich zu tun und obige Punkte jeden Tag neu zu überdenken und zu beachten.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch in dem Kapitel Lärm.
Autorin: Judith Linnemann
Stand: 29. April 2009
Quelle: www.tag-gegen-laerm.de