Wie das Tätowieren selbst kann die Entfernung des Körperschmucks schmerzhafte Folgen haben. Seit einiger Zeit werben Anbieter mit Verfahren, in denen 40-prozentige L(+)-Milchsäure wie beim Tätowieren unter die Haut gespritzt wird.
Die Hersteller argumentieren, dass Milchsäure auch im menschlichen Körper vorkäme und damit unschädlich sei. Diese Aussage ist falsch! Wenn hochprozentige Milchsäure in die Haut gespritzt wird kann es zu Verätzungen und schweren Entzündungsreaktionen mit nachfolgender Narbenbildung kommen.
Die Entfernungsflüssigkeit unterliegt der Tätowiermittelverordnung. Danach dürfen keine Stoffe verwendet werden, die für kosmetische Produkte verboten sind. Überdies werden Kosmetika in der Regel auf die äußere Hautschicht aufgetragen und nicht injiziert.
Nicht geregelt sind die hygienischen Anforderungen. Mit einer nicht sterilen Nadel können HI-Viren, Hepatitis B- und C-Viren leicht in den Körper eindringen. Auch bakterielle Wundentzündungen sind möglich.
Alternativ bieten Hautärzte die Entfernung per Laser an. Hierbei werden die Farbpigmente mit Hilfe der Laserenergie gespalten und damit unsichtbar gemacht. Für einen wirksamen Effekt sind bis zu zehn Sitzungen erforderlich, manchmal auch mehr. Ein Behandlungserfolg hängt vom Tattoo ab und ist nicht gesichert. Als Nebenwirkungen können Verbrennungen und Narbenbildungen auftreten.
Angesichts der gesundheitlichen Risiken, die sowohl mit Tätowierungen also auch mit deren Entfernung verbunden sind, sollten Interessierte sich das Stechen eines Tattoos genau überlegen. Wer sich für die Entfernung einer Tätowierung entscheidet, muss sich über die gewählte Methode mit ihren möglichen Risiken informieren.
Autorin: Judith Linnemann
Stand: 02. August 2011
Literaturverzeichnis
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Risiken, die unter die Haut gehen. 01. August 2011. www.bfr.bund.de (Zugriff am 02. August 2011).
Linnemann, Judith. Tätowieren – Schönheit mit Risiken und Nebenwirkungen. 05. August 2010. www.allum.de (Zugriff am 02. August 2011).
Skinial. Tattooentfernung ohne Laser. http://www.skinial.com/ (Zugriff am 02. August 2011).