Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) hat erhöhte Konzentrationen von Weichmachern (Phthalaten) im Staub von Kindertageseinrichtungen gemessen. Die Analyseergebnisse waren im Vergleich zu denen aus Privathaushalten dreimal so hoch.
Diese Ergebnisse sind nicht verwunderlich, werden doch viele Plastikprodukte im Kita-Alltag eingesetzt. Durch Abnutzung und Ausdünstung gelangen die Phthalate aus Matten, Tapeten und Kunststoffböden in die Umgebungsluft und binden sich dort an Staubpartikel. Über die Atmung nehmen die Kinder die Substanzen auf.
Die Vorteile der Plastikprodukte liegen vor allem in der leichten Abwaschbarkeit. Sie erfüllen damit die hygienischen Ansprüche einer Kindertageseinrichtung. Alternativen sind hier nicht immer leicht zu finden.
Der wichtigste Vertreter der Phthalate ist das DEHP (Diethylhexylphthalat). Bei chronischer Zufuhr kann DEHP schädliche Wirkungen auf Hoden, Nieren und Leber ausüben.
Besorgte Kitamitarbeiterinnen und Eltern können die Konzentration senken, indem sie die Räume regelmäßig lüften und feucht wischen. Bei Neuanschaffungen können alternative Produkte wie Turnmatten aus Segeltuch gewählt werden. Zahlreiche Siegel helfen bei der Auswahl. Die Internetseite www.label-online.de der Verbraucher Initiative e.V. gibt einen Überblick über die verschiedenen Siegel und was sie bedeuten.
Autorin: Judith Linnemann
Stand: 23. März 2011
Quellen:
BUND (2011): Kindertagesstätten stark mit Weichmachern belastet. BUND fordert Verbot der Schadstoffe im Umfeld von Kindern. Online verfügbar. Zuletzt abgerufen am 23.03.2011.
Otto M, Mühlendahl vom KE (2010): Diethylhexylphthalat (DEHP) (Phthalat). Online verfügbar. Zuletzt abgerufen am 23.03.2011.
Richtiges Lüften (mit Animation). Zuletzt abgerufen am 23.03.2011.