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Bisphenol A in Babyschnullern (aktualisiert)

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat Babyschnuller (Beruhigungssauger) aus Silikon und Latex auf Bisphenol A (BPA) untersucht.

Ergebnis: Eine Freisetzung von BPA ist bislang nicht nachweisbar.

Umweltorganisationen hatten im September 2009 BPA in den Saugteilen von Babyschnullern festgestellt. Inzwischen hat das BfR eigene Untersuchungen angestellt. Die Ergebnisse zeigen wesentliche geringere BPA-Gehalte an als in denen der Umweltverbände. In einem Drittel der Proben war kein Bisphenol A nachweisbar. Für die Analyse verwendete das Institut dieselben Messmethoden, mit denen auch das von den Umweltorganisationen beauftragte Labor arbeitete.

In einer weiteren Untersuchung hat das BfR unter realitätsnahen Bedingungen gemessen, wie viel BPA sich bei Gebrauch des Saugers im Speichel löst. Nur gelöstes BPA kann das Kind aufnehmen. Das BfR konnte in der künstlichen Speichellösung kein Bisphenol A nachweisen.

Zusätzlich untersuchte das BfR die Schnuller mit 50-prozentigem Ethanol bei 40°C unter Schütteln für fünf Tage. Auch mit dieser Methode, die nicht den Verwendungsbedingungen entspricht, war kein gelöstes Bisphenol A nachweisbar.

Dennoch bleibt die Frage offen, wie BPA in die Saugteile gelangt. Die Substanz ist hier vermeidbar und unerwünscht.

Bisphenol A ist ein wichtiges Ausgangsmaterial für die Herstellung von Polycarbonat-Kunststoffen und Epoxidharzen. Viele durchsichtige, bruchsichere Kunststoffartikel wie Babyflaschen, Wasserbehälter und Lebensmittelverpackungen bestehen aus Polycarbonat. Epoxidharze werden bei der Beschichtung der Innenflächen von Konservendosen eingesetzt. In Silikon oder Latex ist die Verwendung von Bisphenol A nicht notwendig.

Bisphenol A wird eine östrogenartige Wirkung zugeschrieben. Ob und inwieweit diese für den Menschen von Bedeutung ist, wird in der Fachwelt untersucht und diskutiert. Beim Menschen wird Bisphenol A jedoch schnell verstoffwechselt und über die Niere ausgeschieden. Die Halbwertzeit im Körper liegt bei weniger als 6 Stunden.

Eine Gesundheitsgefahr für Säuglinge, die Nahrung aus Polycarbonat-Fläschchen aufnehmen, sieht das BfR daher nicht (BfR 2009).

Autorin: Judith Linnemann
Stand: 28.10.2009

Quellen:

Bundesinstitut für Risikobewertung (2009): Bisphenol A in Beruhigungssaugern. Information Nr. 037/2009 des BfR vom 26. Oktober 2009. Online verfügbar. Zuletzt abgerufen am 28.10.2009.http://www.bfr.bund.de/cm/216/bisphenol_a_in_beruhigungssaugern.pdf

Bundesinstitut für Risikobewertung (2009): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Bisphenol A in Babyfläschchen und –saugern. Online verfügbar. Zuletzt abgerufen am 06.10.2009.

Global 2000 (2009): Gesundheitsrisiko Schnuller? GLOBAL 2000-Test: hohe Mengen Bisphenol A in fünf von zehn Babysaugern. Online vergügbar. Zuletzt abgerufen am 06.10.2009.

Österreichisches Bundesministerium für Gesundheit (2009): Bisphenol A in Babyschnullern: Untersuchungen laufen. Online verfügbar. Zuletzt abgerufen am 06.10.2009.

Bildnachweis: www.pixelio.de, Autorin: Ruth Rudolph

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