Kohlenmonoxidvergiftungen haben im Jahr 2008 im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Diesen Trend verzeichnet die Dokumentations- und Bewertungsstelle für Vergiftungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Allein der Betrieb von Holzkohlegrills im Innenraum verursachte elf Vergiftungen mit Kohlenmonoxid bei Kindern oder Erwachsenen. Hinzu kommen Unfälle durch defekte Gasthermen und schlecht belüftete Indoor-Gokart-Anlagen.
Grillen scheint sich zunehmend zu einer wetterunabhängigen Freizeitbeschäftigung zu entwickeln. Der Handel bietet Tischgrills für den Innenraum an, die auch mit Holzkohle betrieben werden können. Die Werbung suggeriert einen sorglosen Umgang mit Holzkohlegrills im Wohnzimmer. Da die Verbrennungsgase beim Grillen nicht direkt über ein Kaminsystem abgeleitet werden, kann sich Kohlenmonoxid unbemerkt verbreiten.
Erstmals registrierte das BfR auch Kohlenmonoxidvergiftungen bei Patienten, die zuvor eine Indoor-Gokart-Bahn besucht hatten. Wenn die Entlüftungsanlage der Bahn nicht vollkommen in Ordnung ist, kann sich Kohlenmonoxid in der Halle sammeln.
Auch die zunehmende Nutzung von Kaminöfen im Innenraum birgt eine Vergiftungsgefahr für die Bewohner. Daher muss ein Schornsteinfeger den Rauchfang ungedingt regelmäßig warten.
Kohlenmonoxid entsteht durch unvollständige Verbrennungen. Mangelnder Luftaustausch erhöht die Konzentration des giftigen Gases im Raum. Geöffnete Fenster oder Türen bieten nicht ausreichende Sicherheit. Kohlenmonoxid ist geruchlos, farblos und nicht reizend, daher löst es beim Menschen keine Warnung aus. Das Gas ist leichter als Luft und kann sich durch die Sauerstoffverdrängung unauffällig in der Umgebung anreichern. Rasch und unbemerkt wird es über die Lunge aufgenommen.
Kohlenmonoxid ist ein Blutgift, das den Sauerstoff aus der Bindung am roten Blutkörperchen verdrängt. Kinder reagieren wesentlich empfindlicher auf das Gas als Erwachsene. Sie zeigen daher viel schneller Vergiftungssymptome. Bei leichten Vergiftungen leiden die Betroffenen unter Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, Sehstörungen, Erbrechen, Kurzatmigkeit, Muskelschwäche und einem erhöhten Herzschlag.
Bei mittelschweren bis schweren Vergiftungen haben die Patienten meist eine kirschrot-gesunde Hautfarbe, die den wahren Gesundheitszustand verschleiert. Haben die Betroffenen Alkohol getrunken, wird die Situation häufig falsch eingeschätzt. Bei einer Vergiftung mit Kohlenmonoxid besteht Lebensgefahr! Die Patienten müssen so schnell wie möglich aus dem Gefahrenbereich entfernt und vom Notarzt durch Sauerstoffgabe und Beatmung behandelt werden.
Holzkohlegrills dürfen wegen der Vergiftungsgefahr im Innenraum auf keinen Fall verwendet werden.
Quellen:
Dokumentations- und Bewertungsstelle für Vergiftungen des BfR (2010): Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen. Online verfügbar. Zuletzt abgerufen am 04.02.2010.
Mühlendahl von K E (2009): Akute und chronische CO-Intoxikationen: Ein unbeachtetes und möglicherweise häufiges Phänomen. In: UFP Vol. 14 (6) 325-328.
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