Allergieteste werden zur Untersuchung von Patienten verwendet, bei denen der Verdacht auf eine Allergie besteht. Es gibt sehr unterschiedliche Methoden. Man kann aber zwei Hauptgruppen unterscheiden:
• Pricktest (LINK)
Hierbei wird ein Allergenextrakt auf die Haut getropft und mit einer Lanzette in die Haut gepiekst. Die Testreaktion kann nach 20 Minuten abgelesen werden. Das Ergebnis wird von negativ bis vierfach positiv (++++) bewertet.
• Intrakutantest
Bei diesem Test wird eine vorgegebene Menge des Allergenextraktes in die Haut gespritzt, sodass eine kleine Quaddel entsteht. Der Test wird nach 20 Minuten abgelesen und analog zum Pricktest von negativ bis ++++ bewertet. Er wird dann angewendet, wenn das Ergebnis des Pricktests nicht eindeutig war. Bei empfindlichen Personen besteht das Risiko einer anaphylaktischen Reaktion (Altmeyer & Paech, 2011).
• Reibetest
Das infrage kommende Allergen wird 8-10mal kräftig in die Haut auf der Innenseite des Unterarms gerieben. Oft werden native Allergene wie Nahrungsmittel oder Tierhaare verwendet. Eine positive Testreaktion zeigt sich durch eine Quaddelbildung. Eine Variante des Reibetests ist der Scratchtest. Hier wird die Haut vor dem Reibetest leicht angekratzt. Das Ergebnis wird nach 20 Minuten ausgewertet.
• Atopie-Patch-Test
Dieser Test ist eine Sonderform des unten beschriebenen Epikutantests. Der Atopie-Patch-Test prüft Allergene wie Nahrungsmittel oder Inhalationsallergene, die im Verdacht stehen, eine bestehende Neurodermitis zu verschlechtern. Die zu testenden Substanzen werden in Vaseline gelöst auf dem Rücken aufgetragen, Nahrungsmittel werden manchmal unverarbeitet auf der Haut befestigt. Das Testergebnis ist positiv, wenn sich nach 48 bis 72 Stunden ein
EkzemNicht ansteckende Entzündung der Haut. bildet.
• Epikutantest
Dieser Text weist eine Kontaktallergie zum Beispiel auf Nickel oder Duftstoffe nach. Die Testsubstanzen werden in Vaseline oder Wasser gelöst auf die Haut aufgetragen und mit speziellen Pflastern fixiert. Die Diagnose stellt der Arzt gewöhnlich nach 72 Stunden. Eine Sonderform ist der Abriss-Epikutantest. Hier wird das Testareal mit Klebebandabrissen vorbereitet, die Haut wird sensitiver (Altmeyer & Dickel, 2011).
• ROAT
Der repeated open application test wird verwendet, um nicht eindeutige Ergebnisse des Epikutantests abzuklären. Die Testsubstanz wird eine Woche lang zweimal täglich auf ein definiertes Areal der Innenseite des Oberarms aufgetragen.
• Provokationstests
Hier setzt der Arzt den Patienten dem verdächtigten Allergen direkt aus. Es bestehen vier Varianten:
Welche Methode in Frage kommt, richtet sich nach den Beschwerden des Patienten.
• IgE-Antikörper-Test
Bei einer Allergie des Typs I bildet der Körper spezifische Antikörper. Diese sind durch unterschiedliche Laborverfahren im Blut nachweisbar.
• Lymphozytentransformationstest (LTT)
Der LTT wird zur ergänzenden Diagnostik einer allergologischen Reaktion vom Typ IV verwendet, die eine Immunreaktion des Körpers mit Hilfe der Lymphozyten darstellt.
Die Entscheidung, welcher Test wann sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab:
Wichtig ist, dass ein Test allein kein Beweis für das Vorliegen einer Allergie ist, sondern ein Indiz. In manchen Fällen sind mehr als ein Test und ein Testverfahren notwendig. Erst die gemeinsame Beurteilung:
machen die Diagnose "Allergie" ausreichend sicher.
Eine wertende Darstellung "alternativer Allergietests und -therapien" (Bioresonanz, Elektroakupunktur, Kinesiologie usw) findet sich im Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt (Heft 7 von 2002, S. 65 - 66) (Link zum Archiv, dort den Artikel "Alternativmedizin bei Allergien meist wirkungslos" manuell unter Jahr 2002, Heft 7 aufrufen).
Zitat:
"Alternative Heilmethoden wie Handauflegen, Pendeln, Eigenblutbehandlung, Bioresonanz- und Bach-Blütentherapie sorgen als Wundermittel gegen Allergien immer wieder für Schlagzeilen. Doch bei vielen der unter dem Deckmantel „Naturheilverfahren“ angepriesenen Methoden handelt es sich um „an Betrug grenzende Verfahren, die lediglich die Leichtgläubigkeit Betroffener ausnutzen.“ Das ist das Urteil von Prof. Dr. Dr. Johannes Ring und Prof. Dr. Walter Dorsch vom Arbeitskreis Komplementärmedizin der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI). ... Alternative Verfahren seien allenfalls als Ergänzung zu wissenschaftlich belegten schulmedizinischen Methoden akzeptabel.
Im besten Fall schaden alternative Methoden zwar nicht der Gesundheit. Doch der Gang zu Laientherapeuten und Naturheilern hält leider viele Patienten von der fachärztlichen Behandlung bei einem Allergologen ab. „Das Vertrauen auf dubiose Heilmethoden hindert Allergiker oft daran, wirksame Therapien zu nutzen“, warnt auch DGAI-Präsident Prof. Gerhard Schultze-Werninghaus, Bochum. „Für Patienten mit einer heftigen Allergie auf Insektengift oder bestimmte Nahrungsmittel kann der Glaube an Heilung durch Alternativmethoden sogar lebensgefährlich sein. Denn bei erneutem Allergenkontakt kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen.“ Die DGAI rät daher dringend davon ab, Heilmethoden anzuwenden, die ihre Wirksamkeit bisher nicht in wissenschaftlichen Studien unter Beweis stellen konnten. Dazu gehören Bioresonanztherapie, Elektro-Akupunktur, Kinesiologie, Pendeln und Bach-Blütentherapie."
Im vorgenannten Artikel finden sich auch konkrete Bewertungen der Wirksamkeit bzw. Unwirksamkeit einer Reihe therapeutischer Ansätze:
Atemtherapie, Akupunktur, Badetherapie, Diäten, Entspannungsverfahren, Klimatherapie, Kneipp'sche Verfahren, Phytotherapie, Psychotherapeutische Interventionen, Autohomologie, Immuntherapie nach Dr. Kief, Aromatherapie, Farbtherapie, Bach-Blütentherapie, Homöopathie und TCM.
Zur Bioresonanz nimmt die Fachkommission der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie mit den Worten "Bioresonanz – diagnostischer und therapeutischer Unsinn" Stellung (SGAI 2006).
Ein hilfreiches Buch stammt von der Stiftung Warentest: „Die Andere Medizin. „Alternative“ Heilmethoden für Sie bewertet.“ Darin werden praktisch alle alternativen Verfahren hinsichtlich ihres Nutzen und ihrer Risiken ausführlich analysiert.
Altmeyer, P., & Dickel, H. (2011). Der Abriss-Epikutantest als Modifikation des Epikutan- tests – Prozess der Standardisierung. Allergo Journal , 20 (2), 87-92.
Altmeyer, P., & Paech, V. (2011). Enzyklopädie Dermatologie, Allergologie, Umweltmedizin. Berlin: Springer-Verlag.
Federspiel, K., & Herbst, V. (2005). Die Andere Medizin. "Alternative" Heilmethoden für Sie bewertet. Berlin: Stiftung Warentest.
Lesourd, B.M.; Winters, W.D.; Darnell, B.: Antigen specific stimulation of immune responses during long-term repeated skin testing with multiple antigens. Journal of Clinical and Laboratory Immunology,1986, 21 (1) 17-22.
SGAI (2006) Fachkommission der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie: "Bioresonanz – diagnostischer und therapeutischer Unsinn", www.ssai.ch
Weiterführende Literatur:
Kleiner Elternratgeber zur Allergiediagnostik: Wie werden Allergien diagnostiziert? Pina Online-Buch Kapitel 3 Diagnose
Przybilla, B., Bergmann, K.-Ch.; Ring, J.: Praktische allergologische Diagnostik Steinkopff Verlag Darmstadt 2000
Renz,H.; Becker, W.M.; Bufe, A.; Kleine-Tebbe, J.; Raulf-Heimsoth, M.; Saloga, J.; Werfel, Th.; Worm, M.: In-vitro-Allergiediagnostik. Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI). Allergo Journal 2002, 11: 492-506.
Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie e. V. (DGAKI) : Positionspapiere der DGAKI
Nestlé Wissenschaftlicher Dienst: Beschreibung im Angebot Kinderheilkunde multimedial, Kapital 14 Allergologie, Spezielle Diagnostik mit Bildern www.nestle-wissdienst.de/wiss/paediat/index_lb.html: Kinderheilkunde multimedial - Spezielle Allergiediagnostik. Anbieter-Link derzeit nicht unmittelbar aufrufbar (Juni 2010). Ersatz-Link: www.nestlenutrition.de/WissenschaftlicherDienst/Broschueren/Downloads/Broschuerendownload.htm
Schaub, B. (2009): Allergietestung. Monatsschr. Kinderheilk. Band 158 S. 71-86
Stiftung Warentest (Autor: Ines Landschek) (2010): Allergien im Griff. ISBN 978-3-86851-111-6