Suchen nach:

Zur Startseite

Sie sind hier: Home » Krankheiten » Amalgam: Vorgehen bei Gesundheitsstörungen

facebook wong myspace_de twitter_de del.icio.us

Amalgam: Vorgehen bei Gesundheitsstörungen

Die Qualitätssicherungsgruppe Hessen (Umweltmedizin) hat - gestützt auf Empfehlungen und Erfahrungen der "Kommission Human-Biomonitoring" und zahlreicher auf dem Gebiet der Toxikologie des Quecksilbers erfahrener Fachleute - ein Positionspapier zum standardisierten Vorgehen bei Patienten mit möglicherweise amalgambedingten Gesundheitsstörungen erarbeitet (Autorenkollektiv 2000).

Beschreibung

Empfehlung zur Vorgehensweise (geringfügig verkürzt):

1. Patienten-Erstkontakt mit standardisierter Anamneseerhebung mittels umweltmedizinischen Fragebogen.

2. Umweltmedizinische Anamneseerhebung:

  • Beschwerdebild
  • Vorerkrankungen
  • Zahnstatus
  • Allergien
  • Ernährung
  • Medikamente, Impfungen, Kosmetika
  • Wohnumfeld
  • Psychosomatische Einflüsse
  • Arbeitsplatzanamnese
  • Freizeitanamnese

3. Diagnostik

3.1 Hausärztliche Diagnostik

  • ggf. soziokulturelles Umfeld
  • hausärztliche, internistische Untersuchung
  • psychosomatische Basisdiagnostik

3.2 Zahnärztliche Untersuchung

  • Füllungen (Material, Anzahl, Größe, Beschaffenheit der Oberfläche)
  • Parodontalbefund, Plaque, Schleimhautbefund, Vitalitätsprüfung, ggf. Röntgen
  • funktioneller Befund

3.3 Allergologisch-dermatologische Untersuchung

  • dermatologischer Befund
  • ggf. Nachweis einer Quecksilber- oder Amalgamallergie durch eindeutig positiven Epi-kutantest (Nachweis einer Sensibilisierung), entsprechende Klinik (Kontaktstomatitis, Gingivitis, Hauteffloreszenzen), zeitlicher Zusammenhang zwischen Klinik und Amalgamversorgung,
  • ggf. Allergietestung auf Zahnfüllstoffe und Zusatzstoffe, nach zahnärztlichem Befund
  • ggf. symptombezogene Allergietestung

3.4 Human-Biomonitoring

  • Quecksilbergehalt im 24-h-Sammelurin oder Morgenurin
  • Beurteilung des Quecksilbergehaltes (Referenzwert und HBM-Wert, Kommission Human-Biomonitoring)

3.5 Ggf. weiterführende fachärztliche Diagnostik

  • Abklärung einer Somatisierungsstörung
  • Neurologische, psychiatrische Diagnostik
  • Arbeitsmedizinische Untersuchung (bei beruflichem Umgang mit Amalgam oder Quecksilber)
  • Öffentlicher Gesundheitsdienst (bei Belastung des Wohnumfeldes durch Quecksilber)
  • Weitere symptombezogene Diagnostik (z. B. Hals-Nasen-Ohren-Arzt)

4. Empfehlungen und Therapie

4.1 Eingehende Beratung des Patienten;

4.2 Entfernung des Amalgams bei entsprechender Klinik (Kontaktstomatitis, Gingivitis, Lichen ruber der Mundschleimhaut, rezidivierende aphthöse Veränderungen, die im zeitlichen und topographischen Zusammenhang mit einer Amalgamfüllung stehen);

4.3 Verzicht auf Amalgam bei nachgewiesener Amalgam-Allergie, ggf. Austausch der Amalgamfüllungen gegen vorher getestetes, nicht allergenes Material;

4.4 Bei erhöhten Quecksilberwerten im 24-h-Sammelurin Kontrolle der Werte und Suche nach der Expositionsquelle (siehe 3. Diagnostik);

4.5 Adäquate Therapie des Patienten nach Diagnosefindung (z. B. Herdsanierung, Extraktion avitaler Zähne, Korrektur einer Kieferfehlstellung);

4.6 Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes: Während der Schwangerschaft sollten keine umfangreichen Amalgamsanierungen durchgeführt werden. Bei Kindern unter sechs Jahren, vornehmlich in den ersten drei Lebensjahren, sollte kein Amalgam verwendet werden, ebenso wie bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen;

4.7 Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes: regelmäßige Zahnpflege.

Autoren: s. zitierte Literatur

Stand:  cf. Publikationsdatum

Quellen und weiterführende Literatur

Autorenkollektiv (2000): Standardisierte Vorgehensweise in der Klinischen Umweltmedizin: Patienten mit abklärungs- und gegebenenfalls therapiebedürftigen Gesundheitsstörungen bei Verdacht auf "Amalgambelastung". Umweltmed Forsch Prax 5 (2); 120-123

 


Seitenanfang

facebook wong myspace_de twitter_de del.icio.us

Sitemap | Impressum | Editorial Policy | Patientenberatung | Datenschutzerklärung