Die Qualitätssicherungsgruppe Hessen (Umweltmedizin) hat - gestützt auf Empfehlungen und Erfahrungen der "Kommission Human-Biomonitoring" und zahlreicher auf dem Gebiet der Toxikologie des Quecksilbers erfahrener Fachleute - ein Positionspapier zum standardisierten Vorgehen bei Patienten mit möglicherweise amalgambedingten Gesundheitsstörungen erarbeitet (Autorenkollektiv 2000).
1. Patienten-Erstkontakt mit standardisierter Anamneseerhebung mittels umweltmedizinischen Fragebogen.
2. Umweltmedizinische Anamneseerhebung:
3. Diagnostik
3.1 Hausärztliche Diagnostik
3.2 Zahnärztliche Untersuchung
3.3 Allergologisch-dermatologische Untersuchung
3.4 Human-Biomonitoring
3.5 Ggf. weiterführende fachärztliche Diagnostik
4. Empfehlungen und Therapie
4.1 Eingehende Beratung des Patienten;
4.2 Entfernung des Amalgams bei entsprechender Klinik (Kontaktstomatitis, Gingivitis, Lichen ruber der Mundschleimhaut, rezidivierende aphthöse Veränderungen, die im zeitlichen und topographischen Zusammenhang mit einer Amalgamfüllung stehen);
4.3 Verzicht auf Amalgam bei nachgewiesener Amalgam-Allergie, ggf. Austausch der Amalgamfüllungen gegen vorher getestetes, nicht allergenes Material;
4.4 Bei erhöhten Quecksilberwerten im 24-h-Sammelurin Kontrolle der Werte und Suche nach der Expositionsquelle (siehe 3. Diagnostik);
4.5 Adäquate Therapie des Patienten nach Diagnosefindung (z. B. Herdsanierung, Extraktion avitaler Zähne, Korrektur einer Kieferfehlstellung);
4.6 Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes: Während der Schwangerschaft sollten keine umfangreichen Amalgamsanierungen durchgeführt werden. Bei Kindern unter sechs Jahren, vornehmlich in den ersten drei Lebensjahren, sollte kein Amalgam verwendet werden, ebenso wie bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen;
4.7 Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes: regelmäßige Zahnpflege.
Autoren: s. zitierte Literatur
Stand: cf. Publikationsdatum
Autorenkollektiv (2000): Standardisierte Vorgehensweise in der Klinischen Umweltmedizin: Patienten mit abklärungs- und gegebenenfalls therapiebedürftigen Gesundheitsstörungen bei Verdacht auf "Amalgambelastung". Umweltmed Forsch Prax 5 (2); 120-123