Ermittlung der Wahrnehmungsschwelle für NF-Wechselstrom bei Personen mit selbst berichteter Elektrosensibilität
Ein wirklich zuverlässiger diagnostischer Test auf Elektrosensibilität / Elektrosensitivität ist nicht verfügbar, zumal das Phänomen wissenschaftlich umstritten ist.
Forschung zu Elektrosensibilität / Elektrosensitivität findet derzeit an der Universität Witten-Herdecke und an der TU Graz statt.
Beim Grazer Verfahren werden bei der Versuchsperson 2 Elektroden am Unterarm angebracht, die in einen Stromkreis eingebunden sind. Die Stromstärke des niederfrequenten Stroms (50 Hz) wird computergesteuert - stufenweise und mit Pausen - bis zur Wahrnehmung erhöht. Die Versuchsperson soll bei seiner Wahrnehmung einen Schalter betätigen. Auf diese Weise wird die individuelle Wahrnehmungsschwelle ermittelt.
Der Versuch findet "doppelblind" statt, d.h. weder Versuchsleiter noch Versuchsperson wissen, ob ein Feld anliegt oder nicht.
Es wird derzeit untersucht, inwieweit eine auf diese Weise festgestellte Fähigkeit zur besseren Wahrnehmung eines niederfrequenten Stroms mit der selbstberichteten Beeinträchtigung durch niederfrequente und hochfrequente Felder übereinstimmt.
Sachstand: September 2008
überprüft: November 2011
Leitgeb N, Schroettner J. (2002) Electric current perception study challenges electric safety limits. J Med Eng Technol. 26(4) S. 168-72.
Leitgeb N, Schrottner J. (2003) Electrosensibility and electromagnetic hypersensitivity. Bioelectromagnetics. 24(6) S.387-94.
Schröttner J, Leitgeb N, Hillert L. (2007) Investigation of electric current perception thresholds of different EHS groups. Bioelectromagnetics. Band 28(3) S. 208-13.
Schröttner J and Leitgeb N. (2008) Sensitivity to electricity – Temporal changes in Austria. BMC Public Health. 2008; 8: 310.