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Melatonin und EMF

Gelegentlich werden Messungen des Melatonins in Körperflüssigkeiten (Urin, Blut, Speichel) vorgeschlagen, um auf diese Weise "die Belastung des Körpers mit elektromagnetischen Feldern zu erfassen".

Melatonin ist ein von der Zirbeldrüse sezerniertes Hormon. Unter anderem steuert es den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers.

Die Mitteilung der RKI-Kommission "Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin" zeigt, daß neben der bekannten Abhängigkeit von der Lichteinwirkung noch eine ganze Reihe von Faktoren Einfluß auf die Melatoninsekretion haben, z.B.:

  • das Lebensalter
  • die Zyklusphase bei Frauen
  • Medikamente (Betablocker, Calciumantagonisten, Psychopharmaka usw)
  • Alkoholkonsum
  • Nahrungsbestandteile (Tomaten, Bananen, Mais, Coffein)
  • Fasten, Hungerzustände, Anorexie

Die vermutete (nicht bewiesene) Abhängigkeit  der Melatoninsekretion von niederfrequenten (neuerdings auch hochfrequenten) elektromagnetischen Feldern wird von diesen Faktoren überlagert, so daß die Messung des Melatonins im Speichel oder die Messung seiner Metaboliten im Urin keine Aussage zur Belastung mit GlossarEMFelektromagnetische Felder erlaubt.

Beschreibung

RKI-Kommission "Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin" (2005):

"Die Parameter Melatonin im Speichel, Serum oder Melatoninmetaboliten im Urin werden sowohl im Hinblick auf die umweltmedizinische Einzelfalldiagnostik als auch im Kontext von Gruppenuntersuchungen in die Kategorie IV eingestuft:

Die Bestimmung von Melatonin bzw. seinen Metaboliten kann für den klinisch-umweltmedizinischen Bereich nicht empfohlen werden, da die Messergebnisse keine sinnvollen Aussagen oder Rückschlüsse mit Bezug auf biologische Wirkungen von elektromagnetischen Feldern erlauben.

Die für die Durchführung von Reihenuntersuchungen bei Mobilfunkexponierten postulierten Gründe sind spekulativ und basieren nicht auf einem validierten diagnostischen Ansatz."

Sachstand: Sommer 2005

Überprüft:  November 2011

Quellen und weiterführende Literatur

RKI-Kommission "Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin" (2005): Melatonin in der umweltmedizinischen Diagnostik im Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern. Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 48  (2005)  1406 - 1408

siehe auch:

Advisory Group on Non-ionising Radiation / HPA (2006, last review 17 August 2009): Power Frequency Electromagnetic Fields, Melatonin and the Risk of Breast Cancer (RCE-1). Link


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