Der direkte Nachweis von Pyrethroiden im Blut gelingt meist nur wenige Stunden nach einer Aufnahme, da die Substanzen rasch abgebaut werden. Eine Blutuntersuchung ist daher in der Regel nicht sinnvoll.
Die meisten der im Haushalt vorkommenden Pyrethroide verfügen über ein gemeinsames "chemisches Grundgerüst". Beim Abbau dieses Grundgerüsts im Körper entstehen 3 typische Stoffwechselprodukte, die im Urin nachgewiesen werden können. Diese Stoffwechselprodukte tragen kompliziert klingende Bezeichnungen, die meist mit 3-PBA, Cl2CA und Br2CA abgekürzt werden.
Die aktuellen Referenzwerte für Pyrethroidabbauprodukte, welche sich aus der Grundbelastung der Bevölkerung mit Pyrethroiden ergeben, liegen für
Die Analytik der Metabolite erfolgt nach saurer Hydrolse des Urins, anschließendender Festphasenextraktion und Derivatisierung mittels GC/MS (Gaschromatographie/Massenspektrometrie).
Die Nachweisgrenzen liegen für
(Quelle: Kommission "Human-Biomonitoring" des Umweltbundesamtes (2005))
Zunächst sind Kontrollmessungen sinnvoll, um den gemessenen Wert zu verifizieren bzw. festzustellen, ob die Pyrethroidbelastung noch fortdauert. Falls die Referenzwerte weiterhin überschritten werden, ist eine Quellensuche ratsam, wobei hier der Aspekt der Verhältnismässigkeit nicht ausser Acht gelassen werden sollte. Umweltmedizinische Beratungsstellen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Umweltmedizin können hierbei Hilfestellung leisten.
Mögliche Ursachen für eine erhöhte Belastung sind neben akzidentellen Vergiftungen belastete Nahrungsmittel oder Innenraumkontaminationen nach unsachgemäßer Schädlingsbekämpfung (Kommission "Human-Biomonitoring" des Umweltbundesamtes (2005)).
Kommission "Human-Biomonitoring" des Umweltbundesamtes (2005): Innere Belastung der Allgemeinbevölkerung in Deutschland mit Pyrethroiden und Referenzwerte für Pyrethroid-Metabolite im Urin. Bundesgesundheitsbl Gesundheitsforsch Gesundheitsschutz 48: 1187-1193
Power LE, Sudakin DL. Pyrethrin and pyrethroid exposures in the United States:
a longitudinal analysis of incidents reported to poison centers. J Med Toxicol.
2007 Sep;3(3):94-9.
Pyrethroid-Biomonitoring. Veröffentlichungen des Instituts für Biomonitoring 1991 – 2010 www.biomonitoring.currenta.de/medien/allgemein/downloads/Publikationsliste.pdf
Roßbach, B., Egerer, E., Schneider, M., Berdel,C., Berres,M., Letzel, S., Muttray, A. (2007): Biological Monitoring zur Bestimmung von Pyrethroidbelastungen im umweltmedizinischen Konzentrationsbereich - Untersuchungen zu Einflussfaktoren und Wirkungen. Arbeitsmed. Sozialmed. Umweltmed. 42, 10, 2007.
Informationen zu Grundlagen des Human-Biomonitoring: www.hbm.allum.de