Haaranalysen und - etwas enger gefasst - Haarmineralanalysen werden immer wieder angeboten. Medienberichte über den erfolgreichen Einsatz zum Nachweis eines Drogenkonsums suggerieren, dass die Haaranalyse auch zum Nachweis von Umweltbelastungen geeignet sei (Drexler und Schaller 2002). Laboratorien versprechen, durch eine Haarmineralanalyse einen kompletten Überblick über den Mineralstatus, über die Versorgung mit essentiellen Spurenelementen sowie Spurenelementen mit nicht bekannter physiologischer Funktion und über die Belastung mit Schwermetallen zu erstellen.
Der Patient bekommt neben dem eigentlichen Analyseergebnis meist auch eine rechnerische Auswertung in Form von Mineralstoff- oder Spurenelement-Verhältnissen (z. B. Ca/Mg, Fe/Mn). Ferner werden dem Patienten oft auch Informationen über das Vorkommen von Mineralstoffen und Spurenelementen sowie standardisierte Empfehlungen zum Ausgleich unausgewogener Mineralstoffverhältnisse gegeben.
Die Einlagerung von Mineralien, Spurenelementen, Schwermetallen und organischen Substanzen kommt über vier Wege zustande:
Gut geeignet ist die Haaranalyse zum Nachweis einer Tabakrauch/Passivrauch-Belastung. Dabei ist folgendes zu beachten:
Im Februar 2005 hat die Kommission "Human-Biomonitoring" beim Umweltbundesamt zur Haaranalyse Stellung genommen. Ihre Schlußfolgerungen decken sich weitestgehend mit den hier gemachten Aussagen.
Autoren: Dr. M. Otto Prof. K.E. von Mühlendahl
Stand: November 2011
Nächste Aktualisierung: November 2012
Drexler, H. und K.-H. Schaller (2002): Haaranalysen in der klinischen Umweltmedizin. Deutsches Ärzteblatt 99 (45); 2395-2397
Ewers, U., M. Kramer, und H. Körting (1992): Diagnostik der inneren Exposition (Human-Biomonitoring). In: Handbuch der Umweltmedizin (Hrsg. H.E Wichmann, H. W. Schlipköter, G. Füllgraf), Ecomed-Verlag, Landsberg
Hamilton, T., Schweinsberg F. (2003): Ergebnisse eines Ringversuchs mit Haarproben eines gesunden Probanden. Umweltmed. Forsch. Prax 8 (3) 123 - 130
HelmholtzZentrum München - Informationsstelle Humanbiomonitoring (2008): Human-Biomonitoring: Haaranalyse als Methode. www.helmholtz-muenchen.de/pdf/Haare.pdf
Kempson IM, Lombi E. (2011): Hair analysis as a biomonitor for toxicology, disease and health status. Chem Soc Rev. 40(7) S. 3915-40
Kommission "Human-Biomonitoring" des Umweltbundesamtes (2005): Haaranalyse in der Umweltmedizin. Bundesgesundheitsbl Gesundheitsforsch Gesundheitsschutz 48 (2): 246 - 250
Kruse-Jarres, J. D. (1997): Interpretation von Haaranalysen. Rückschlüsse auf den Stoffwechsel unmöglich. Dtsch Ärztebl. 94 (34/35); 2180 Wilhelm, M. und H. Idel (1996): Hair analysis in environmental medicine. Zbl Hyg 198: 485-501