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Insektengiftallergie

Durch einen Insektenstich, zum Beispiel von einer Biene oder einer Wespe, gelangen giftige (toxische) Substanzen in die Haut und in den Organismus.

Meist löst ein Stich lediglich eine örtliche (lokale) Hautreaktion aus. Dazu gehören eine Rötung und eine Schwellung (Quaddel) bzw. eine Ödembildung. Diese Hautreaktion kann jucken oder schmerzen, sie ist jedoch im Normalfall ungefährlich.

Bei Personen, die unter einer Insektengiftallergie leiden, kann ein Insektenstich wesentlich ernstere Folgen haben. Ein Prozent aller Kinder reagiert mindestens einmal im Leben mit mehr als einer lokalen Hautreaktion auf einen Stich. 10 bis 25% der Kinder sind sensibilisiert. Verglichen mit einer Pollen- oder einer Hausstaubmilbenallergie sind Allergien gegen Insektengift zwar selten, dafür sind sie aber nicht zu unterschätzen.

Bildquelle: www.pixelio.deVerantwortlich für die allergische Reaktion sind in unseren Breiten hauptsächlich die Allergene Phospholipase A, Mellitin und Hyaluronidase im Bienengift sowie Hyaluronidase, Phospholipase A und Phospholipase B im Wespengift. Da ein Teil des Allergenspektrums bei Bienen und Wespen gleich ist, können bei einzelnen Allergikern allergische Reaktionen sowohl nach Bienen- als auch nach Wespenstichen ausgelöst werden. Die Allergene der Hornissen entsprechen weitgehend denen der Wespen.

Sticht eine Wespe oder Biene zu, gelangt ihr Gift in den Körper. Bei Insektengiftallergikern werden nun Histamin und andere Mittlersubstanzen freigesetzt, die eine allergische Reaktion auslösen.

Die Reaktionen werden je nach Schweregrad eingeteilt:

Lokalreaktion: Rötung und Schwellung an der Einstichstelle. Dies ist keine allergische Reaktion, sondern völlig normal.

Verstärkte Lokalreaktion: Erhebliche Rötung und Schwellung, die sich auf das ganze betroffene Körperteil ausdehnen kann und ihr Maximum erst Tage nach dem Stich erreicht.  Die Symptome klingen nach einigen Tagen bis zwei Wochen wieder ab.

Leichte Allgemeinreaktion: Von der Einstichstelle entfernter Ausschlag, Gesichtsschwellung, Juckreiz, leichte Übelkeit

Schwere Allgemeinreaktion: Zusätzlich zu den o.g. Symptomen: Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Kreislaufkollaps, Schüttelfrost (anaphylaktische Reaktion). Die Symptome setzen wenige Sekunden bis Minuten nach dem Stich ein. Dies ist ein Notfall!

Generell gilt, dass Menschen, bei denen nach einem Insektenstich eines der Symptome einer Allgemeinreaktion auftritt, einen Allergologen aufsuchen sollten, der über eine entsprechende Testung und Therapie entscheidet.

Diagnostische Verfahren wie Allergietestungen werden nur eingesetzt, wenn eine Therapie in Erwägung gezogen wird. Bei lokalen Reaktionen ist dies nicht der Fall. Ansonsten wird der Allergietest etwa 4 Wochen nach dem letzten Stich durchgeführt.

Therapie

Nach einem Insektenstich kann bei einer Lokalreaktion durch Kühlung der Einstichstelle die Schwellung vermindert werden. Der Stachel sollte möglichst schnell aus der Haut entfernt werden. Bei einer verstärkten Lokalreaktion werden Antihistaminika eingenommen. Diese wirken jedoch nicht vorbeugend. Nur die unmittelbare Einnahme von Cortison kann vorbeugend wirken.

Patienten, bei denen sich nach einem Insektenstich eine Allgemeinreaktion zeigt, bekommen vom Arzt eine Notfall-Apotheke.  Diese enthält ein Antihistaminikum, das sofort nach dem Stich eingenommen werden sollte, bei Patienten mit schweren Symptomen auch inhalatives Adrenalin (dieses muss nicht wie ein Asthma-Spray tief inhaliert werden) sowie ggf. ein Adrenalin-Injektionspräparat (z.B. Anapen®) und ein Cortison-Präparat.

Die Medikamente der Notfallapotheke sollten immer mitgeführt werden, zusammen mit einer genauen Dosierungsanleitung. Tritt ein anaphylaktischer Schock auf, muss sofort (nach Anleitung) mit der Medikation begonnen werden.

Bei Patienten, die eine schwere Allgemeinreaktion gezeigt haben oder eine mittelschwere Allgemeinreaktion mit erhöhtem Expositionsrisiko aufweisen, ist eine Hyposensibilisierung angezeigt. Diese ist allerdings nicht ganz ungefährlich und wird daher nicht leichtfertig durchgeführt. Sie wird im Sommer im Rahmen einer zwei- bis fünftägigen stationären Schnell- oder Ultra-Rush-Hyposensibilisierung begonnen und dann ca. drei Jahre lang GlossarambulantBehandlung leichterer medizinischer Fälle in der Arztpraxis oder in einer Krankenhausambulanz. weitergeführt, bis keine Sensibilisierung mehr zu erkennen ist.

Weitere Informationen zu Symptomen, Diagnostik und Vorbeugung: siehe Info-Kasten am Ende dieser Seite.

Autoren: Eva Theil, Dr. Sabine Schmidt

Stand: März 2010

Nächste Aktualisierung: März 2011

Quellen und weiterführende Literatur

Fischer, P.J. (1996): Allergien bei Kindern und Jugendlichen. Rowohlt-Verlag

Forster, J. (2007): Insektenstich-Allergie – Biene und Wespe. In: Pädiatrische Allergologie 1/2007, S. 14-15

Informationen Therapienet Insektengiftallergie

Pina-Allergiebuch Kapital 9

Informationen aus der Site Kinderaerzte im Netz

Information Insektengiftallergie DAAB

Weitere Infos zu diesem Thema:

Mögliche Symptome

  • Atemnot, Luftnot
  • Bewußtlosigkeit
  • Bläschen
  • Gesichtsschwellung, Quincke Ödem
  • Giemen, Pfeifen
  • Husten
  • Juckreiz
  • Kopfschmerz
  • Lippenschwellung
  • Quaddeln an der Haut
  • Übelkeit

Diagnostik

Stoffe und Auslöser

Behandlung - Therapie

Prognose

Nach einer Hyposensibilisierung ist das Risiko ausreichend sicher gesenkt, auf weitere Stiche eine schwere anaphylaktischen Reaktion zu erleiden.

Vorbeugung

Es ist kaum möglich, Insektenstiche zu 100% zu vermeiden, es gibt jedoch einige Tipps, die helfen, Bienen und Wespen fern zu halten:

  • Keine süßen Getränke und Speisen draußen verzehren. Nicht aus einer Getränkedose trinken, da Bienen und Wespen sich gern darin verstecken.
  • Nicht barfuss im Freien laufen.
  • Nicht nach Insekten schlagen oder sie verscheuchen, das macht sie angriffslustig. Lieber ganz ruhig bleiben.
  • Abfalleimer und Fallobst locken Wespen und Bienen an und sollten daher gemieden werden.
  • Süße Parfums sollten vermieden werden, denn auch sie locken Insekten an.
  • Insektengitter vor den Fenstern helfen zu vermeiden, dass Bienen und Wespen in die Wohnräume gelangen.

 

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