Die allergische Bindehautentzündung gehört zu den häufigsten allergischen Erkrankungen. Die Symptome reichen von tränenden Augen über Jucken und Brennen. Die Bindehaut ist gerötet und leicht geschwollen. Das Sehen ist in der Regel nicht beeinträchtigt. Gelegentlich kann es zu zusätzlichen Infektionen, sogenannten Superinfektionen, mit Viren oder Bakterien kommen.
Auslöser sind vor allem luftgetragene Allergene wie die der Pollen, Pilzsporen, Tierhaare oder Hausstaubmilben. Zusätzlich stehen Umweltstoffe im Verdacht, die allergische Wirkung am Auge zu verstärken.
Um eine allergische Bindehautentzündung zu diagnostizieren, gibt es mehrere Wege, die sich einander ergänzen.
Zunächst sollte der Betroffene überlegen, ob die Symptome schon öfter aufgetreten sind und zu welcher Jahreszeit. Stehen Allergene als Auslöser im Verdacht, kann der Arzt einen Pricktest veranlassen. Beim Pricktest werden spezielle, zum Testen hergestellte Allergenextrakte auf die Haut aufgetragen und mit einer kleinen Spitze in die Haut eingebracht.
Daneben ist ein Antikörpertest (IgE) im Blut möglich.
Mögliche andere Ursachen für eine Bindehautentzündung sind Viren oder Bakterien. Dann ist oft nur ein Auge betroffen, meistens juckt das Auge nicht. Dafür ist das Bindehautsekret bei einer Entzündung häufig eitrig.
Manchmal ist aber auch einfach nur ein Fremdkörper ins Auge gelangt, der die Bindehaut stark reizt und zu Schmerzen führt.
Patienten, bei denen eine allergische Bindehautentzündung festgestellt wurde, sollten das Allergen möglichst meiden. Dies ist jedoch insbesondere bei Pollen und Hausstaubmilben kaum möglich.
Waschen Sie sich außerdem regelmäßig die Hände, damit Sie, wenn Sie sich die Augen wegen des Ruckreizes unwillkürlich reiben, möglichst keine Krankheitserreger ins Auge reiben. Kühlende Kompressen können den Juckreiz ein wenig lindern.
Als Augentropfen stehen Präparate mit Cromoglicinsäure zur Verfügung. Sie verhindern, dass die Mastzellen Histamin ausschütten. Histamin löst die allergische Reaktion im Auge aus. Ihre volle Wirkung entfaltet die Cromoglicinsäure erst nach zwei bis vier Wochen. Daher sollte man mit dem Präparat am besten vor der Pollensaison beginnen.
Außerdem stehen zur Behandlung am Auge Tropfen mit Antihistaminika bereit. Sie verhindern nicht die Ausschüttung von Histamin, blocken aber die Bindungsstellen im Gewebe. So kann das Histamin nicht wirken.
In ganz schweren Fällen helfen kortisonhaltige Augentropfen. Sie sollten aber nur angewendet werden, wenn andere Medikamente nicht mehr helfen, da sie das
Immunsystemhochentwickeltes Abwehrsystem, das vor schädlichen Mikroorganismen der Außenwelt, aber auch vor abnormen Zellen des eigenen Körpers schützt im Auge beeinflussen und im Extremfall zum Grünen Star (Glaukom) oder Grauen Star (Katarakt) führen können.
Zusätzlich kann man Antihistaminika wie Cetirizin, Loratadin oder Fexofenadin außerdem als Tablette einnehmen. Sie helfen zusätzlich bei allergischem Schnupfen, Nesselfieber und Asthma. Allerdings haben sie mehr unerwünschte Wirkungen als die lokale Therapie. Mehr zum Thema finden Sie im Artikel Antihistaminika.
Mit der SIT wird dem Körper wiederholt das Allergen in steigender Dosierung zugeführt, bis die überschießende Immunreaktion nicht mehr eintritt und das Abwehrsystem das Allergen toleriert. Mehr dazu finden Sie im Artikel Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung).
Autorin: Judith Linnemann
Stand: September 2010
Weitere Informationen:
Pina Online-Buch, Kapitel 8: Allergische Erkrankungen der Augen. (Zuletzt abgerufen am 29. Juli 2011).
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Allergieprävention, d.h. die Entstehung von Allergien zu verhindern, wäre die sinnvollste und beste Maßnahme. Die Prävention ist ein vordringliches Arbeitsfeld der Allergologie, weil die Entstehung von Allergien, vor allem aber die Entwicklung allergischer Erkrankungen und deren Verlauf beeinflussbar sind.
Das Thema Allergieprävention ist allerdings sehr komplex und es gibt bisher keine vollkommen sichere und einfache Methode der Allergieentstehung vorzubeugen. Kurze allgemeine Empfehlungen bringen wenig. Die betroffenen Familien brauchen eine Beratung, die auf ihre jeweilige persönliche Situation zugeschnitten ist, intensive Betreuung und Motivation durch allergologisch kompetentes Personal.
Ob ein Kind Allergiker wird oder nicht, ist in starkem Maße vom Erbgut vorgegeben. Insbesondere allergische Erkrankungen der Eltern sind ein Risikofaktor. Je mehr Familienmitglieder betroffen sind, und je häufiger gleiche Erkrankungen auftreten (zum Beispiel, wenn beide Elternteile Asthma haben), desto größer ist das Risiko für Kinder aus dieser Familien, ebenfalls eine allergische Erkrankung zu entwickeln. Neben der Genetik haben aber auch umweltbedingte Faktoren Einfluss auf die Allergieentstehung.
Einen Überblick über Möglichkeiten der Allergieprävention bietet die ausführliche Information Allergievorbeugung und die neue Evidenzbasierte Leitlinie zur Allergieprävention des Aktionsbündnisses Allergieprävention abap.