Hautveränderungen, die durch das Sonnenlicht hervorgerufen werden, sind vielen als "Sonnenallergie" bekannt. Aber der Begriff ist falsch: unterschiedliche Krankheitsbilder können sich hinter diesen Hautreaktionen verbergen (polymorphe Lichtdermatose, photoallergische und phototoxische Hautreaktionen und Lichturtikaria).
Dabei handelt es sich nicht um echte Allergien.
Reaktionen der Haut werden meist durch das unsichtbare Licht der Sonne, die UV-C- (40 bis 280 Nanometer), UV-B- (280 bis 320 Nanometer) und UV-A- (320 bis 400 Nanometer) Strahlung ausgelöst. Die UV-C-Strahlung wird in der Atmosphäre absorbiert, sie erreicht daher die Erdoberfläche nicht.
UV-B-Strahlung provoziert an der Haut sowohl den Sonnenbrand als auch die Sonnenbräune, die sich bis 72 Stunden nach Sonneneinstrahlung entwickelt. UV-A-Strahlung in sehr hohen Dosen löst ebenfalls einen Sonnenbrand sowie eine Sonnenbräune, die sofort nach dem Sonnenbad sichtbar wird, aus. Im Gegensatz zu UV-B-Strahlung durchdringt UV-A-Strahlung auch Fensterglas. Durch UV-A-Strahlung ausgelöste Veränderungen an der Haut können also beispielsweise auch bei Sonneneinwirkung im Auto ausgelöst werden. Weitere Informationen zu UV-Strahlung finden Sie hier.
Die bekannteste und häufigste Folge einer zu hohen UV-Exposition ist der Sonnenbrand. Die Bildung eines Sonnenbrandes bzw. der Sonnenbräune hängt von dem jeweiligen Hauttyp ab. So entwickeln Personen heller Hautfarbe mit blauen Augen und rot-blondem und blondem Haar sowie Sommersprossen (Hauttyp I und II) nie oder nur gelegentlich, andere hingegen häufig (Hauttyp III) bzw. immer (Hauttyp IV) eine Sonnenbräunung. Erst durch wiederholte Sonnenbestrahlungen entwickelt sich eine sogenannte Lichtschwiele infolge Verdickung und Vermehrung des braunen Farbstoffes der Haut (Melanin), die einen wirksamen Schutz gegen UV-Strahlung bietet.
Neben den schon nach Stunden sichtbaren Veränderungen durch das Licht an der Haut werden auch Schäden verursacht, die erst nach Jahren sichtbar werden. Dies sind Falten und Runzeln, fleckige Pigmentierungen und erweiterte Äderchen der obersten Hautschichten (Teleangiektasien). Neben diesen kosmetischen Problemen kann es aber auch zur Entwicklung von bösartigen Hautveränderungen kommen. Insbesondere Personen, die in der Kindheit viele Sonnenbrände hatten, haben ein erhöhtes Risiko, ein bösartiges Melanom (schwarzer Hautkrebs) zu entwickeln.
Dies ist die häufigste durch Sonneneinstrahlung ausgelöste Hauterkrankung. Patienten mit heller Haut, hellem Haar und hellen Augen (Hauttyp I und II) sind am häufigsten betroffen. Mehrere Stunden bis einige Tage nach dem Sonnenbad entwickeln sich an den Hautstellen, die der Sonne ausgesetzt waren, Hautveränderungen, die von Patient zu Patient variieren können, bei ein und demselben Patienten aber immer ähnlich auftreten.
Wie der Name schon sagt, können diese Hautveränderungen polymorph, d. h. vielgestaltig, sein. Gemeinsam ist ihnen, dass sie meist erhaben, gerötet und juckend sind. Unter Meidung der Sonne kommt es zur spontanen Rückbildung, im Laufe der Sommersaison kann eine Sonnengewöhnung beobachtet werden, so dass die Reaktionen schwächer oder gar nicht mehr auftreten.
Überwiegend körperfremde Stoffe, wie sie in Cremes, Tabletten etc. enthalten sind, können durch Sonnenlicht, meist durch UV-A-Strahlung, aktiviert werden und so gerötete, zum Teil bläschenartige Hautreaktionen hervorrufen. Diese Stoffe sind im Bereich der Natur in vielen Früchten und Pflanzen enthalten, im Sommer sollte daher die Anwendung duftender Kosmetik, duftender Seifen und Toilettenartikel vermieden werden. Aber auch einige Medikamente können ähnliche Hautveränderungen hervorrufen. Dazu zählen einige Antibiotika, Medikamente zur Behandlung von Pilzerkrankungen, Wassertabletten, Abführmittel, Süßstoff, Medikamente zur Schwangerschaftsverhütung, Medikamente zur Behandlung neurologischer bzw. psychiatrischer Erkrankungen usw. Ob die von Ihnen eingenommenen Medikamente im einzelnen durch Sonneneinstrahlung unerwünschte Nebenwirkungen an der Haut verursachen können, besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Hausarzt.
Sehr selten kann es lichtbedingt auch zu Quaddeln an der Haut kommen, begleitend wurde in seltenen Fällen auch eine Mitreaktion des Kreislaufs beobachtet.
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Arbeitsgemeinschaft Ästhetische Dermatologieund Kosmetologie e. V. |
Autor: Dr. Sabine Schmidt
Stand: Mai 2010
Allergie Dokumentations- und Informationszentrum Bad Lippspringe (ADIZ) - ADIZ-Tipp 20: www.adiz.de
AWMF- Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie (ABD) in der
Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) (Mai 2008) Berufliche Hautmittel: www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/013-056.htm
Informationen zu Sonnenschutzmitteln: www.haut.de
Quelle: www.ssk.de (217. Sitzung der SSK am 20./21.09.2007)
Die Strahlenschutzkommission (SSK) betrachtet mit Sorge den starken Anstieg von Hautkrebsfällen. Nach Hochrechnungen des Krebsregisters Schleswig-Holstein erkranken in Deutschland ca. 140.000 Menschen (inkl. der ca. 20.000 in situ-Fälle) pro Jahr an Hautkrebs.
Davon entfallen ca. 10 bis 15 % auf das maligne Melanom und die überwiegende Mehrheit auf das Basalzell- und das Plattenepithelkarzinom. Von den an malignem Melanom Erkrankten versterben ca. 20 bis 25 % (entspricht 4.000 bis 5.000 Todesfälle pro Jahr in Deutschland), an Basalzell- und Plattenepithelkarzinomen zwischen 0,5 % und 1 %.
Die Neuerkrankungsrate des malignen Melanoms hat sich in Deutschland in den letzten 20 Jahren verdreifacht. Zusätzlich verschob sich der Altersgipfel für das Auftreten des malignen Melanoms in den letzten Jahren zu immer jüngeren Lebensaltern.
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siehe auch: www.allum.de/hautkrebs.html