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Hautkrebs (Basaliom, Spinaliom, malignes Melanom)

"Hautkrebs" ist ein Sammelbegriff für mindestens 3 Tumorarten, die sich in ihrem Entstehungsort, aber auch in ihrer Häufigkeit und Bösartigkeit unterscheiden.

1. Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom)

Malignes Melanom Der Schwarze Hautkrebs geht von den pigmentbildenden Zellen ("Melanozyten") der Haut aus.  Er tritt im Vergleich zum Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom (s.u.) seltener auf, ist aber wesentlich bösartiger. Ein schwarzer Hautkrebs kann sich grundsätzlich an jeder Körperstelle entwickeln, auch an Stellen ohne UV-Exposition. Das Wachstum kann sowohl langsam und in die Fläche gehend als auch rasch und in die Tiefe gehend erfolgen.

Risikofaktoren für den Schwarzen Hautkrebs sind (RKI 2004):

  1. intermittierende (zeitweise) UV-Exposition (besonders in der Kindheit)
  2. Sonnenbrände in Kindheit und Jugend
  3. Hauttyp I oder II
  4. mehr als 40 - 50 gewöhnliche Pigmentmale
  5. atypische Pigmentmale
  6. angeborenes großes Pigmentmal
  7. Melanom in der eigenen Krankengeschichte und in der Familie 1. Grades

Um im Rahmen der Selbstbeobachtung Melanome von Pigmentmalen  unterscheiden zu können, kann die A-B-C-D-E-Regel genutzt werden.

    A = Asymmetrie (bei Melanomen asymmetrisch)
    B = Begrenzung (bei Melanomen unregelmäßig)
    C = Colour (Farbe bei Melanomen unregelmäßig)
    D = Durchmesser (5 mm und mehr gelten als auffällig)
    E = Erhabenheit (1 mm und mehr gelten als auffällig)

Ein Verdacht wird durch eine Gewebsuntersuchung abgeklärt. Die dabei gleichzeitig ermittelte Tumordicke in Verbindung mit der Lokalisation des Tumors helfen dem Arzt, eine Prognose zum Krankheitsverlauf zu stellen.

2. Basalzellkarzinom (Basaliom)

Das Basalzellkarzinom  und das weiter unten genannte Plattenepithelkarzinom gehören zu den nichtmelanozytären (= nicht von den pigmentbildenden Zellen ausgehenden) Hautkrebsarten.

Basalzellkarzinome treten im Vergleich zu Plattenepithelkarzinomen etwa 5 mal häufiger auf.

Basalzellkarzinome wachsen nur langsam und bilden sehr selten Metastasen (in einem von 200 Fällen oder noch seltener (RKI 2004)). Da Basaliome vom Haarkeim ausgehen, sind sie nur an behaarten Stelen zu finden. Am häufigsten entstehen sie im Kopf-Hals-Bereich. Kleine Basalzellkarzinome werden in der Regel GlossarambulantBehandlung leichterer medizinischer Fälle in der Arztpraxis oder in einer Krankenhausambulanz. entfernt, bei größeren Karzinomen kann eine Operation - u.U. einschließlich kosmetisch-chirurgischer Eingriffe - erforderlich sein.

Nachsorge ist wichtig, da Rezidive und Zweittumoren auftreten können!

3. Plattenepithelkarzinom (Spinaliom)

Plattenepithelkarzinome entstehen zu 90 % an stark UV-exponierten Körperstellen (ungeschützter Kopfbereich, Handrücken) nach vorangegangener UV-Schädigung der Haut (Elastose mit nachfolgender UV-bedingter Hautverhornung). 

Die Diagnose wird histologisch abgesichert. Plattenepithelkarzinome werden operativ entfernt, wobei zur Behandlung der Vorläuferformen eine Reihe weiterer Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen (Kältechirurgie, lokale Chemotherapie, photodynamische Therapie, lokale Immuntherapien (RKI 2004)).

Auch hier ist Nachsorge wichtig, da Rezidive und Zweittumoren auftreten können!

Risikofaktoren für Basalzell und Plattenepithelkarzinome sind (RKI 2004):

  1. chronisch UV-geschädigte Haut (solare Elastose)
  2. Hautverhornung infolge chronischer Lichtschädigung
  3. Immunsuppression (Unterdrückung der Immunantwort des Körpers)
  4. Hautkrebs des Epithels in der eigenen Krankengeschichte
  5. Strahlenschäden (bei Röntgenpersonal)
  6. polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)

Empfehlungen:

  • Selbstbeobachtung des eigenen Körpers ist sinnvoll und wichtig. Das gilt ganz besonders für Personen, auf die mehrere der genannten Risikofaktoren zutreffen. 
  • Ob es sich bei auffälligen Hautveränderungen um ein harmloses Pigmentmal oder z.B. um eine der 3 vorgenannten Hautkrebsarten handelt, kann nur der geschulte Blick des Hautarztes erkennen.
  • Im November 2007 wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss entschieden, ein eigenständiges Hautkrebs-Screening in der gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung einzuführen. Diese zweistufige Ganzkörperinspektion wird künftig von den gesetzlichen Krankenkassen für Versicherte ab 35 Jahren im Zwei-Jahres-Rhythmus übernommen. Diese Möglichkeit der Vorsorge sollte unbedingt wahrgenommen werden!
  • Tipps zum Schutz der Haut vor übermäßiger Sonneneinstrahlung und zum Solarienbesuch finden sich im Abschnitt "weitere Infos zu diesem Thema", im Literaturteil und im Text zu UV-Strahlung

Weitere Informationen zu Häufigkeit, Prognose und Vorbeugung: Siehe Info-Kasten am Ende dieser Seite.

Autor
: Dr. M. Otto

Stand: November 2011

Geplante Aktualisierung
: November 2012

Quellen und weiterführende Literatur

Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (2002): www.unserehaut.de (zuletzt aufgerufen im November 2011)

Bundesamt für Strahlenschutz (1998): Häufig gestellte Fragen an das BfS www.bfs.de/bfs/faq.html
(zuletzt aufgerufen im November 2011)

Datenbank Dermis (zuletzt aufgerufen im November 2011)

Deutsche Krebsgesellschaft (2007): Einführung eines eigenständigen Hautkrebs-Screenings in der gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung. Pressemitteilung vom 16.11.2007. www.krebsgesellschaft.de

Deutsche Krebshilfe e. V (2002): www.krebshilfe.de (zuletzt aufgerufen im November 2011)

Krebsinformationsdienst des DKFZ Heidelberg: www.krebsinformation.de (zuletzt aufgerufen im November 2011)

RKI (2004): Hautkrebs. Themenheft 22, erschienen in der Reihe "Gesundheitsberichterstattung des Bundes". Robert-Koch Institut, Berlin

Strahlenschutzkommission (2001): Schutz des Menschen vor den Gefahren der UV-Strahlung in Solarien. www.ssk.de (zuletzt aufgerufen im November 2011)

Strahlenschutzkommission (2006): Gesundheitliche Gefährdung durch UV-Exposition von Kindern und Jugendlichen. Stellungnahme. www.skk.de

Strahlenschutzkommission (2007): Nachhaltiger Schutz der Bevölkerung vor UV-Strahlung. www.ssk.de (zuletzt aufgerufen im November 2011)

Weitere Infos zu diesem Thema:

Häufigkeiten

Angaben zur Häufigkeit

Die Häufigkeit von Hautkrebsfällen ist insgesamt in den letzten Jahren stark angestiegen. Dieser Anstieg ist in einer höheren UV-Exposition durch ein geändertes Freizeit- und Sozialverhalten begründet. Gebräunte Haut gilt als Schönheitsideal. Solarien erfahren einen großen Zulauf, was diese Entwicklung zusätzlich verschärft.

1. Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom)

Der Schwarze Hautkrebs macht in Deutschland 3-4 % aller bösartigen Neubildungen aus. Jedes Jahr werden bundesweit ca. 14 900 Neuerkrankungen registriert (RKI 2008). Frauen sind mit ca. 8 400 Neuerkrankungen  etwas häufiger betroffen als Männer mit  6.500 Neuerkrankungen.

2. Basalzellkarzinom (Basaliom)

Mit einem Anteil von 80 % ist das Basalzellkarzinom der häufigste nichtmelanozytäre (= nicht von den pigmentbildenden Zellen ausgehende) Hautkrebs. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken (mittleres Erkrankungsalter ca. 65 - 69 Jahre).

Seit 1970 ist ein starker Anstieg der Zahl der Neuerkrankten zu verzeichnen, der sich erst zu Beginn der 90-iger Jahre auf durchschnittlich 67 Fälle bei Männern und 45 Fälle bei Frauen (berechnet auf 100 000 Personen) stabilisiert hat.

Weltweit schwankt die  Häufigkeit zwischen durchschnittlich 50 Fällen in Nord- und Mitteleuropa und mehr als 2 000 Fällen in Australien (jeweils pro 100 000 Personen).

3. Plattenepithelkarzinom (Spinaliom)

Das Plattenepithelkarzinom macht ca. 19 % der nichtmelanozytären Hauttumoren aus und tritt mit steigendem Alter gehäuft auf. Zur Zeit liegt das mittlere Erkrankungsalter bei 70 - 74 Jahren (Männer) und 75 - 79 Jahren (Frauen). Auch hier wird ein starker Anstieg der Neuerkrankungen beobachtet. Die Erkrankungsraten lagen im vergangenen Jahrzehnt bei durchschnittlich 16.6 (Männer) bzw. 7.2 (Frauen) pro 100 000 Personen.

Der Geschlechtsunterschied in der Erkrankungsrate findet sich auch bei einem weltweiten Datenvergleich:  durchschnittlich traten 9 Fälle bei Männern bzw. 5 Fälle bei Frauen  in Nord- und Mitteleuropa und 1000 Fälle bei Männern bzw.  500 Fälle bei Frauen in Australien auf (jeweils pro 100 000 Personen).

Mögliche Symptome

Stoffe und Auslöser

Prognose

Je früher der Tumor erkannt wird und je weniger der Tumor in die Haut eingedrungen ist, desto besser stehen die Chancen für eine dauerhafte Heilung.

Neben der Vorbeugung ist die Selbstbeobachtung ("A-B-C-D-E-Regel") und die Früherkennung im Rahmen eines regelmässigen Screenings durch Hautärzte wichtig ! Frühzeitig erkannter Hautkrebs ist beinahe zu 100 % heilbar !

Vorbeugung

Die Vorbeugung sollte sich an den bekannten Risikofaktoren orientieren.

Der Hauptrisikofaktor ist UV-Strahlung in Verbindung mit unserem Freizeitverhalten. Es ist dabei ziemlich belanglos, ob der Körper der "natürlichen UV-Strahlung der Sonne" oder der "künstlichen UV-Strahlung im Solarium" ausgesetzt wird.

Eine "gesunde Bräune" gibt es nicht ! UV-Schutz ist insbesondere für Babys und Kleinkinder wichtig, aber auch Kinder und Jugendliche sollten sich keiner übermässigen UV-Exposition und damit der Gefahr von Sonnenbränden aussetzen.

Ausführliche Empfehlungen zum vernünftigen Verhalten in der Sonne, der Nutzung von Solarien und dem UV-Schutz  kommen vom

 

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