Kontaktallergien sind häufige Erkrankungen, die sich meist in Form eines allergischen Kontaktekzems äußern. Es handelt sich dabei um eine allergische Reaktion vom Spättyp (Typ IV-Reaktion).
Einer allergischen Reaktion muss eine Sensibilisierung vorangehen. Sensibilisierung bedeutet, dass das
Immunsystemhochentwickeltes Abwehrsystem, das vor schädlichen Mikroorganismen der Außenwelt, aber auch vor abnormen Zellen des eigenen Körpers schützt ein Allergen nach dem ersten Kontakt als „Feind“ erkennt, ohne dass sich schon eine Hautreaktion zeigt. Der Zeitraum vom ersten Kontakt mit dem Allergen bis zum Auftreten der ersten Symptome wird auch als Sensibilisierungsphase bezeichnet.
Eine Allergie entwickelt sich in der Regel erst im Verlauf von Jahren und ist daher bei Kindern unter zehn Jahren nur selten anzutreffen. Eine Sensibilisierung ist jedoch in Ausnahmefällen auch innerhalb von sieben bis zehn Tagen möglich. Es wird geschätzt, dass 15-20% der deutschen Bevölkerung gegen mindestens eins der häufigsten Kontaktallergene sensibilisiert sind. Wurde eine Sensibilisierung erst einmal erworben, bleibt sie in der Regel ein Leben lang bestehen.
Eine Kontaktallergie manifestiert sich meistens als allergisches Kontaktekzem oder allergische Dermatitis. Der Begriff
EkzemNicht ansteckende Entzündung der Haut. wird eher für chronische, der Begriff Dermatitis eher für akute Entzündungen verwendet.
Ein allergisches Kontaktekzem äußert sich als juckende Hautrötung, häufig mit Bildung von Bläschen, Knötchen und Krusten. Bei längerem Verlauf wird die Haut auch verdickt (lichenifiziert). Es kann an jeder Stelle der Haut auftreten und ist scharf begrenzt, sofern es sich bei dem Auslöser nicht um Stäube handelt. Das
EkzemNicht ansteckende Entzündung der Haut. tritt erst 24-72 Stunden nach dem Kontakt mit dem Allergen auf und heilt in der Regel vollständig ab.
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| Allergisches Kontaktekzem durch Nickel (Jeansknopfreaktion) Verwendung der Fotos mit freundlicher Genehmigung von Frau Priv. Doz. Dr. R. Fölster-Holst, Uni Hautklinik Kiel |
Bei ständigem Kontakt mit dem Allergen entwickelt sich jedoch ein chronisches Ekzem, bei dem durch die chronische Schädigung der Haut auch ihre Barriere beschädigt wird. Dies führt dazu, dass andere Allergene und Erreger leichter eindringen und sich diverse Hautreaktionen zeigen können. Das häufigste chronische Kontaktekzem ist das Handekzem.
Auch benachbarte Stellen der Haut, die mit dem Allergen keinen direkten Kontakt hatten, können in seltenen Fällen von Hautreaktionen betroffen sein, da eine Streuung des allergenen Stoffes über die Lymphbahnen möglich ist.
Eine Sonderform der Kontaktallergie ist die Photokontaktallergie, bei der die Allergie auslösende Substanz nur unter UV-Strahlung ihre Wirkung entfaltet.
Die häufigsten metallischen Allergieauslöser (Zahlen laut IVDK):
Weitere, nicht-metallische häufige Allergieauslöser:
Bei Erwachsenen spielen berufsbezogene Stoffe eine große Rolle. In diesem Zusammenhang können Kontaktallergien sogar zur Aufgabe der Berufstätigkeit führen.
Einige Allergene können in Dampf oder Sprühnebel übergehen und so die Haut erreichen oder inhaliert werden. Es gibt Berichte darüber, dass es nach dem Einatmen von u.a. Duftstoffen, Gewürzen, Terpentinöl und Nickelstaub zu einem generalisierten Kontaktekzem kam. Dies wurde in einer Studie des UBA mit fast 24.000 teilnehmenden Patienten zum Thema luftgetragene Kontaktallergene untersucht.
Die Broschüre "Bewußter Leben mit Kontaktallergien" (Sachstand: Juni 2009) enthält eine Auflistung zahlreicher Kontaktallergene einschließlich ihrer INCI-Bezeichnung und typischer Anwendungsgebiete. Die Broschüre ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen DAAB e.V., BMELV und IKW e.V.
>> Broschüre downloaden (pdf-Datei, 1,5 MB)
Ergebnisse:
Autor: Dr. Sabine Schmidt, Eva Theil
Stand: März 2010
Nächste Aktualisierung: März 2011
BfR (2008): BfR empfiehlt europaweit einheitliche Regelung für den Einsatz neuer Duftstoffe in kosmetischen Mitteln. Link.
Fischer, J. (2007): Kontaktallergie. Pädiartische Allergologie 10 3/2007, S. 47
Straff, W. und Schnuch, A.: Umweltbedingte Kontaktallergien. In: Bundesgesundheitsblatt Band 49 Heft 8, August 2006. S. 796-803
Umweltbundesamt (2006): Kurzfassung des Berichts zum Forschungsvorhaben: „Untersuchung der Bedeutung luftgetragener Kontaktallergene (Typ-IV-Allergene) bei der Entstehung von Kontaktekzemen“. www.umweltbundesamt.de
Ökotest (2007): Duftstoffe in Kosmetik. Neue Probleme für Allergiker. Ökotest Nr. 11, November 2007, S. 118-124.
Aktionsplan Allergien: www.aktionsplan-allergien.de
Weitere Informationen auch unter:
Netdoktor: Information zur Kontaktallergie
Deutsche Kontaktallergiegruppe, Leitlinie Epikutantest: www.ivdk.gwdg.de/dkg/
Nach Angaben des KiGGS (Kinder- und Jugendgesundheitssurvey) hatten 9,9% der Kinder mindestens einmal in ihrem Leben ein allergisches Kontaktekzem. Dabei sind Mädchen (mit 13,8%) häufiger betroffen als Jungen (mit 6,2%). Dieser Geschlechtsunterschied wurde allerdings erst bei Kindern im Schulalter festgestellt.
(Quelle:
Schlaud, M., Atzpodien, K., Thierfelder, W. (2007): Allergische Erkrankungen. Ergebnisse aus dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS). In: Bundesgesundheitsblatt Band 50. Heft 5/6, Mai/Juni 2007. 701-710.)
siehe Allum-Text "Allergie"