Es gibt viele Bezeichnungen und Namen für das gleiche Krankheitsbild: Neurodermitis, atopisches Ekzem, atopische Dermatits, Neurodermitis constitutionalis, endogenes Ekzem, atopisches Ekzem/atopische Dermatitis Syndrom (AEDS). Die alte Bezeichnung Neurodermitis ist immer noch gebräuchlich und wird im weiteren hauptsächlich verwendet.
Die Neurodermitis ist eine der häufigsten Hauterkrankungen. Sie ist eine chronische entzündliche, mit Juckreiz einhergehende Erkrankung der Haut auf der Basis einer angeborenen Veranlagung und mit wechselnden Erscheinungen sowie vielen verschiedenen Auslösern. Ihr Krankheitsbild ist von einem wechselnden, sehr unterschiedlich aussehenden
EkzemNicht ansteckende Entzündung der Haut. geprägt.
Ekzeme sind gerötete und schuppende, manchmal auch nässende Hautveränderungen. Typische Stellen, an denen sie auftreten, sind Ellenbeugen, Kniekehlen, Nacken, Hals und Gesicht. Charakteristisch für Neurodermitispatienten ist ihre trockene Haut und ihr sprödes Haar.

Das Krankheitsbild der Neurodermitis ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich und auch vom Alter des Betroffenen abhängig. Im Säuglings- und Kindesalter zeigt sie sich vor allem an den Wangen als eine kleinschuppige Rötung, die zu einem nässenden
EkzemNicht ansteckende Entzündung der Haut. werden kann, der sogenannte Milchschorf; die nässenden Ekzemherde trocknen mit gelblich-bräunlichen Krusten an. Neurodermitis kann bei Säuglingen aber auch die Streckseiten der Arme und Beine und sogar den Körper (Rumpf) betreffen.
Im Kindesalter, etwa ab dem zweiten bis dritten Lebensjahr, treten die Hautveränderungen meist als trockene, schuppende und juckende Herde in den Ellenbeugen und Kniekehlen sowie am Nacken und an den Handgelenken auf.
Im Erwachsenenalter kommt es zu wechselnden Ekzemen am Hals und an den Streckseiten der Arme und Beine. Das Krankheitsbild ist von den Folgen des Kratzens, den Kratzeffekten, gekennzeichnet. Diese können von einer Rötung bis hin zu blutigen Hautflächen reichen und wiederum häufig einen extremen Juckreiz auslösen.
Es gibt keine generelle Ursache für die Neurodermitis, vielmehr spielen mehrere Einzelfaktoren zusammen. Zu diesen Faktoren gehören sowohl endogene (persönliche) Faktoren (wie erbliche Veranlagung, psychische Faktoren) als auch Umwelteinflüsse (wie Allergene, Hautreizungen). Oft ist ein Auslöser aus der Umwelt ausschlaggebend dafür, dass die Neurodermitis ausbricht. Für Neurodermitiker ist es somit wichtig, die persönlichen Provokationsfaktoren zu kennen.
Da bei Neurodermitikern die Hornschicht der Haut dünner und die Säureregulation beeinträchtigt ist, ist die Haut sehr emfindlch. Reinigungsmittel und hautreizende, kratzende Textilien können Ekzeme hervorrufen. Auch Allergien, Zigarettenrauch, Schwitzen sowie Stress und psychische Belastung stellen Provokationsfaktoren für einige Erkrankte dar.
Die Therapie der Neurodermitis muss dem einzelnen Patienten genau angepasst werden. Der Hautzustand verändert sich von Tag zu Tag. Wenn ein
EkzemNicht ansteckende Entzündung der Haut. vorhanden ist, wechseln die Bedürfnisse der Haut noch häufiger.
Bei Neurodermitis werden unterschiedliche Stadien unterschieden und die Pflege muss dem jeweiligen Zustand der Haut angepasst werden. Für die Behandlung der Neurodermitis und die tägliche Pflege der Haut benötigen Sie verschiedene Präparate, die Sie je nach Hautzustand eingesetzt werden können. Eine Stufentherapie wird empfohlen: neurodermis-Therapieinfos
Mit Tacrolimus-Salbe und Pimecrolimus-Creme sind neue Therapien bei Neurodermitis auf dem Markt. Beide Wirkstoffe sind auch für die Haut von Kindern geeignet. Für beide antientzündlichen Substanzen wurde in Studien eine gute klinische Wirksamkeit nachgewiesen. Langzeituntersuchungen fehlen jedoch bisher noch (Deutscher Allergie- und Asthmabund).
Ist ein Auslöser bekannt, sollte dieser unbedingt gemieden werden.
Folgende Verhaltensweisen können helfen, einem Schub vorzubeugen:
Ein wichtiger Baustein der Therapie ist auch die Patientenschulung. Strukturierte Schulungsangebote für betroffene Kinder und ihre Familien wurden entwickelt und werden auch zunehmend angeboten.
Informationen der Arbeitsgemeinschaft Neurodermitischulung e.V. (AGNES) finden sich im Internet unter www.neurodermitisschulung.de. Dort sind auch zur Neurodermitisschulung berechtigte Trainer auffindbar.
Zur Neurodermitisschulung gehört eine gezielte Ernährungsberatung. Ernährungsfachkräfte, die die Beratung von Eltern und Kindern im Rahmen einer strukturierten Neurodermitisschulung durchführen möchten, benötigen eine spezielle Trainerschulung.
Eine Liste von Ernährungsfachkräften, die die einen solchen Trainerkurs absolviert haben findet sich in der angehängten Datei (pdf-Datei, 64 KB, Stand Februar 2008).

Neurodermitis mit derber vergröberter geröteter Haut im Ellenbogenbereich
Autor: Dr. Sabine Schmidt
Stand: Juli 2010
Nächste Aktualisierung: Juli 2011
Eine Auswahl (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) an (Lese)-Büchern für Kinder und Jugendliche mit Neurodermitis
Beratung und Hilfe ist auch über Selbsthilfeorganisationen möglich. Siehe dazu unter : www.allum.de => Service . Auch in Elternforen wird das Thema diskutiert.
Im Kindesalter ist die Neurodermitis deutlich häufiger als bei Erwachsenen. Die Angaben zur Häufigkeit schwanken jedoch je nach Quelle.
Nach Angaben des KiGGS (Kinder- und Jugendgesundheitssurvey) hatten 13,2% der Kinder in Deutschland bereits einmal in ihrem Leben ein atopisches Ekzem (Neurodermitis) , aktuell sind nach Elternaussagen 7,2% davon betroffen.
Für Erwachsene wird in andren Quellen eine Häufigkeit von ca. 3 Prozent angegeben.
In der Vergangenheit zeigten manche Studien, dass die Neurodermitis in Ostdeutschland etwas häufiger ist als in Westdeutschland. Der KiGGS konnte dieses jedoch nicht bestätigen.
Quellen:
Schäfer, T.; Krämer, U.; Behrendt, H.; Ring, J.: Epidemiologie des atopischen Ekzems. Allergo J. 2003; 12: 430-438.
Schlaud, M., Atzpodien, K., Thierfelder, W. (2007): Allergische Erkrankungen. Ergebnisse aus dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS). In: Bundesgesundheitsblatt Band 50. Heft 5/6, Mai/Juni 2007. 701-710.
Bei etwa 40 Prozent der betroffenen Kinder können innerhalb der ersten drei Lebensjahre die Neurodermitissymptome verschwinden.
Bisher ist nicht bekannt, wieso die Krankheit einen solchen natürlichen Verlauf nimmt. Daten einer englischen Studie bestätigen diese Beobachtungen: Bei 1373 10-jährigen Kindern (Kurukulaaratchy 2003) wurden die Häufigkeit und die Prognose der Neurodermitis untersucht. In dieser Gruppe hatten ca. 41Prozent überhaupt einmal ein
EkzemNicht ansteckende Entzündung der Haut. (als Symptom einer Neurodermitis) gehabt, ca. 14 Prozent waren aktuell von einem
EkzemNicht ansteckende Entzündung der Haut. betroffen. In den meisten Fällen (71Prozent) war das
EkzemNicht ansteckende Entzündung der Haut. vor dem vierten Lebensjahr erstmalig aufgetreten.
Bei diesen Kindern war die Prognose bis zum zehnten Lebensjahr aber günstig. Bei den Kindern, bei denen auch mit 4 Jahren noch ein
EkzemNicht ansteckende Entzündung der Haut. bestanden hatte bzw. erst dann diagnostiziert worden war, bestand zu fast 60 Prozent auch mit 10 Jahren noch ein Ekzem.
Auch wenn die Neurodermitis über das dritte Lebensjahr hinaus besteht, wird sie meist im Verlauf milder. Zirka 40 bis 50 Prozent der Kinder mit Neurodermitis entwickeln im weiteren Leben weitere allergische Erkrankungen wie Asthma bronchiale oder auch allergischen Schnupfen.
Quelle:
Kurukulaaratchy, R.; Fenn, M.; Matthews, S.; Hasan Arshad, S.: The prevalence, characteristics of and early life risk factors for eczema in 10-year-old children. Pediatr Allergy Immunol. 2003; 14 (3): 178-183.
Allergieprävention, d. h. die Entstehung von Allergien zu verhindern, wäre die sinnvollste und beste Maßnahme. Die Prävention ist ein vordringliches Arbeitsfeld der Allergologie, weil die Entstehung von Allergien, vor allem aber die Entwicklung allergischer Erkrankungen und deren Verlauf beeinflussbar sind.
Das Thema Allergieprävention ist allerdings sehr komplex, und es gibt bisher keine vollkommen sichere und einfache Methode, der Allergieentstehung vorzubeugen. Kurze allgemeine Empfehlungen bringen wenig. Die betroffenen Familien brauchen eine Beratung, die auf ihre jeweilige persönliche Situation zugeschnitten ist, intensive Betreuung und Motivation durch allergologisch kompetentes Personal.
Ob ein Kind Allergiker wird oder nicht, ist in starkem Maße vom Erbgut vorgegeben. Insbesondere allergische Erkrankungen der Eltern sind ein Risikofaktor. Je mehr Familienmitglieder betroffen sind, und je häufiger gleiche Erkrankungen auftreten (zum Beispiel, wenn beide Elternteile Asthma haben), desto größer ist das Risiko für Kinder aus dieser Familien, ebenfalls eine allergische Erkrankung zu entwickeln. Neben der Genetik haben aber auch umweltbedingte Faktoren Einfluss auf die Allergieentstehung. Eine sinnvolle Maßnahme zur Prävention bei Kindern mit hohem Allergierisiko ist die Reduktion von frühem Allergenkontakt und Passivrauch.
Anhand des Dokumentes "Der Kinder-Allergie (S)Check 2006" der Pina-Infoline können Sie das Allergierisiko Ihres Kindes einschätzen.
Mehr zur Allergieprävention erfahren Sie in den Leitlinien Allergieprävention.
Einen Überblick über Möglichkeiten der Allergieprävention bietet auch die ausführliche ALLUM-Information Allergievorbeugung