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Beifuß-Ambrosie (Beifußblättriges Traubenkraut)

Pflanze und Beschreibung

Lateinischer Name: Ambrosia artemisiifolia (= A. elatior)

Die Beifuß-Ambrosie (auch unter den Namen Beifußblättriges Traubenkraut, Ragweed, Ambrosia und Beifußblättrige Ambrosie bekannt) gehört zur Familie der Korbblütler und ist eigentlich in Nordamerika heimisch. Sie ist extrem stark Allergie auslösend und wird von Allergikern in Nordamerika schon lange gefürchtet. In den USA weisen 50% der Patienten mit Pollenallergie eine Sensibilisierung gegen die Ambrosie auf.

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der U.S. Geological Survey

Die Beifuß-Ambrosie kann leicht mit anderen Pflanzen verwechselt werden. Wie ihr Name schon vermuten lässt, sieht sie zum Beispiel dem Beifuß sehr ähnlich. Charakteristisch sind jedoch ihre fiederteiligen Blätter mit grüner Unterseite und die abstehend behaarten Stängel. 

Detaillierte Abbildungen der Pflanze gibt es auf der Internetseite
www.ambrosiainfo.de.

Verbreitung

Inzwischen hat sich die Beifuß-Ambrosie auch in Europa massiv ausgebreitet. Die Klimaerwärmung und der stetig zunehmende internationale Warenverkehr spielen hierbei vermutlich eine Rolle.

Die Beifuß-Ambrosie ist nur in den Tieflagen bis maximal 400 Meter Seehöhe anzutreffen und benötigt ausreichend Niederschläge im Sommer. Deshalb wächst sie nicht im Mittelmeerraum und in den Alpen.

In Deutschland werden immer mehr Funde gemeldet, es gibt mittlerweile auch größere Bestände der Beifuß-Ambrosie. Diese sind hauptsächlich in Ost- und Süddeutschland zu finden.

Die Ausbreitung der Beifuß-Ambrosie könnte massive Probleme für Allergiker mit sich bringen und die Zahl der Sensibilisierungen erhöhen. Um eine Zunahme der volkswirtschaftlichen Schäden durch Krankheitskosten und Bekämpfungsmaßnahmen zu vermeiden, muss die weitere Verbreitung in Deutschland verhindert werden.

Das Wissen über die Ausbreitungswege und Bestände der Beifuß-Ambrosie in Deutschland ist jedoch zurzeit noch rar.

Sie besiedelt vermutlich insbesondere Hausgärten, Blumenfelder, Baustellen, Ackerränder, offene Böden, Straßenränder und Bahnlinien. Sie benötigt viel Licht und Wärme, aber auch Niederschläge.

Eine Übersicht, wo die Beifuß-Ambrosie verbreitet ist, bietet diese Karte.

Verbreitungswege

Die Pflanze vermehrt sich ausschließlich über Samen, die jedoch im Boden 30-40 Jahre überleben können. Das macht die Pflanze sehr widerstandsfähig. Dort, wo sich die Beifuß-Ambrosie einmal angesiedelt hat, ist der Standort noch lange kontaminiert.

Eine Verbreitung der Samen geschieht hauptsächlich auf folgenden Wegen:

-    über kurze Strecken durch den Wind

-    durch kontaminiertes Erdmaterial

-    durch kontaminiertes Vogelfutter und Saatgut

-    über Autos und Nutzfahrzeuge und auf den Tragflächen von Flugzeugen

Die Zeitschrift Öko-Test sieht hauptsächlich in dem kontaminierten Vogelfutter eine Gefahr. Insbesondere Sonnenblumenkerne aus Ländern, in denen sich die Ambrosie bereits ausgebreitet hat (wie beispielsweise Ungarn) werden bei der Ernte kontaminiert und in deutsche Gärten eingebracht. Öko-Test untersuchte nun 18 Produkte zur Vogelfütterung. Lediglich drei davon waren frei von Ambrosia. Viele Hersteller sind sich jedoch der Problematik bewusst und entwickeln zusätzliche Qualitätskontrollen (Öko-Test 2007).

Probleme für Allergiker

Das Allergen der Beifuß-Ambrosie ist viel stärker als die Allergene der sonst in Europa heimischen Pflanzen. Eine sehr geringe Dosis Pollen kann bereits heftige allergische Reaktionen bei sensibilisierten Personen auszulösen. Der Hautkontakt mit der Ambrosie kann zu Hautirritationen führen. Auch bei Nicht-Allergikern können diese Beschwerden auftreten.

In Amerika leiden mittlerweile 10-20 % der Bevölkerung an einer Allergie gegen die Pollen der Beifuß-Ambrosie. Von den Pflanzenpollen-Allergikern sind sogar 75 % betroffen. Dies verdeutlicht das hohe Allergie auslösende Potenzial.

Von Oktober 2006 bis August 2007 wurde im Rahmen einer Studie erstmals bei deutschen Patienten die Ambrosiasensibilisierung getestet. 504 Patienten, die sich sowieso einem Pricktest unterziehen mussten, wurden zusätzlich auf vier Ambrosiaextrakte getestet. Bei 25,6 % wurde eine Sensibilisierung gegenüber der Beifuß-Ambrosie festgestellt.

Auch wenn die Samen bereits im März keimen, ist die Hauptblütezeit der Beifuß-Ambrosie Mitte August bis September. Der Höhepunkt der Saison tritt meist Anfang September auf. Damit sind ihre Pollen das letzte wichtige Allergen im Jahr und verlängern die Beschwerdezeit mancher Pollenallergiker (Mitte August bis Oktober).

Der Polleninformationsdienst misst in diesem Jahr zum ersten Mal die Konzentrationen von Ambrosien-Pollen an allen Messstationen, um die Pollenbelastung in Deutschland besser einschätzen zu können. Genaue Pollenflugangaben zu Traubenkraut- und anderen Pollen, auch europaweit, siehe unter:  www.donnerwetter.de/pollen/menu.hts

Traubenkrautpollen können mit fast allen Pollen der Korbblütler Kreuzreaktionen haben, besonders aber mit Beifußpollen. Kreuzreaktionen mit Goldrute, Sonnenblume, Kamille, Arnika und allen Blumen, die wie Margeriten oder Gänseblümchen aussehen, sind wahrscheinlich. In Nordamerika wurden unter anderem auch Kreuzreaktionen mit Bananen und Malonen beobachtet. Die Vielzahl an möglichen Kreuzreaktionen  macht eine Sensibilisierung so gefährlich.

Vorbeugung

Um die Verbreitung der Pflanze zu verhindern, müssen die Bestände der Beifuß-Ambrosie gefunden und beseitigt werden.

Das Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) empfiehlt, sich folgendermaßen zu verhalten:

  • Fragen Sie beim Einkauf nach Ambrosia-Samen freiem Vogelfutter.
  • Beobachten Sie im Frühjahr die Fläche unter der Futterstelle.
  • Wenn Sie junge Ambrosia-Pflanzen finden (siehe linkes Blatt auf dem Bild oben), reißen Sie sie mit Handschuhen mit der Wurzel vor der Blüte aus und entsorgen Sie sie über die Mülltonne.
  • Wenn Sie blühende Pflanzen ausreißen, tragen Sie Handschuhe und eine Feinstaubmaske. Werfen Sie die Pflanzen in einem Plastikbeutel in den Hausmüll. Große Pflanzen vorher zerkleinern (Spaten, Gartenschere)! Werfen Sie bitte die blühenden Pflanzen nicht auf den Kompost, weil die Pollen noch fliegen können und die Pflanze eventuell wieder anwächst.

Allergiker sollten diese Arbeiten nicht durchführen. (zitiert nach www.lgl.bayern.de)

Standortmeldungen

Informieren Sie auf jeden Fall die zuständigen Behörden, wenn Sie einen größeren Bestand von Beifuß-Ambrosien finden. Dies können Sie auf der Internetseite des Julius-Kühn-Instituts online tun. Auch auf der Internetseite www.ambrosiainfo.de gibt es ein Meldeformular.

Weitere Informationen

www.ambrosia.de

www.ambrosiainfo.de 

www.lgl.bayern.de

www.helmholtz-muenchen.de/fileadmin/FLUGS/PDF/Themen/Allergien/Ambrosia.Neu.pdf


Allgemeine Informationen zu Pollenallergenen sind in der Rubrik  "Stoffe & Auslöser" unter "Pollen" zu finden.

Autorinnen: Eva Theil, Dr. Sabine Schmidt
Aktualisierung: Judith Linnemann
Stand: November 2011

Quellen und weiterführende Literatur

www.ambrosia.de

www.ambrosiainfo.de

Allergo Journal (2007): Kongressbericht von Behrendt. H.: Ambrosia - Wie relevant ist der Neophyt? Allergo Journal 16, Oktober 2007, 472.

Ärzte Zeitung (2007): Auf der Hut vor Ambrosia-Pollen. Ärzte Zeitung 05.07.2007. www.aerztezeitung.de/. Aufgerufen im Juni 2011.

Bayrisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (2007): Ambrosia artemisiifolia als Inhalationsallergen: Krankheitsbild, Häufigkeit, Auslöser, diagnostische Maßnahmen. http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/arbeitsplatz_umwelt/biologische_umweltfaktoren/ambrosia/index.htm. Aufgerufen im November 2011.

Eben, R., Przybilla, B. und Rueff, F. (2008): Sensibilisierung gegen Ambrosia artemisiifolia (Ragweed): In Bayern nicht selten und häufig klinisch relevant. Kongressabstract des 20. Mainzer Allergie-Workshop. Allergo Journal 1 2008, 42.

GSF (Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, 2006): Die Beifuß-Ambrosie – eine zunehmende Gefahr für die Gesundheit. FLUGS-Fachinformationen.  

ÖKO-TEST (2007): Piep. piep, piep - das ist aber gar nicht lieb. Öko-Test 12, Dezember 2007, 112 - 115. 

Starfinger U. Aktionsprogramm Ambrosia. UMID 3 (2007) S. 27 Link. Aufgerufen im Juni 2011.

Weitere Infos zu diesem Thema:

 

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