Schwimmen macht Spaß und wer schon als Kleinkind schwimmen lernt, ist besser vor einem Unfall durch Ertrinken geschützt. Um Infektionen zu vermeiden, ist die Chlorung des Wassers notwendig. Hierbei entstehen Nebenprodukte, die die Schleimhäute reizen.
Beim Schwimmen und Baden tragen die Gäste viele Krankheitserreger ins Schwimmbadwasser. Auf diese Weise sammeln sich Bakterien, Viren und Pilze, die die Schwimmenden über die Haut, Nase, Ohren, Mundschleimhaut, die Harnwege und die Vaginalschleimhaut aufnehmen können. So kann es zu Pilzinfektionen, Durchfallerkrankungen und Ohrentzündungen kommen. Besonders betroffen sind hier Babys und Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.
Für Hallen- und Freibäder gelten deshalb Hygienevorschriften, deren Einhaltung die Gesundheitsämter überwachen. Diese messen regelmäßig die Konzentration von Bakterien und Chlorverbindungen.
Zur Desinfektion des Badewassers werden neben mechanischen Filtersystemen Chlor abspaltende Verbindungen eingesetzt. Diesen Vorgang nennt man Chlorung. Die Chlorung soll die eingebrachten Keime abtöten oder ihre Vermehrung verhindern.
Bei der Chlorung entstehen sogenannte Desinfektionsnebenprodukte. Die wichtigsten sind:
Chloramine entstehen, wenn Chlor mit Schweiß oder Urin im Wasser reagiert. Sie verursachen den typischen „Schwimmbadgeruch“. Kohlefilter und UV-Bestrahlung in den Wasserreinigungsanlagen der Schwimmbäder entfernen die Chloramine aus dem Schwimmwasser. Dadurch wird die Konzentration der Chloramine in der Schwimmbadluft minimiert.
Beim Menschen können Chloramine Augenbindehäute reizen. Gerötete Augen nach einem ausgiebigen Schwimmbadbesuch sind die Folgen.
Trihologenmethane entstehen als Nebenprodukt der Schwimmwasserdesinfektion mit Chlor. In der Fachliteratur sind sie als Haloforme bekannt. Das bekannteste von ihnen ist Chloroform.
Chloroform ist wasserunlöslich und geht in die Schwimmbadluft über. In Hallenbädern ist die Konzentration in der Luft wesentlich höher als im Freibad.
Chloramine und Trichlorhalogenmethane können die Atemwege reizen und Entzündungsreaktionen hervorrufen. Sehr selten führt dies bei Schwimmbadangestellten zu berufsbedingtem Asthma.
Für Asthmatiker sind regelmäßige sportliche Aktivitäten sehr wichtig. Schwimmtraining kann die körperliche Leistungsfähigkeit und das Asthma bessern.
Die Wissenschaft versucht seit langem herauszufinden, ob die Chlorung sich nachteilig für Asthmatiker auswirkt. Einige Studien deuten darauf hin, dass tägliche, über mehrere Stunden dauernde Schwimmbadbesuche das Risiko für Bronchitis, Asthma und Allergien erhöhen können. Es ist aber auch denkbar, dass Asthmatiker das Schwimmen anderen Sportarten vorziehen, weil es die Atmung etwas weniger anstrengt. Dies kann zu einer Falschinterpretation von Studienergebnissen führen.
Die meisten Untersuchungen konnten keine Nachteile für Asthmatiker zeigen. In zwei Studien zeigte sich sogar, dass regelmäßiges Schwimmen Kinder vor Asthma schützen kann.
Aufgrund der unterschiedlichen Aussagen der Studien ist es schwierig eine allgemeingültige Aussage zu treffen.
Das Umweltbundesamt (UBA) rät vom Babyschwimmen ab, wenn in den Familien der Säuglinge und Kleinkinder gehäuft Allergien und Asthma vorkommen. Die Kinderumwelt schließt sich dieser Empfehlung NICHT an. Näheres hierzu finde Sie bei unseren Tipps.
In Deutschland wird die Wasserqualität von Beckenbädern nach der DIN 19643 geregelt. Danach müssen 0,3 bis 0,6 Milligramm (mg) freies Chlor pro Liter Schwimmwasser im Schwimmbecken sein, in Whirlpools 0,7 bis 1,0mg pro Liter.
Gebundenes Chlor und Trihologenmethane dürfen je maximal 0,2 mg/l im Schwimmwasser vorkommen.
Die Chlorung von Schwimmwasser ist absolut notwendig, um das Infektionsrisiko gering zu halten. Gelegentlich auftretende Augenreizungen müssen deshalb in Kauf genommen werden. Allgemein stellen regelmäßige Schwimmbadbesuche kein gesundheitliches Risiko dar. Gegen gelegentliche Schwimmbadbesuche ist auch bei Asthmatikern nichts einzuwenden.
Autorin: Judith Linnemann
Stand: März 2011
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