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Hunde

Basisinformationen zu Allergenen finden Sie unter Auslöser "Allergene" und "Tierallergene allgemein"

In deutschen Haushalten werden Schätzungen zufolge insgesamt ca. 5 Millionen Hunde in ca. 13 % aller Haushalte gehalten.
Hunde als Haustiere können für Personen mit einer Hundeallergie zum Problem werden, da die Haare, die Hautschuppen und der Speichel von Hunden starke Allergene enthalten. Diese lassen sich im Staub von Wohnungen nachweisen (Schou 1997).

Die meisten Allergene finden sich in Haushalten, in denen Hunde gehalten werden. Die Anzahl der Hunde spielt dabei keine Rolle. Lebt der Familienhund nicht mit in der Wohnung, ist die Allergenkonzentration geringer. Am geringsten ist sie in Wohnungen, in denen keine Hundehalter leben (Nicholas et. al. 2010).

Das Hauptallergen des Hundes (Can f 1) und auch weitere mittlerweile gut untersuchte Allergene sind schwerer als Katzenallergene (Liebers 1996). Sie können deshalb nicht so lange in der Luft schweben und sich weniger stark verbreiten. Trotzdem sind sie im Staub von Fußböden und Polstermöbeln in öffentlichen Gebäuden, Schulen, Kinos, Kliniken und Bussen nachweisbar (Custovic 1996). Auch auf Autositzen wurden sie gefunden, selbst wenn in diesen Autos keine Hunde transportiert worden waren (Camargo-Sopelete 2001).

Hundeallergene werden zu großen Teilen über die Kleidung der Tierbesitzer verbreitet – wie andere Tierallergene auch (Berge 1998). Da aber in Wohnungen mit Hunden wesentlich mehr Allergene nachweisbar sind als in Wohnungen und Gebäuden ohne Hunde (In einer Untersuchung aus Schweden war die Konzentration um 2 Größenordnungen höher), halten Experten Sanierungsmaßnahmen trotzdem für sinnvoll und notwendig.

Es wird immer wieder beobachtet, dass Hundeallergiker auf den Kontakt mit unterschiedlichen Rassen mit unterschiedlich starken Beschwerden reagieren. Grund dafür ist, dass sich die Hunde in ihrer Allergenabgabe unterscheiden. Es gibt Hinweise auf rassetypische Allergene (Moore 1980). Diese Befunde sind aber nicht unwidersprochen geblieben (Wüthrich 1985, Lindgren 1988).

Die vorliegenden Untersuchungen zu unterschiedlichen Hunderassen sprechen eher dagegen, dass es einen „allergenfreien“ Hund gibt. Alle Ergebnisse zeigen, dass die Hunde insbesondere das Hauptallergen (Can f1) abgeben, wenn auch in deutlich unterschiedlicher Menge (Blands 1977, Ramadour 2005). Dabei sind die Unterschiede nicht von der Haarlänge abhängig sondern neben der Rasse, vom Geschlecht des Tiers und von der Abgabe der fettenden Hautsekrete. In der Untersuchung von Ramadour war es der Labrador mit der geringsten Allergenabgabe. Trotzdem fanden sich auch unter den Hunden dieser Rasse sehr deutliche Schwankungen in der abgegebenen Allergenmenge. Die in der Untersuchung einbezogenen Pudel, denen wegen des wolligeren Unterfells eine eher geringere Allergenabgabe nachgesagt wird, gaben im Mittel mehr Allergene ab als der Labrador.

Zur Vorbeugung von Allergien empfehlen viele Fachleute eine Allergenkarenz und damit verbunden eine Vermeidung von Haustieren, zumindest bei Kindern mit erhöhtem Risiko. Diese Empfehlung ist jedoch umstritten, denn die Ergebnisse neuerer Studien (z.B. Lombardi et. al 2010) zeigen teilweise sogar eine schützende Wirkung von Haustieren in Bezug auf eine späteren Sensibilisierung oder Allergie. Insgesamt sind die Ergebnisse vorhandener Studien sehr widersprüchlich.

Trotz vieler unbeantworteter Fragen können Empfehlungen zu dem Umgang mit Hunden gegeben werden:

Kinder und Erwachsene mit bestehender Hundeallergie sollten den Kontakt zu Hunden meiden.

Weder die Haltung von Haustieren (insbesondere bei Kindern, deren Eltern Allergiker sind), noch das Vermeiden von Haustieren (insbesondere bei Kindern ohne erhöhtes Risiko) wirkt vorbeugend gegen eine Haustierallergie. Eine Hundehaltung scheint keinen Einfluss auf eine spätere Allergieentwicklung zu haben.

Autor: Dr. Sabine Schmidt, Eva Theil, J. Linnemann

Stand: September 2010

Nächste Aktualisierung: September 2011

Quellen und weiterführende Literatur

Berge, M.; Munir, A.; Dreborg, S.: Concentrations of cat (Fel d 1), dog (Can f 1) and mite (Der f 1 and Der p 1) allergens in the clothing and school environment. Pediatric Allergy and Immunol 1998; 9 (1): 25-30.

Blands, J.; Lowenstein, H.; Weeke, B.: Characterization of extract of dog hair and dandruff from six different dog breeds by quantitative immunoelectrophoresis. Identification of allergens by crossed radioimmunoelectrophoresis (CRIE). Acta Allergol 1977; 32 (3): 147-169.

Camargo-Sopelete, M.; Chapman, M. D.; Taketomi, E. A.: Inhalant allergen exposure in Brazilian automobile vehicles. Journal of Allergy and Clinical Immunology 2001; 107: 28.

Custovic, A.; Green, R.; Smith, A.; Chapman, M. D.; Woodcock, A. : Domestic allergens in public places II: dog (Can f 1) and cockroach (Bla g 2) allergens in dust and mite, cat, dog and cockroach allergens in the air in public places. Clin. Exp. Allergy 1996; 26: 1246-1252.

Heinrich, J.: Allergien und Haustierhaltung. Umweltmedizin in Forschung und Praxis 12 (1), 9-20 (2007).

Liebers, V.; Sander, I., Kampen van, V.; Baur, X.: Overview on dominated allergens. Clin. Exp. Allergy 1996; 26: 494-516.

Lindgren, S.; Belin, L.; Dreborg, S.; Einarsson, R.; Pahlman, I.: Breed-specific dog-dandruff allergens. J Allergy Clin Immunol 1988; 82 (2):196-204.

Lombardi E, Simoni M, La Grutta S, Viegi G, Bisanti L, Chellini E, Dell'Orco V, Migliore E, Petronio MG, Pistelli R, Rusconi F, Sestini P, Forastiere F, Galassi C: Effects of pet exposure in the first year of life on respiratory and allergic symptoms in 7-yr-old children. The SIDRIA-2 study. In: Pediatr Allergy Immunol. 2010 Mar;21(2 Pt 1):268-76.

Moore BS, Hyde JS.: Breed-specific dog hypersensitivity in humans. J Allergy Clin Immunol. 1980 Sep;66(3):198-203.

Nicholas C, Wegienka G, Havstad S, Zoratti E, Ownby D, Johnson CC.: Dog characteristics and allergen levels in the home. In: Ann Allergy Asthma Immunol. 2010 Sep;105(3):228-233.

Ramadour M, Guetat M, Guetat J, El Biaze M, Magnan A, Vervloet D.: Dog factor differences in Can f 1 allergen production. Allergy. 2005 Aug;60(8):1060-4.

Schou, C.: Animal Allergens. In: Allergy and Allergic Diseases. Kay, A. B. (Hrsg.) Band 2, Kapitel 53, Seiten 900-908 Blackwell Science Oxford 1997.

Wuthrich B, Guerin B, Hewitt BE.: Cross-allergenicity between extracts of hair from different dog breeds and cat fur. Clin Allergy. 1985 Mar;15(2):87-93. 

Weitere Infos zu diesem Thema:

 

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