Basisinformationen zu Allergenen finden Sie unter Auslöser "Allergene" und "Tierallergene allgemein"
In mehr als 16% aller deutschen Haushalte leben insgesamt 8,2 Millionen Katzen. Ihr Speichel und ihre Hautschüppchen können sehr leicht eine Allergie auslösen. Damit sind sie die wichtigsten Innenraumallergene nach denen der Hausstaubmilben.
Das Hauptallergen der Katze nennen Fachleute Fel d1. Am meisten befindet es sich im Speichel der Katze. Durch das Lecken verteilt sie das Allergen über das gesamte Fell. Außerdem hat man das Allergen auch in den Talgdrüsen, den Hautzellen und im
BlutserumFlüssiger Teil des Blutes nach abgeschlossener Blutgerinnung der Katze gefunden (Dabrowski 1990). Neben dem Hauptallergen gibt es noch 18 weitere Katzenallergene.
Katzen geben, abhängig von Rasse und Geschlecht, unterschiedliche Mengen an Katzenallergen ab. Das mag der Grund dafür sein, dass Katzenallergiker nicht bei jeder Katze gleich stark reagieren. Allerdings geben alle Katzen Fel d1 in die Umgebungsluft ab (Jalil-Colome 1996). Daher sind Kurzhaarrassen oder gar haarlose Katzen nicht frei von Allergenen. Da Fel d1 ist sehr klein, leicht und hat die Eigenschaft, sehr lange schwebfähig zu bleiben.
Katzenallergene setzen sich auch an Wänden und Möbeln fest (Custovic 1997). Sie sind auch noch Jahre nach der Abschaffung der Katze in einer Wohnung nachweisbar. Mit der Kleidung werden sie von Katzen- und Hundebesitzern aus dem Haus getragen und verbreitet (D`Amato 1997). Dies hat zur Folge, dass Katzenallergene nicht nur in den Wohnungen ihrer Besitzer, sondern auch im Staub von Schulen, Kinos, Bussen und Häusern ohne Tiere nachgewiesen werden können (Custovic 1996).
Die Menge der zum Beispiel in Schulen nachgewiesenen Katzenallergene reicht aus, um bei Schülern mit Katzenallergie Symptome auszulösen (Ritz 2002). Daher sollte bei allergischen Beschwerden auch dann auf Katzenallergene getestet werden, wenn es keinen Katzenkontakt gab.
Zur Vorbeugung von Katzenallergien empfehlen viele Fachleute eine Allergenkarenz und damit verbunden eine Vermeidung von Katzen, wenigstens bei Kindern mit erhöhtem Risiko (Ahlbom et. al 1998). Diese Empfehlung ist jedoch umstritten, denn die Ergebnisse anderer Arbeiten zeigen teilweise sogar eine schützende Wirkung von Haustieren in Bezug auf eine späteren Sensibilisierung oder Allergie (Platts-Mills 2001). Insgesamt sind die Ergebnisse vorhandener Studien sehr widersprüchlich. Die Leitlinie zur Allergieprävention empfiehlt für Risikopatienten von einer Katzenhaltung abzusehen. Für Menschen, die kein erhöhtes Allergierisiko haben, ist das Zusammenleben mit einer Katze unkritisch.
Sanierung: Bei einer festgestellten Katzenhaarallergie steht die Vermeidung des Kontakts mit dem Tier vor allen anderen Aktionen im Vordergrund. Die einzige nachhaltige Maßnahme ist die Katze aus dem Haus zu entfernen. Denn Wohnungen, in denen Katzen gehalten werden, haben etwa 400-600fach höhere Konzentrationen von Katzenallergenen als Wohnungen ohne Katzen, wobei die Konzentrationen sehr schwanken.
Auch indirekte Kontakte mit Katzen gilt es zu vermeiden. Betroffene Kinder sollten sich einen Sitznachbarn in der Schule suchen, der keine Katze zu Hause hat. Wenn Familienmitglieder eine Katze besucht haben, sollten sie sich umziehen, bevor sie mit dem Allergiker zusammenkommen.
Für weniger empfindliche Allergiker mag es ausreichen, wenn die Katze nach draußen verbannt wird. Spielen andere Familienmitglieder mit der Katze, so bringen sie mit ihrer Kleidung die Allergene wieder mit in die Wohnung. Auch hier ist ein Kleidungswechsel umziehen Pflicht.
Manche Experten empfehlen die Katze regelmäßig zu waschen (Heutelbeck 2005). Da die Hauptallergenquelle aber der Speichel ist, ist die Maßnahme wenig sinnvoll (Fischer 2010).
Textilien stellen ein wichtiges Depot der Allergen dar. Dies gilt insbesondere für Matratzen und Polstermöbel. Daher kann es nach Abschaffung der Katze sinnvoll sein die Einrichtung gegen Lederpolster oder abwaschbare Polsterbezüge einzutauschen. Eventuell kann auch ein allergendichter Matratzenbezug Encasing sinnvoll sein (Heutelbeck 2005).
Zur Behandlung steht auch eine Hyposensibilisierung zur Verfügung. Allerdings ist diese, im Vergleich zur Therapie mit anderen Allergenen, mit starken Nebenwirkungen verbunden (Bublak, 2011)
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