Kupfer ist ein essentielles Spurenelement; es ist unentbehrlicher Bestandteil vieler Enzymsysteme. Dementsprechend kann nicht Kupfer an sich, sondern nur zu viel Kupfer schädlich sein. Die Dosis macht das Gift.
Chronische Kupfervergiftungen sind selten. Am häufigsten beruhen sie auf einer Stoffwechselkrankheit, der Wilson'schen Krankheit, der ein Mangel am Transportprotein Coeruloplasmin zugrunde liegt. Als schon klassische Krankheit durch äußere Kupferbelastung kann die Indian Childhood Cirrhosis (ICC, frühkindliche Leberzirrhose) angesehen werden. Das Kochen von Milch und Milchprodukten in Kupfer- oder Messingkesseln setzt große Mengen an Kupfer frei, was in Indien bei vielen hundert Kindern zu tödlicher, kupferbedingter
Leberzirrhosechronisch vernarbende, schrumpfende Lebererkrankung geführt hat.
Ganz so einfach ist die Entstehung allerdings nicht. Viele Kinder in Indien sind nämlich betroffen gewesen, die voll gestillt waren, und unter den erkrankten Kindern hatte ein Drittel der Patienten einen angeborenen Mangel eines speziellen Eiweißes. Bei einer anderen großen Gruppe von Kindern mit früh einsetzender
Leberzirrhosechronisch vernarbende, schrumpfende Lebererkrankung wird Kupfer eine wichtige Rolle gespielt haben. In einer bestimmten Tiroler Gegend sind zwischen 1900 und 1974 138 Todesfälle aufgrund einer frühkindlichen
Leberzirrhosechronisch vernarbende, schrumpfende Lebererkrankung registriert worden. Diese Krankheit ist verschwunden, seitdem die kupferhaltigen Kochgefäße aus dem Gebrauch gekommen sind. Allerdings kann es auch hier nicht das Kupfer alleine gewesen sein, denn ähnliche Gefäße wird es vielerorts in Österreich gegeben haben, ohne dass daraus andernorts Zirrhosen resultiert wären.
Außerhalb von Indien und Tirol sind nur vereinzelte Fälle von kupferinduzierter Zirrhose beschrieben worden. Sofern die Herkunft des Kupfers identifiziert worden ist, hat es immer aus den kupfernen Wasser-Zuleitungsrohren gestammt, und stets hat es sich um saures Wasser (also nicht von Trinkwasserqualität) aus Eigenversorgung gehandelt. Solche Fälle sind auch in Deutschland beobachtet worden. Augenmerk wurde in erster Linie auf Hausbrunnen mit saurem weichem Wasser in Verbindung mit Kupferleitungen gelegt. Daneben kommen kupferhaltige Wasserleitungen in Warmwasserboilern etc. in Betracht.
Das Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene des Umweltbundesamtes hat in einer Studie versucht zu ermitteln, wie häufig Leberzirrhosen im frühen Kindesalter sind, und wie häufig sie mit einer Kupferbelastung in Zusammenhang gebracht werden können. Anfragen an Kinderkliniken zu Fällen frühkindlicher
Leberzirrhosechronisch vernarbende, schrumpfende Lebererkrankung ergaben, dass vielfach andere Ursachen als der Kupfergehalt des Wassers in Frage kamen, beispielsweise Gallengangsanomalien oder Stoffwechselstörungen. Bei einigen wenigen Kindern bestand ein begründeter, aber nicht endgültig belegter Verdacht auf eine trinkwasserbedingte Leberzirrhose. In keinem dieser Fälle ist Wasser aus dem öffentlichen Trinkwassernetz verwendet worden.
Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist Kupfer allein nicht für die trinkwasserbedingte frühkindliche
Leberzirrhosechronisch vernarbende, schrumpfende Lebererkrankung verantwortlich. Kupfer kann beim Zusammentreffen dreier Risikofaktoren für Säuglinge gefährlich werden:
Generell sind folgende Empfehlungen zur Zubereitung von Säuglingsnahrung ratsam:
Für Kupfer im Trinkwasser gilt ein Grenzwert in Höhe von zwei Milligramm Kupfer pro Liter.
In der Trinkwasserverordnung (gültig ab 01.01.2003, derzeit gültige Fassung vom 3.5.2011) ist klar gestellt worden, wo dieser Wert überwacht werden muss: nämlich am Zapfhahn. Die Einhaltung des Wertes wird an Hand einer für die durchschnittliche wöchentliche Wasseraufnahme repräsentativen Probe überprüft. In neu verlegten Kupferrohren kann - bis zur Ausbildung einer Schutzschicht - die Kupferkonzentration diesen Wert übersteigen. Wer sich bezüglich der Kupferkonzentration in seinem Trinkwasser unsicher ist, kann diese in einer zugelassenen Trinkwasseruntersuchungsstelle messen lassen.
Die Adressen der Untersuchungsstellen können beim Gesundheitsamt erfragt werden. Die Kosten für eine solche Untersuchung betragen ca. 40 - 60 Euro. Weitere praktische Informationen und Verhaltensempfehlungen enthält ein Faltblatt des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein (Sachstand des Faltblattes: Mai 2005).
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