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Mikrowelle

Die von einem Mikrowellengerät abgegebene Strahlung besitzt eine GlossarFrequenzPerioden oder Schwingungen pro Sekunde (Maßeinheit: Hertz (Hz)) von 2.450 Megahertz. Sie erhitzt in erster Linie den Wasseranteil des Gargutes, daneben aber auch Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette.

Aus zwei Gründen wurde und wird gelegentlich auch heute noch die Mikrowellennutzung im Haushalt kritisch gesehen. Zum einen geht es um Veränderungen im Nährstoffgehalt der Nahrung unter Mikrowelleneinfluss und zum anderen um die von Mikrowellen abgegebene Leckstrahlung.

Bisher wenig beachtet wurde die Frage, ob Bestandteile der Verpackung (z.b. von Tiefkühlkost) oder des Kochgeschirrs beim Erhitzen  in der Mikrowelle auf die Nahrung übergehen können. 

Nahrung

In der Mikrowelle werden Lebensmittel im allgemeinen schonender gegart als im Kochtopf. Wie beim klassischen Garen kommt es auch in der Mikrowelle zu Nährstoffveränderungen, nur betreffen sie andere Nährstoffe. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat mehrere hundert Forschungsarbeiten zu diesem Thema gesichtet und bewertet (siehe BfS 1998):

"Es zeigt sich, dass der gegenüber herkömmlichen Methoden unterschiedliche Zeit- und Temperaturverlauf bei der Mikrowellenbehandlung spezifische Wirkungen auf Lebensmittel ausübt. Werden die speziellen Garvorschriften für Mikrowellenherde nicht beachtet, so kann es durch Überhitzen oder durch eine nicht ausreichende Erwärmung zu einer gesundheitlich bedenklichen Veränderung der Lebensmittel kommen. Bei Einhaltung der Garvorschriften zeigt sich jedoch, dass die Nährwertveränderungen denen bei konventioneller Erwärmung entsprechen. Dies bedeutet, dass die Mikrowellenbehandlung von Lebensmitteln auf keinen Fall schädlicher ist als konventionelle Zubereitungsverfahren."

Eine aktuelle Recherche der Autoren in der medizinischen Fachliteratur hat ergeben, dass zu diesem Thema seit 1998 keine wesentlichen neuen Erkenntnisse gewonnen wurden. Im Newsletter 2/2004 der Forschungsgemeinschaft Funk (FGF) geht der Beitrag von R. Reichardt ("Ist Essen aus der Mikrowelle ungesund") ausführlich auf dieses Thema ein, allerdings enthält  er einige  biochemische Ungenauigkeiten.

In Bezug auf die Keimabtötung unterscheidet sich die Mikrowelle nicht von anderen Erhitzungsverfahren, sofern Garzeit und Gartemperatur übereinstimmen. Zu beachten ist, dass das Gargut in der Mikrowelle nicht gleichmäßig heiß wird. Insbesondere bei der Erwärmung von Babynahrung und Babymilch muss daher gründlich umgerührt und geschüttelt werden. Allerdings rät das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund davon ab, tiefgekühlte Muttermilch in der Mikrowelle aufzutauen und zu erwärmen, "da hierbei die Erwärmung nicht gleichmäßig erfolge und wertvolle Bestandteile der Muttermilch zerstört werden können, wenn die Temperatur stellenweise 55 ° C übersteigt".

Leckstrahlung

Ökotest hat mehrfach die von Mikrowellengeräten ausgehende Leckstrahlung untersucht, letztmalig im Jahr 1996. Bei keinem der getesteten 11 Geräte überstieg die Leckstrahlung die nach der offiziellen Mikrowellennorm gültige GlossarLeistungsflussdichtedie Leistung, die durch ein zur Ausbreitungsrichtung senkrechtes Flächenelement hindurchtritt, dividiert durch das Flächenelement; Maßeinheit: Watt pro Quadratmeter von 5 mW/cm2 in 5 cm Abstand. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz informiert über Leckstrahlung aus Mikrowellengeräten (BfS 1998). Bei technisch einwandfreien Geräten besteht keine Gefahr, auch nicht für Schwangere und Kleinkinder.

Die derzeit neueste Untersuchung (März 2004) der Stiftung Warentest zum Strahlenaustritt an aktuellen Mikrowellengeräten mit Grillfunktion und an teilweise bis zu 19 Jahre alten Altgeräten zeigt, dass die Emissionsnorm sicher eingehalten wird (Stiftung Warentest 2004).

Personenrisiko

Herzschrittmacher-Patienten sollten, um sicherzugehen, Mikrowellengeräte nur aus entsprechendem Sicherheitsabstand (> 30 Zentimeter) bedienen.

Sinnvolle Maßnahmen

  • Wer sich nicht unnötig unmittelbar vor dem Fenster der Mikrowelle aufhält, ist "auf der sicheren Seite".
  • Daneben ist es insbesondere bei älteren Geräten sinnvoll, den Schließmechanismus zu kontrollieren und sich genau an die Bedienungsanleitung zu halten.
  • Nahrungsmittel sollten  in hitzebeständigem Glas  erwärmt werden, um einen möglichen Übergang von Stoffen aus der Verpackung oder dem Kochgeschirr (z.B. Weichmacher) zu  vermeiden.
  • Gelegentliches Umrühren / Schütteln ist für eine gleichmäßige Wärmeverteilung wichtig. Dies gilt insbesondere für das Erwärmen von Babynahrung in der Flasche (Handrückenprobe vor dem Füttern! Ein Flaschenwärmer ist gegenüber der Mikrowelle die bessere Lösung).

Autoren: Dr. M. Otto, Prof. K. E. von Mühlendahl

Stand: März 2011

Nächste Aktualisierung: März 2011

Quellen und weiterführende Literatur

Bundesamt für Strahlenschutz (2010): www.bfs.de/de/elektro/faq/faq_andere_quellen.html/#6
(zuletzt aufgerufen im März 2011)

Forschungsinstitut für Kinderernährung (Dortmund): https://www.fke-shop.de/index.php

R. Reichardt : Ist Essen aus der Mikrowelle ungesund ? Newsletter 2/2004 der Forschungsgemeinschaft Funk: S. 47 ff. (zuletzt aufgerufen im März 2011)

Ökotest (1996): Mikrowellengeräte - Strahlen hinter Gittern. Ökotest 4/96; 75-81

Stiftung Warentest: Doppelt grillt besser. Test 2004; 3: 72 - 73.

Weitere Infos zu diesem Thema: