Salmonellen gehören zu den Bakterien und kommen weltweit u.a. in Geflügel, Schweinen, Rindern, aber auch Reptilien vor.
In Deutschland sind durch Salmonellen verursachte Erkrankungen (Salmonellosen) meldepflichtig, da sie ansteckend sind. Betroffene Kinder müssen unter bestimmten Umständen der Gemeinschaftseinrichtung fernbleiben, zudem dürfen Angestellte, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, während einer Infektion ihrer Arbeit nicht nachgehen. Genaueres hierzu steht im Infektionsschutzgesetz unter §31, §34, §42 und §43.
Insgesamt ist die Zahl der Salmonellose-Erkrankten seit 1992 rückläufig. Dennoch werden jährlich mehr als 50.000 Salmonelleninfektionen gemeldet und die Dunkelziffer ist hoch. Die Salmonellose ist damit die zweithäufigste Lebensmittelvergiftung nach den Campylobakter-Infektionen.
Durch den Verzehr, aber selbst durch Berührung infizierter Lebensmittel können die Erreger übertragen werden und andere Lebensmittel, Gegenstände oder evtl. Personen kontaminieren. Infizierte Lebensmittel sind dabei zumeist tierische Produkte, allen voran Geflügel, Eier, Wild- und Schweinefleisch. Nach Aussagen des BfR ist jede sechste Masthähnchenherde in Deutschland infiziert, sowie jeder dritte große Legehennenbetrieb.
Die Salmonellen sind auf den Eierschalen und manchmal auch im Eigelb zu finden.
Besonders Produkte mit rohem Ei (Mayonnaise, Eischaum etc.) und nicht richtig durchgegartes Fleisch von infizierten Tieren, sowie zu warm gelagerte Lebensmittel stellen eine Gefahr dar.
Durch Unsauberkeit bei der Lebensmittelzubereitung, sei es zu Hause, in Großküchen oder in Fabriken, können die Erreger auch auf andere Lebensmittel übergehen, die mit dem infizierten Fleisch oder Ei in Berührung kommen. Besonders häufig geschieht dies beim unvorsichtigen Umgang mit dem Auftauwasser von Geflügel, in dem sich besonders viele Bakterien befinden.
Menschen können sich auch direkt untereinander anstecken, denn die Ausscheidungen infizierter Menschen enthalten eine Vielzahl von Erregern. Diese können auch aufgrund von mangelnder Hygiene über die Hände übertragen werden.
Unter mehr als 2.000 Salmonella-Erregern lösen nur wenige von ihnen lebensmittelbedingte Krankheiten aus. Im Vordergrund stehen dabei die Enteritis- und die Typhus/Paratyphus-Salmonellen.
Typhus- und Paratyphus-Salmonellen verursachen schwere Erkrankungen und kommen nur beim Menschen vor. Der vorliegende Artikel bezieht sich hauptsächlich auf die wesentlich häufiger vorkommenden Enteritis-Salmonellen.
Diese verursachen beim Menschen Durchfallerkrankungen, häufig von Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber begleitet, die bei gesunden Menschen nach wenigen Stunden oder Tagen meist von allein wieder verschwinden. Allerdings können bei Kindern, Älteren und Menschen mit geschwächtem
Immunsystemhochentwickeltes Abwehrsystem, das vor schädlichen Mikroorganismen der Außenwelt, aber auch vor abnormen Zellen des eigenen Körpers schützt schwere Erkrankungen aus einer Infektion mit diesem Erreger hervorgehen. Menschen und Tiere können sich untereinander mit dem Erreger der Enteritis-Salmonellose anstecken. Die Keimausscheidung dauert ca. 3-6 Wochen an. Salmonellose kann in Einzelfällen auftreten, betrifft jedoch oft ganze Familien oder Einrichtungen, wenn alle Personen der gleichen Erregerquelle ausgesetzt sind.
Handelt es sich um eine Enteritis-Salmonellose, wird meist kein Antibiotikum verordnet, sondern nur dafür gesorgt, dass Flüssigkeit und Elektrolyte ersetzt werden. Bei kleinen Kindern oder Menschen mit einer schweren Grunderkrankung (z.B. Leukämie, Aids) ist hingegen ist eine antibiotische Therapie meist angezeigt. Eine Typhus-Salmonellose bedarf ebenfalls einer antibiotischen Behandlung.
Autorin: Eva Theil
Stand: März 2008
Nächste Aktualisierung:März 2009
Bundesinstitut für Risikobewertung (2008): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Ostereiern. http://www.bfr.bund.de/cm/276/ausgewaehlte_fragen_und_antworten_zu_ostereiern.pdf
Bundesinstitut für Risikobewertung (2007): Masthähnchen sind häufig mit Salmonellen infiziert. Pressemitteilung.
http://www.bfr.bund.de/cms5w/sixcms/detail.php/8695
Bundesinstitut für Risikobewertung (2007): Damit die Weihnachtsplätzchen nicht auf den Magen schlagen - Tipps zur Vermeidung von Salmonelleninfektionen. Pressemitteilung vom 17.12.2007. http://www.bfr.bund.de/cd/10528
Bundesinstitut für Risikobewertung (2006): Krankmachende Salmonellen in knapp 30 Prozent der großen Legehennenbetriebe nachgewiesen. http://www.bfr.bund.de/cms5w/sixcms/detail.php/7992
Bundesinstitut für Risikobewertung (2006): Ausgewählte Fragen und Antworten zum hygienischen Umgang mit Geflügelfleisch. http://www.bfr.bund.de/cd/7245
Infektionsschutzgesetz. Im Internet unter http://norm.bverwg.de/jur.php?ifsg#31
Robert Koch-Institut (2007): Informationen zur Salmonellose.
http://www.rki.de/