Wer von einer Hausstaubmilbenallergie betroffen ist, dem bietet sich eine Fülle von Möglichkeiten, den Wohn- und Schlafbereich allergikergerecht zu gestalten. Manche umworbene Produkte machen durchaus Sinn für den Betroffenen, andere weniger.
Nach der Diagnose Hausstaubmilbenallergie sollte auf jeden Fall zuerst die Matratze mit einem
Encasingallergendichter Matratzenüberzug umhüllt werden. In ihr finden sich die meisten Allergene. Im nächsten Schritt sollte man sich der Bettdecke und den Kopfkissen widmen. Erst danach ist der restliche Schlafraum und noch nachrangiger der restliche Wohnraum von Belang.
Nachfolgend finden Sie eine alphabetische Auflistung möglicher Maßnahmen zur Sanierung bei einer Hausstaubmilbenallergie. Falls Ihnen noch weitere Maßnahmen oder Produkte in der Werbung auffallen, die hier nicht aufgelistet sind, können Sie sich gerne an uns wenden: Kontakt.
Keines der auf dem Markt befindlichen Antimilbenmittel hat bisher den wissenschaftlichen Nachweis erbracht, dass es Allergikern Erleichterung verschafft. Dies gilt sowohl für solche mit Benzylbenzoat als auch diejenigen mit Neemöl oder anderen ätherischen Ölen. Der Grund hierfür liegt im Kot der Milben; er enthält die Allergene. Auch wenn die Hausstaubmilben abgetötet werden, so bleib der Kot dennoch zurück. Nach einer Behandlung mit einem Antimilbenmittel wandern sehr bald neue Hausstaubmilben ein, die Kot und damit die Allergene ausscheiden.
Allergiker sollten ihr Kopfkissen und das Oberbett alle drei bis sechs Monate bei mindestens 60°C für wenigstens 40 Minuten waschen. Alternativ können die Betroffenen auf spezielle Milbenschutzbezüge, sogenannte Encasings, zurückgreifen. Hauptartikel.
Heißes Waschen bei mindestens 60°C ist effektiver als eine chemische Reinigung.
Neue, waschbare Daunenkissen sind für Hausstaubmilbenallergiker besser geeignet als sogenannte Allergikerkopfkissen. Allergikerkopfkissen bestehen aus synthetischen Materialien, weisen eine größere Oberfläche auf und ziehen durch ihre erhöhte elektrostatische Aufladung mehr Allergene aus der Umgebung an. Ältere Daunenkissen und -decken, die nicht waschbar sind, können mit einem
Encasingallergendichter Matratzenüberzug umhüllt werden. Hauptartikel.
Ein
Encasingallergendichter Matratzenüberzug ist ein allergendichter Bezug, der die Bettmatratze vollkommen einhüllt und den Schläfer vor den Allergenen schützt. Zusätzlich verhindert er, dass Hautschuppen des Menschen zu den Milben gelangen. Die feinen Schuppen bilden die Nahrungsgrundlage der Hausstaubmilben. Ein
Encasingallergendichter Matratzenüberzug für die Bettenmatratze ist der erste und wichtigste Schritt in der Sanierung bei einer Hausstaubmilbenallergie. Hauptartikel.
Hausstaubmilben beziehen ihren Flüssigkeitsbedarf ausschließlich über die Umgebungsluft. Zahlreiche Studien belegen, dass die relative Luftfeuchte mit der Größe der Milbenpopulation zusammenhängt. Um das Milbenwachstum zu begrenzen, sollte die relative Luftfeuchte 65% nicht übersteigen. Richtiges Lüften und Heizen schaffen Abhilfe.
Gardinen sind Staubfänger, bieten für Milben aber wenig Nahrung. Wer nicht auf Gardinen verzichten mag, muss sie regelmäßig waschen.
Eine Kissenschlacht kann zu einer deutlichen Verschlechterung der Symptome führen. Daher sollten Hausstaubmilbenallergiker dieses Spiel lassen.
Kleine Patienten mit einer Hausstaubmilbenallergie müssen nicht auf ihre tierischen Bettgenossen aus Stoff verzichten. Mit einigen Maßnahmen kann man die Allergenmenge in den Stofftieren gering halten:
Luftreiniger können zwar Allergene aus der Raumluft filtern, allerdings sind die Allergene der Hausstaubmilben nicht schwebend. Sie bleiben nicht lange im Luftraum und setzten sich schnell wieder ab. Aber auch für Allergiker, die auf andere, schwebende Allergene reagieren, wurden in vielen Studien keine positiven Effekte nachgewiesen. Hauptartikel.
Eine relative Luftfeuchte zwischen 33% und 55% ist für Hausstaubmilbenallergiker wichtig. Richtiges Heizen und Lüften hilft, eine zu hohe Luftfeuchtigkeit zu senken. Hauptartikel.
Die höchsten Milbenallergenkonzentrationen sind in Bettmatratzen zu finden. Hier ist der Schläfer auch am meisten den Allergenen ausgesetzt, da sich der Schlafende in unmittelbarer Nähe der Matratzenoberfläche befindet. Außerdem erzeugt der Allergiker durch seine Bewegungen im Schlaf automatisch einen Allergennebel, den er inhaliert. Ein allergendichter Matratzenbezug (Encasing) schützt den Allergiker von den Allergenen. Hauptartikel.
Theoretisch könnte eine Absenkung der Zimmertemperatur auf unter 20°C das Milbenwachstum hemmen. Allerdings steigt bei kälterer Luft die relative Luftfeuchte, was ein Risiko für Schimmelbildung darstellt. Zudem ist fraglich, ob diese Maßnahme zu einer bedeutsamen Milbenreduzierung führen kann. Insbesondere in der Matratze des Bettes führt das dort herrschende Mikroklima durch Abgabe von Wärme und Feuchtigkeit des Schläfers zu einem Milbenwachstum.
Wenn möglich, sollten Allergiker Teppiche gegen Fliesen, Laminat oder Parkett tauschen lassen. Sie lassen sich feucht wischen und bieten den Hausstaubmilben keinen Lebensraum. Verzichten Sie auf zusätzliche Läufer. Weitere Informationen zum Fußbodenbelag finden Sie in diesem Artikel: http://www.allum.de/sanierung/fussbodenbelag-langfassung.html.
In Mitteleuropa finden sich in Hochgebirgslagen über 1500 Meter deutlich weniger Hausstaubmilben. Das liegt weniger an der Höhe als an der Luftfeuchtigkeit, die im Gebirge allgemein niedriger ist. In tropischen Ländern mit einer hohen Luftfeuchtigkeit sind auch in 2000 Metern Höhe noch Hausstaubmilben vorhanden.Daher lohnt es sich für Hausstaubmilbenallergiker einen Urlaub in den Bergen in Betracht ziehen.
Empfehlenswert sind Textilien aus Baumwolle, die sich bei 60°C oder sogar bei 95°C waschen lassen. Für geringere Waschtemperaturen gibt es spezielle milbentötende Waschzusätze. Außerdem hilft eine Vorbehandlung in der Tiefkühltruhe oder im Trockner (siehe Abschnitt Kuscheltiere). Eine spezielle Allergiker-Waschmaschine ist nicht notwendig.
Zimmerpflanzen haben in Schlafräumen von Allergikern grundsätzlich nichts zu suchen, da sie die Luftfeuchtigkeit erhöhen und sich in ihren Töpfen leicht Schimmel ausbreiten kann.
Autorin: Judith Linnemann
Stand: November 2011
Franz, J.-T. (2004). Karenzmaßnahmen gegen Hausstaubmilben. Sinnvolle Maßnahmen zur Milben- und Milbenallergenreduktion. Allergo Journal , 13 (8), 531-40.
Lau- Schadendorf, S.; Ehnert, B.; Cremer, B.; Nasert, S.; Buettner, P.; Czarnetzki, B. M.; Wahn, U.: Häusliche Milbenallergenreduktion bei spezifisch sensibilisierten Patienten mit atopischem Ekzem. Allergo Journal 1995; 4 (8): 432-435 .
Dermis: Welche Bedeutung hat eine Hausstaubmilbenallergie bei Neurodermitis? http://neurodermitis.dermis.net/