Die höchsten Konzentrationen von Milbenallergenen sind in Matratzen zu finden. Abgestoßene Hautschuppen des Schläfers geben den Hausstaubmilben ausreichend Nahrung (jeder verliert pro Tag 1 Gramm Hautschuppen; das reicht den Milben für 6 Wochen Ernährung aus!) Außerdem finden sie dort Wärme, Feuchtigkeit und Rückzugsgebiete wenn es im Winter kälter wird.
Zusätzlich erzeugt der Schläfer durch seine Bewegungen einen aus der Matratze austretenden Allergennebel, den der Schläfer unweigerlich inhaliert.
Aus diesen Gründen ist die Sanierung des Bettes die erste und wichtigste Maßnahme zur Verringerung der Milbenallergenbelastung. Erst danach sind der restliche Schlafraum und als letztes weitere Räume der Wohnung in die Maßnahmen einzubeziehen.
Allergendichte Matratzenbezüge, sogenannte Encasings, sind die effektivste Methode, um den Schläfer vor Hausstauballergenen zu schützen. Studien belegen, dass die Allergiesymptome bei Kindern und Erwachsenen mit Asthma und bei Kindern mit Neurodermitis (atopischer Dermatitis) zurückgehen, wenn die Betroffenen ein
Encasingallergendichter Matratzenüberzug für die Matratzen benutzen. Ein
Encasingallergendichter Matratzenüberzug ist nur dann sinnvoll, wenn eine klinisch bedeutsame Sensibilisierung auf Milben nachgewiesen ist.
Encasings müssen alle drei Monate bei mindestens 60°C gewaschen werden.
Was Sie außerdem zu Encasings wissen müssen, finden Sie in diesem Artikel: Mehr Informationen finden Sie unter allergendichte Bezügen, Encasings.
Wenn die Matratzen von einem allergendichten
Encasingallergendichter Matratzenüberzug umhüllt werden, ist das Matratzenmaterial weniger bedeutsam. Allergiker sollten aber darauf achten, dass sie kein Rosshaar enthalten. Schaumstoffmatratzen führen die Feuchtigkeit relativ schlecht ab und stellen damit einen Nährboden für Schimmelpilze dar. Eine hohe Feuchtigkeit in der Matratze fördert zusätzlich das Milbenwachstum.
Neue, eingeschweißte Matratzen sind meist milbenfrei, allerdings werden sie schnell über das Bettzeug und die Kleidung besiedelt. Daher ist auch für neue Matratzen ein
Encasingallergendichter Matratzenüberzug sinnvoll.
Chemische Maßnahmen zur Verringerung der Milben (z. B. Benzylbenzoat, aber auch andere) haben keinen Effekt.
Das Bettgestell sollte die Luftzirkulation unter der Matratze erlauben, um eine gute Abfuhr der Feuchtigkeit zu ermöglichen. Das hemmt das Milbenwachstum und verhindert, dass Schimmelpilze die Matratze besiedeln.
Ein gepolstertes Bettgestell macht den Effekt des Encasings vollkommen zunichte.
Schlafsofas sind für Milbenallergiker nicht geeignet.
Kopfkissen und Oberbett sind weniger stark belastet, als Matratzen. Synthetische Materialien in sogenannten Allergikerkopfkissen ziehen durch ihre erhöhte elektrostatische Aufladung deutlich mehr Allergene an, als normale Dauenkopfkissen.
Unabhängig vom Material sollten die Kopfkissen und Oberbett regelmäßig bei 60°C gewaschen werden, um die Allergenkonzentration zu senken. Durch diese Maßnahmen ist ein
Encasingallergendichter Matratzenüberzug von Kopfkissen und Oberbett entbehrlich. Alternativ stehen spezielle Encasings zur Verfügung. Weitere Informationen dazu finden Sie in diesem Artikel: Kopfkissen und Oberbett
Am besten ist es, die Bettwäsche inklusive Laken wöchentlich zu wechseln und bei 60°C zu waschen. Milbenabtötende Substanzen (z.B. Benzylbenzoat) in der Waschmaschine helfen nicht so gut wie eine heiße Wäsche.
Für viele Kinder gehören Kuscheltiere mit ins Bett. Um sie regelmäßig von den Allergenen zu befreien, eignen sich folgende Maßnahmen:
Was noch zu beachten ist, findet sich in den Hinweisen zu Kuscheltieren.
Autorin: Dr. Sabine Schmidt, Kinderumwelt gGmbH
Aktualisierung: Judith Linnemann
Letzte Aktualisierung: Oktober 2011
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