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Einsatz pyrethroidhaltiger Schädlingsbekämpfungsmittel

Oft sind Schädlinge im Innenraum ein nach außen sichtbares Zeichen für Mängel in der baulichen Gestaltung der Wohnung und der Wohnraum- bzw. Küchenhygiene. Die Vorbeugung beginnt also damit, Lebensmittel geschützt zu lagern, Abfälle geeignet aufzubewahren und zu entsorgen und die Wohnung regelmäßig und gründlich zu reinigen. Das bedeutet konkret:

  • Lebensmittel in geeigneten Behältnissen unter Verschluß halten,
  • Speisereste und Abfälle in geschlossenen Abfalleimern unterbringen,
  • Lebensmittelvorräte regelmäßig auf Befall hin kontrollieren,
  • Küche, Vorrats- und Wohnräume regelmäßig auch in Winkeln und Ecken reinigen.
  • Türen geschlossen halten
  • Fliegengitter an Fenstern anbringen
  • Zugangswege und Brutstellen für Schädlinge mit baulichen Maßnahmen versperren
  • Insektenfallen (Lockstoff-Klebefallen usw) anbringen

Einen Überblick über Schädlingsbekämpfungsmittel (Ameisen, Blattläuse, Lebensmittelmotten, Fliegen, Fruchtfliegen, Küchenschaben, Silberfischchen, Schnecken usw) und alternative Verfahren (Klebefalle, Lockfalle / Pheromone, Duftbeutel und Duftdispenser) gibt die Zs. "Öko-Test" in der Maiausgabe 2009 (Link).

Auch nach Ausschöpfung aller genannten Möglichkeiten kann der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln - auch unter dem Aspekt der Seuchenabwehr – gelegentlich unabwendbar sein. Dann sollte die Behandlung ausschließlich von Fachleuten vorgenommen werden (Sachkundenachweis!). Zudem sollten entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, um die GlossarKontaminationdie Verunreinigung von Räumen, Gegenständen, Lebensmitteln, Boden, Luft und Wasser u. a. durch Mikroorganismen, Giftstoffe oder radioaktive Substanzen von Lebensmitteln, Textilien, Vorhängen, Teppichen, Möbeln und Kosmetika zu vermeiden. Fachleute sind in der Lage, der Resistenzentwicklung bei den Schädlingen durch die Auswahl geeigneter Mittel vorzubeugen. Durch entsprechende Ausbringungstechniken (Spot- und Barriereverfahren) können sie außerdem die Gesamtbelastung so gering wie möglich halten. Nichtfachleute sollten Langzeitpyrethroide im Innenraum generell nicht selbst anwenden.

Autoren: Dr. M. Otto Prof. K. E. von Mühlendahl

Stand: Mai 2011

Nächste Aktualisierung: Mai 2012

Quellen und weiterführende Literatur

Anonym (1997): Pyrethroide in Innenräumen - Forschungsvorhaben hat Erkenntnisse zur Innenraumbelastung erbracht - Umwelt 5/1997: 212 Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) www.bfr.bund.de/cd/237 (zuletzt aufgerufen im Juni 2011)

BfR (1995) Pyrethroide - Basisinformation www.bfr.bund.de

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) & Industrieverband Agrar e.V. (IVA) Hrsg. (2001): Pyrethroidexposition in Innenräumen. Die Belastung des Menschen durch Pyrethroide (Insektenvernichtungsmittel) in Wohn- und Arbeitsräumen.

Katz TM, Miller JH, Hebert AA. (2008) Insect repellents: historical perspectives and new developments. J Am Acad Dermatol. 2008 Band 58 S. 865-71

Katsuda Y. (2011): Progress and Future of Pyrethroids.Top Curr Chem. 2011 Nov 3.

Öko-Test: Kille Kille (Zs. Öko-Test, Heft 05 (2009) S. 120 - 137)

Studienergebnisse Mersch-Sundermann, V. (1999): Insektizide. In: Umweltmedizin, Hrsg. V. Mersch-Sundermann, Georg Thieme Verlag Stuttgart, S. 248 ff

Stiftung Warentest (2002): Wohnen ohne Gift: sanieren, renovieren und einrichten. Stiftung Warentest, Berlin; S. 44 ff und S. 122 ff

Bayerisches Landesamt für Umweltschutz LfU (2005): www.lfu.bayern.de/umweltwissen/doc/uw_btb_11_schaedlingsbekaempfung_haus_garten.pdf - Gute Informationen zu einzelnen Schädlingen


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