Im Folgenden werden Empfehlungen zu Maßnahmen gegeben, die geeignet sein können, die Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern zu begrenzen. Diese Maßnahmen müssen individuell und unter Beachtung von Kosten-Nutzen-Rechnungen bedacht werden.
Das von Hochspannungsleitungen ausgehende elektrische Feld wird bereits durch Mauerwerk effektiv abgeschirmt. Das magnetische Feld lässt sich dagegen nur mit unvertretbar hohem Aufwand abschirmen. Aus Gründen der vorsorgenden Medizin erscheint es ratsam, Flächen unter Hochspannungsleitungen nicht für den Bau von Gebäuden, in denen sich Nutzer lang andauernd aufhalten (Wohnungen, aber auch Kindertagesstätten oder Schulen) zu nutzen. Änderungen bestehender Nutzungsverhältnisse werden aus heutiger Sicht jedoch nicht für nötig gehalten.
Die von elektrischen Haushaltsgeräten ausgehende elektrische Feldstärke liegt für die meisten Geräte ein bis zwei Größenordnungen unter dem Grenzwert laut 26.
BImSchVAbkürzung für Bundesimmissionsschutzverordnung und den Empfehlungen der internationalen Strahlenschutzkommission. Geräte mit starker Magnetfelderzeugung (beispielsweise Haarfön, Trockenrasierer, Dosenöffner usw.) werden in der Regel nur kurzzeitig genutzt. Die möglicherweise kurzzeitig auftretende Grenzwertüberschreitung kann toleriert werden, auch vor dem Hintergrund, dass der Grenzwert mit Sicherheitsfaktoren berechnet wurde und für eine Lebenszeitexposition gilt. Im Bereich der Hausinstallation lassen sich sinnvolle Maßnahmen benennen:
Weitere denkbare Maßnahmen beinhalten:
Netzfreischalter beseitigen das elektrische Feld nicht völlig, sondern vermindern es etwa um den Faktor 20, da eine Hilfsspannung von ca. 10 Volt weiterhin anliegt.
Wenig sinnvolle Maßnahmen:
In der Führung von psychisch labilen Personen können diese Maßnahmen allerdings hilfreich sein.
Eien ausführliche Broschüre zur Schirmung elektromagnetischer Felder, die auch Hochfrequenzfelder (Mobilfunk) einbezieht, kommt aus dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (2008) (Link).
Autoren: Dr. M. Otto Prof. K. E. von Mühlendahl
Stand: Juli 2011
Nächste Aktualisierung: Juli 2012
Bayerisches Landesamt für Umwelt (2008): Schirmung elektromagnetischer Wellen im persönlichen Umfeld. Link
Bundesamt für Strahlenschutz (1995): Elektrische und magnetische Felder im Haushalt. Strahlenthemen, 2. Auflage April 1995
Bundesamt für Strahlenschutz: Stellungnahme zu Abschirmmatten www.bfs.de/de/elektro/papiere/Stellungnahme_Abschirmmatten.html (zuletzt aufgerufen im Juli 2011)
David, E. und G. Hosemann (2001): Stress durch elektromagnetische Felder? - Sieben Fragen, 14 Antworten. Umweltmed Forsch Prax 6 (1): 9-13
David E., J. Reißenweber, A. Wojtysiak und M. Pfotenhauer (2002): Das Phänomen der Elektrosensibilität. Umweltmed Forsch Prax 7 (1); 7-16
EMF-Portal: www.emf-portal.de
Hermes, P. (1999): Wer's glaubt, wird selig. Öko-Test Heft 3/9924-31
Otto, M. und K. E. von Mühlendahl (1996): Datenblatt Elektromagnetische Felder. Kinderarzt und Umwelt. Jahrbuch 1995/96. Alete Wissenschaftlicher Dienst, München; 198-204
Ruppe, I. und E. Vogel (1999): Lösen schwache elektromagnetische Felder subjektive Symptome aus und haben diese gesundheitliche Folgen? Umweltmed Forsch Prax 4 (1): 56-57
Ralf Dieter Wölfle: EMVU-Informationsseiten