
Allgemein wird eine Luftfeuchtigkeit im Innenraum von mindestens 30% bis 55% als behaglich empfunden. In der Heizperiode kann dieser Wert absinken. Insbesondere für Patienten, die an Neurodermitis oder Asthma leiden, mag es in diesem Fall sinnvoll sein, die Raumluft mit zusätzlicher Feuchtigkeit anzureichern.
Allerdings können die meisten Menschen ohne Messgeräte nicht eindeutig die relative Luftfeuchtigkeit feststellen. Es kann daher vorkommen, dass die Luft als zu trocken empfunden wird, obwohl die Luftfeuchte mit 50% in einem als behaglich angesehenen Bereich liegt. Ursache hierfür ist oft eine vorübergehende Partikelbelastung der Luft (z.B. nach dem Staubsaugen). Richtiges Lüften schafft hier Abhilfe (siehe Animation).
In unseren Breiten ist es eher schwierig die Raumluftfeuchte auf 50% zu senken, als diese auf 50% anzuheben. Um Schimmelwachstum zu verhindern, sollte die relative Luftfeuchte 65% nicht übersteigen. In einigen Fällen kann es daher sinnvoll sein, ein Hygrometer anzuschaffen. Diese Messinstrumente sind für wenig Geld im Handel erhältlich.
Nur wenn die relative Luftfeuchtigkeit im Innenraum unter 30% sinkt und zusätzlich Beschwerden auftreten, kann die Luftfeuchte angehoben werden. Geeignete Mittel sind gezieltes Stoßlüften, das kurzzeitige Aufhängen von feuchten Handtüchern oder ähnliches und gegebenenfalls das Aufstellen von Pflanzen. Für Allergiker ist hier jedoch Vorsicht geboten. In den Blumentöpfen können sich leicht Schimmelpilze ansiedeln.
Luftbefeuchter sollte man nur sehr überlegt einsetzten. Sie müssen regelmäßig gereinigt und ausgetrocknet werden. Selbst diese Maßnahmen reichen meist nicht aus, um zu verhindern, dass der Luftbefeuchter verkeimt und Schimmelsporen sowie Bakterienkolonien im Raum verbreitet. Dies führt zu einer unnötigen Gesundheitsbelastung und verschlechtert die Lage für Allergiker.
Autorin: Dr. Sabine Schmidt, Kinderumwelt gGmbH
Aktualisierung: Judith Linnemann
Letzte Aktualisierung: November 2011
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