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Luftreinigungsgeräte in Wohnräumen

Ein wichtiger Baustein in der Allergietherapie ist, den Kontakt mit Allergenen zu vermeiden. Das gilt in besonderem Maß für Innenräume in denen Allergene von Hausstaubmilben, Tieren, Pollen und Schimmelpilzen in relevanter Menge auftreten können. Hier haben die Betroffenen die Möglichkeit, gezielt und effektiv etwas zu tun.

Die Umsetzung vieler wissenschaftlich fundierter Maßnahmen bringt aber für die Betroffenen oft Probleme. Sanierungsmaßnahmen sind zum Teil teuer, umständlich und kosten Zeit. Oder sie sind belastend, etwa, wenn sich ein Allergiker von seinem Haustier trennen soll. Das erklärt, warum viele Menschen gerne zu Hilfsmitteln greifen, die einfache Lösungen verheißen. Dazu gehören unter anderem Luftreinigungsgeräte. Die Hersteller solcher Geräte versprechen eine Reinigung der Luft von Allergenen und anderen Stoffen. Die Frage ist allerdings, inwieweit Luftreinigungsgeräte in der Lage sind, Luft getragene Allergene wirklich zu binden und Krankheitsbeschwerden zu lindern.

Zur Bewertung wurden Studien herangezogen, die unterschiedliche Geräte und deren Wirkung auf verschiedene Allergene (Hausstaubmilben, Hund, Katze, Pollen) untersuchten. Die Ergebnisse variieren und machen eine allgemeingültige Beurteilung schwierig. Eindeutig ist, dass Luftreinigungsgeräte in der Lage sind, Staub und Allergene abzufangen. Das gilt besonders für Geräte mit Mikrofeinfiltern, den so genannten HEPA-Filtern (abgekürzt aus dem englischen aus "high efficiency particulate air" filter). Die Krankheitssymptome der Betroffenen werden dabei aber, wenn überhaupt, nur gering beeinflusst (Heide 1997, Gall 1999). Ein großes Problem der Geräte ist, dass sie ihre Besitzer in falscher Sicherheit wiegen.

Ihr Nutzen ist auf jeden Fall geringer als der anderer Sanierungsmaßnahmen. Am besten ist also ein Bündel von Maßnahmen. Verlässt man sich allein auf den Einsatz eines Filters, bleibt die Belastung der Wohnräume mit Allergenen immer noch ziemlich hoch. Dies gilt zumindest für Allergene der Hausstaubmilben und des Hundes (Lau 1995, Green 1996). Bei der Anschaffung eines Luftreinigungsgeräts fallen neben dem Kaufpreis Folgekosten (zum Beispiel für Filter) und höhere Stromkosten an. Die Geräte machen Geräusche, und bei der Auswahl ist auf die Raumgröße und den notwendigen Leistungsumfang zu achten. Einige der gängigen Geräte wurden bereits getestet. Wer sich eines zulegen möchte, kann sich an den vorliegenden Ergebnissen orientieren (Domann 1998; Test 1998).

Was bedeutet das?

Was man gegen Allergene in seinem Umfeld tut, hängt von der persönlichen Situation und den Lebensgewohnheiten ab. Oft ist es notwendig, Kompromisslösungen zu finden. "Technisch aufzurüsten" ist sicher einfach, aber nicht unbedingt effektiv. Der Einsatz von Luftreinigungsgeräten gehört nicht zu den wichtigsten Maßnahmen zur Verringerung der Allergenbelastung im Wohnbereich. Es gibt andere Maßnahmen, die vorher an der Reihe sind, unter anderem die medikamentöse Therapie und insbesondere die Hyposensibilisierung.

Autor: Dr. Sabine Schmidt, Kinderumwelt gGmbH

Letzte Aktualisierung: 29. August 2002

Quellen und weiterführende Literatur

Domann, R.: Methodische Fehler? Allergie konkret 1998; 4: 8-10.

Gall, K.; Paul, E.: Luftreiniger bei Pollen- und Hausstaubmilben-Allergie. Allergo Journal 1999, 8 (6): 235-257.

Green, R.; Simpson, A.; Custovic, A.; Faragher, B.; Chapman, M.; Woodcock, A.: The effect of air filtration on airborne dog allergen. Allergy 1999; 54: 484-488.

Lau- Schadendorf, S.; Ehnert, B.; Cremer, B.; Nasert, S.; Buettner, P.; Czarnetzki, B. M.; Wahn, U.: Häusliche Milbenallergenreduktion bei spezifisch sensibilisierten Patienten mit atopischem Ekzem. Allergo J. 1995; 4 (8): 432-435.

Power gegen Pollen. Test-Heft 1998; 9: 65-68.

van der Heide, S.; Kauffman, H.F.; Dubois, A.E.J.; deMonchy, J.G.R.: Allergen reduction measures in houses of allergic asthmatic patients: effects of air cleaners and allergen-impermeable mattress covers. Eur Respir J 1997; 10: 1217-1223.

Wood, R.; Johnson, E.E.; van Natta, M.L.; Chen, P.H.; Eggleston, P.A.: A placebo-controlled trial of a HEPA air cleaner in the treatment of cat allergy. American Journal of Critical Care Medicine 1998; 158: 115-120.


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