Das Bett zu sanieren, genügt oft nicht. Denn herrschen im Raum noch optimale Lebensbedingungen für Milben, kommt es zu einer schnellen Wiederbesiedlung des sanierten Bettes (Custovic 1996). Um dies zu verhindern, sollte man möglichst auch den Schlafraum umgestalten. Enthält er wenig Möbel und "Staubfänger", wird den Milben das Leben schwer gemacht. Außerdem kann man leichter Staub wischen.
Zu einer wirksamen Rundum-Sanierung gehören die Bereiche:
Wichtig ist es, die Luftfeuchtigkeit des Raumes gering zu halten (Ehrnsberger 1992), denn durchgängig trockene Luft stört Milben empfindlich. Entzieht man ihnen noch die Nahrung, ist viel erreicht.

Die Luftfeuchtigkeit im Raum sollte zwischen 45 und 55 Prozent liegen. Auch im Schlafzimmer sollte im Winter zumindest am Tage eine Temperatur von ca. 18 bis 20 Grad Celsius erreicht werden. Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf, die dann auch besser durch Lüften entfernt werden kann. Bei zu kalter Luft schlägt sich die Feuchtigkeit, die gerade in Schlafräumen immer wieder entsteht, an den Wänden und Möbeln nieder. Das begünstigt die Bildung von Schimmel und eben auch das Milbenwachstum (genauere Informationen unter "Richtiges Lüften").
Klimaanlagen zeigen bei der Sanierung von Hausstaubmilben keine ausreichende Wirkung (Flechter 1996).
Nach Bewertung der vorliegenden wissenschaftlichen Daten ist für Hausstauballergiker ein wischbarer Fußbodenbelag Teppichen und Teppichböden vorzuziehen. Dem Thema Fußbodenbelag widmet sich der spezielle Sanierungstipp: "Fußbodenbelag."
"Weniger ist mehr" – diese Devise gilt insbesondere für das Schlafzimmer.
Je weniger Möbel drin stehen, umso besser. Polstermöbel sind ungünstig. Ein gepolstertes Bettgestell macht den Effekt eines Encasings, also eines milbendichten Spezialbezugs für die Matratze vollständig zunichte (Pauli 1997). Auch alle anderen Sitzmöbel sollten abwischbar sein oder waschbare Bezüge haben.
Beim Kauf neuer Möbel ist die Formaldehydemmissionsklasse zu beachten (E1) (Plehn 1994) (Näheres unter "Formaldehyd"). Wer sich neue Massivholzmöbel anschaffen möchte, sollte bedenken, dass Kiefern- und Fichtenholzmöbel in hohem Maße Terpene ausdämpfen können. Sie führen bei sehr empfindlichen Menschen zu Reizungen der Schleimhäute (Kaiser 1996).
Empfehlenswert sind:
Neben den genannten Maßnahmen rückt die Heizungsart in den Hintergrund. Soll sie trotzdem berücksichtigt werden, wären Strahlungsheizungen (Fußbodenheizungen, Wand- und Fußleistenheizungen) empfehlenswert. Bei Fußbodenheizungen kann es allerdings zu stärkerem Aufwirbeln von Luft und damit von Allergenen kommen, etwa wenn die Fußbodenoberfläche auf über 23 Grad Celsius aufgeheizt werden muss. Nachtspeicheröfen sollte man nicht einsetzen, da sie mit ihrem Gebläse ebenfalls große Mengen an Allergenen aufwirbeln und verteilen können (Jung 1996).
Informationen zu Luftreinigergeräten und Luftbefeuchtern – nicht nur in Bezug auf die Hausstaubmilbensanierung – finden Sie in den Sanierungstipps für Luftreinigergeräte und Luftbefeuchter
Weniger und zweckvollere Möbel machen das regelmäßige Putzen schneller und einfacher.
Für das Staubwischen gilt: Sinnvoll ist "so oft wie – in der jeweiligen Familie – möglich". Am besten nimmt man dazu ein leicht feuchtes Tuch oder ein spezielles, das den Staub bindet. Falls es sich nicht vermeiden läßt, dass ein Allergiker selbst Staub wischt, kann er sich mit einer einfachen allergendichten Gesichtsmaske schützen.
Auch der Fußboden muss regelmäßig gepflegt werden (siehe oben). Meist geschieht das mit dem Staubsauger. Werden die Böden regelmäßig gewischt, dann kommt es nicht so sehr auf die Staubsauger-Marke an.
In Wohnungen mit Teppichböden ist dies anders. Hier hat man die Qual der Wahl. Auf dem Markt sind viele, zum Teil sehr teure Fabrikate erhältlich, die die Auswahl deutlich erschweren. Näheres zur richtigen Auswahl des Staubsaugers – nicht nur in Bezug auf die Hausstaubmilbensanierung – finden Sie im Sanierungstipp Staubsauger für Allergikerhaushalte.
Eine etwas bessere milbenabtötende Wirkung scheinen Dampfstrahlreiniger zu besitzen (Colloff 1995; Htut 2001), möglicherweise durch die zusätzliche Hitzewirkung. Untersuchungen an Teppichstücken, die nur feucht gereinigt wurden, zeigten allerdings nach 3 Monaten wieder eine so starke Besiedlung wie vor der Reinigung (de Boer 1996). Das Waschen von Teppichen mit niedrigen Temperaturen erfordert milbenabtötende Zusätze, um die Zahl der Milben ausreichend zu verringern (Bischoff 1996).
Die bzgl. der Hausstaubmilbensanierung empfohlenen Reinigungstipps einmal in der kurzen Übersicht:
Reinigung und Pflege von:
Bei hochgradigen allergischen Symptomen ist es unter Umständen sinnvoll, die Empfehlungen für den Schlafraum auf den Rest der Wohnung auszudehnen.
Autor: Dr. Sabine Schmidt, Kinderumwelt gGmbH
Letzte Aktualisierung: November 2010
Bischoff, E.; Fischer, A.; Liebenberg, B.: Mite control with low temperatur washing I. Elimination of living mites on carpet pieces. Clin. Exp. Allergy 1996; 26: 945-952.
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Stiftung Warentest (2007) Ein allergiearmes Zuhause www.stiftung-warentest.de