Im folgenden finden Sie Ratschläge zur Verbesserung der Innenraumluftqualität, die in erster Linie vorbeugenden Charakter haben. Erst in zweiter Linie befassen sie sich damit, wie bei bereits bestehender Innenraumbelastung kurzfristig Abhilfe geschaffen und/oder saniert werden kann.
Die Vorbeugung beginnt bereits bei der Innenraumplanung und Produktauswahl: es sollten keine Gegenstände und Materialien mit einem hohen Emissions- bzw. Schadstoffpotential in den Innenraum eingebracht werden.
Ist die Innenraumluft bereits nachweislich belastet und die Gesundheit oder das Wohlbefinden beeinträchtigt, ist die wichtigste kurzfristige Abhilfe das konsequente Stoßlüften. Es sollte bevorzugt als Querlüften durchgeführt werden und kann gleichzeitig auch zur Vorbeugung dienen.

Die
Immissiondie Einwirkung von Luftverunreinigungen bzw. von Geräuschen, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen sowie ähnlichen Erscheinungen auf die belebte und/oder die unbelebte Umwelt aus einer bekannten Quelle kann in manchen Fällen rasch und mit wenig Aufwand eingedämmt werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Umleimen von Formaldehyd-emittierenden Möbelkanten. Teppiche sollten regelmäßig gesaugt werden, wobei der Staubsauger über ein hochwertiges Partikelfilter verfügen sollte. Zudem ist es unerläßlich, die Wohnräume regelmäßige feucht zu reinigen.
Falls aus umweltmedizinisch-hygienischer Sicht eine Sanierung unerlässlich sein sollte, ist sie unter Beachtung 1. der Zweckmäßigkeit und 2. der Verhältnismäßigkeit von Kosten zu erwartetem Nutzen zu planen und von entsprechenden Fachleuten durchführen zu lassen. Häufig genügt es, die Schadstoffquelle vom Wohninnenraum zu isolieren, z. B. indem durch Anstriche oder bauliche Maßnahmen die Ausgasung bzw. der Schadstoffeintrag unterbunden oder zumindest verringert wird. Es sollte immer bedacht werden, dass nicht der Schadstoff an sich, sondern erst der in den Körper gelangende Schadstoff eine Wirkung entfalten kann. Dabei gilt das Dosis-Wirkungs-Prinzip. Besprechen Sie Sanierungskonzepte mit verläßlichen und fachlich kompetenten Stellen und Einrichtungen.
Hinterfragen Sie kritisch teure Sanierungslösungen, die zwar eine bestimmte Belastung aufwändig beseitigen, dann aber oft genug Folgeprobleme schaffen.
(Ein (Negativ)-Beispiel hierfür sind "Abschirmungen gegen elektromagnetische Felder". Mit hohem Aufwand kann die "Strahlenbelastung" beispielsweise mit metallisierten Tapeten und Textilien gesenkt werden. Der gesundheitliche Nutzen ist fast immer gleich Null. Dafür wird durch die verringerte Feuchtigkeitsregulation die Entstehung von Schimmelpilzen gefördert.)
Kompetenter Rat ist beim Gesundheitsamt, bei umweltmedizinischen Beratungsstellen sowie bei umweltmedizinisch ausgebildeten Ärzten erhältlich. Die Adressen umweltmedizinischer Beratungsstellen und Ambulanzen finden Sie hier. Eine Checkliste zum Besuch beim Umweltmediziner hängt auf der Startseite aus.
Stand: November 2011
Nächste Aktualisierung: November 2012
Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes. (2008). Leitfaden für die Innenraumhygiene in Schulgebäuden. Abgerufen am 09. November 2011 von Umweltbundesamt: http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3689.pdf
Salthammer, T (1999): Innenraumluftverunreinigungen. In: Umweltmedizin. Hrsg. V. Mersch-Sundermann. Georg Thieme Verlag Stuttgart; 373-385.
Stiftung Warentest (2002): Wohnen ohne Gift: sanieren, renovieren und einrichten. Stiftung Warentest, Berlin.
Witthauer, J., H. Horn, W. Bischof (1993): Raumluftqualität. Belastung, Berwertung, Beeinflussung. C. F. Müller Verlag, Karlsruhe