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Sanierung bei Schimmelpilzen

Werden in einer Wohnung eindeutig Schimmelpilze nachgewiesen, muss dringend saniert werden. Das gilt vor allem, wenn sich Personen mit erhöhtem Allergierisiko in den Räumen aufhalten oder aber Personen mit geschwächtem GlossarImmunsystemhochentwickeltes Abwehrsystem, das vor schädlichen Mikroorganismen der Außenwelt, aber auch vor abnormen Zellen des eigenen Körpers schützt (körpereigene Abwehr). Das können zum Beispiel Patienten sein, die nach einer Organtransplantation oder wegen eines Immundefektes Medikamente nehmen müssen (Brunekreef 1997; Pirhonen 1996).

  • Erstrangige Maßnahme ist, die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung zu verringern.
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    Der Wert sollte unter 65 Prozent liegen. Meist ist dies durch gutes Lüften zu erzielen. Ab circa 80 bis 85 Prozent relativer Luftfeuchte beginnt sich Schimmel zu bilden.
  • Die Raumtemperatur sollte um 20 Grad Celcius betragen (Wandtemperatur mindestens 16 Grad !).
  • Auch Maßnahmen gegen Hausstaub machen Schimmelpilzen das Leben schwer (Wanner 1994; Wichmann 1995).
  • Kritisch sind Bereiche mit mangelndem Luftaustausch. Hinter Schränken, Bildern, Vorhängen, Holzvertäfelung sollte immer ein Abstand von mindestens fünf Zentimetern bis zur Wand bleiben. Auch zwischen Möbelstücken, Boden oder Decke muss ausreichend Abstand sein, damit die Luft zirkulieren kann.
  • Blumenerde enthält Schimmelpilze. Deshalb verzichtet man besser auf Topfpflanzen, jedenfalls zumindest in den Schlafräumen.
  • In unseren Breiten ist es eher schwierig, die Luftfeuchtigkeit auf die gewünschten Werte (45 bis 55 Prozent) herunterzubringen. Deshalb scheidet eine zusätzliche Luftbefeuchtung in der Regel aus. Luftbefeuchter sollten also nicht verwendet werden. Auch in Klimaanlagen gedeihen Schimmelpilze – selbst, wenn die Klimaanlagen gut gewartet sind.
  • Lebensmittel können auch im Kühlschrank schnell von Schimmelpilzen befallen werden. Regelmäßig kontrollieren!
  • Der Sammelbehälter für Bioabfälle ist täglich zu leeren und zu reinigen.
  • Hausmittel zur Schimmelbekämpfung wie Essigessenz, Spiritus (Ethanol), Isopropanol (Isopropylalkohol) oder Salmiakverdünnung sind lediglich Kosmetik. Sie helfen kurzfristig, sind aber keine Dauerlösung. Die Wirkung hält etwa vier bis acht Wochen an.
  • Anti-Schimmelpräparate (Fungizide) wirken ebenfalls nur circa sechs bis acht Wochen lang. Von Nachteil ist, dass der Wirkstoff eingeatmet werden und so auf Mensch und Tier wirken kann.
  • Der Schimmelpilz sitzt immer tief im Material. Auch nach einer vorläufigen Behandlung ist der Pilz noch vorhanden. Auf der Oberfläche kann nur der Fruchtkörper entfernt werden.
  • Liegt erkennbarer Schimmelpilzbefall, sollte man Fachleute hinzuziehen und mit ihnen vor Ort konkrete Sanierungsmaßnahmen erarbeiten.
  • Auch auf bauliche Mängel (schlechte Fassadendämmung, Wärmebrücken, schlechte Kellerabdichtung, undichtes Dach, verstopfte Regenrinnen) ist zu achten. 

Oft sind intensive Renovierungsmaßnahmen erforderlich, zum Beispiel:

  • Verputz abklopfen, da Pilze in inaktiver Form weiter vorhanden sind, auch wenn sie nicht sichtbar sind.
  • Befallenes Holz oder Textilien entfernen, weil man sie vom Pilz kaum befreien kann.
  • Silikonfugen sollten vollständig entfernt und erneuert werden. Sie dienen den Pilzen als Nährbasis. Spritzwasserbereiche sollten nach der Benutzung trocken gerieben werden.
  • Bäder sollten nicht von unten bis oben gefliest werden, da die Wände sonst keine Feuchtigkeit aufnehmen und zeitversetzt verdunsten können. Das führt dazu, dass sich nasse Zonen bilden.
  • Problematisch sind auch Strukturtapeten oder mehrere Wandanstriche mit Dispersionsfarben übereinander.
  • Bei alten Häusern und kalten Wänden ist häufig eine zusätzliche Wärmedämmung nötig, damit kein Schimmelpilz entsteht.

Die wichtigsten Sanierungsempfehlungen

  • Die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung verringern.
  • Regelmäßig und ausreichend lüften.
  • Wer dem Hausstaub zu Leibe rückt, engt auch den Lebensraum für Schimmelpilze ein.
  • Bauliche Mängel (schlechte Fassadendämmung, Wärmebrücken, schlechte Kellerabdichtung, undichtes Dach, verstopfte Regenrinnen) beseitigen.

Autor: Dr. Sabine Schmidt, Kinderumwelt gGmbH

Letzte Aktualisierung: Juni 2010

Nächste Aktualisierung: Juni 2011

Quellen und weiterführende Literatur

Brunekreef, B.; Slob, R.; Janssen, N.; Verhoeff, A. P. (1997): Homedampness, dustmite allergy and childhood respiratory disease: a pilot case control study. Allergo J., 6, (5): 250-255.

Pirhonen, I.; Nevaleinen, A.; Husman, T.; Pekkanen, J. (1996): Home dampness and their influence on respirartory infections and symptoms in adults in Finland. Eur. Resp. J., 9: 2618-2622.

Wanner, H.-U. (1994): Biologische Verunreinigung in der Raumluft. Allergologie 17, 11: 526-529.

Wichmann, H. E.; Wjst, M.; Heinrich, J. (1995): Innenraumbelastungen, Asthma und Allergien. Allergologie. 18, 11, 482-494.

Hinweise zu weiterführenden Informationen im Internet (Auswahl):

Broschüre "Feuchtigkeit und Schimmelbildung in Wohnräumen" der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. Internet: www.vzbv.de oder zur Auswahl der Broschüren auf "Shop" gehen und in die Suchfunktion "Schimmel" eingeben.

Stiftung Warentest:

1. "Schimmel im Haus: Luft rein, Pilze raus". "test"-Heft 04/2000.

2. "Sporen auf der Spur". "test"-Heft 03/2010

3. Internet: www.test.de . Dort über die Suchfunktion viele Tipps und Serviceangebote zum Thema Schimmel

www.schimmelpilz.de : Forum zum Austausch von Tipps gegen Schimmelpilze

Leitfaden zum Thema "Schimmelpilze in Innenräumen" des Umweltbundesamtes (2005): Leitfaden Schimmelpilze


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