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Sanierungsmaßnahmen bei Tierhaarallergie

Tier abgeben

Wer von einer Allergie gegen Tierhaare betroffen ist, muss sich leider von seinem tierischen Kameraden trennen. Dies gilt insbesondere für Patienten, die von starken Symptomen wie Asthma und chronischem Schnupfen betroffen sind.

Im Fall von Katzenallergenen sinkt die Allergenbelastung in der Luft um bis zu 70%, wenn die Katze aus dem Raum entfernt wird. Allerdings sind die Allergene trotz intensiver Reinigungsmaßnahmen noch lange nachweisbar. Erst nach mehr als fünf Jahren erreicht man annähernd die Werte, die in Häusern ohne Katzen zu finden sind.

Katzenwäsche

Allerdings kann sich nur ein Bruchteil der Betroffenen von seinem Haustier trennen. Als Alternative schlagen manche Autoren das regelmäßige Waschen des Tieres vor, zumal sich damit große Mengen der Allergene aus dem Fell entfernen lassen.

Allerdings sprechen hier drei Argumente gegen diese Maßnahme:

  1. steigt die Allergenkonzentration im Fell schon nach wenigen Tagen wieder auf das Normalmaß an
  2. die klassischen Allergenspeicher (Teppich, Polstermöbel, Matratzen, etc.) enthalten weiterhin hohe Allergenkonzentrationen und
  3. ist es sehr fraglich, ob sich ein Tier, insbesondere eine Katze, das mehrmals wöchentliche Waschen gefallen lässt.

Bett, Bodenbelag und Möbel

Tierhaarallergene sind besonders oft in Matratzen, Teppichböden und Polstermöbeln zu finden. Diese starke Verbreitung erklärt, warum die Symptome auch nach Abschaffung des Tieres noch länger vorhanden sein können.

Zur Sanierung des Bettes ist es sinnvoll die Matratze mit einem GlossarEncasingallergendichter Matratzenüberzug zu umhüllen. Mehr zu diesem Thema finden Sie im Encasing-Artikel.

Es ist nahezu unmöglich, Tierallergene aus textilen Polstermöbeln zu entfernen. Idealerweise sollten sie gegen abwischbare Lederpolster ausgetauscht werden. Auch der Teppichboden muss bei schweren Symptomen gegen einen wischbaren Belag ausgewechselt werden. Staubsauger bieten hier nur bedingt eine Alternative, teilweise kann es sogar zum Aufwirbeln der Allergene kommen.

Tierhalter, die zu Besuch kommen

Die Kleidung von Tierhaltern enthält in der Regel so viele Allergene, dass sie bei einem Allergiker zu schweren Symptomen führen können. Besucher sollten sich daher außerhalb der Wohnung des Betroffenen frische Kleidung anziehen und die Hände gründlich waschen.

Ist ein Besuch bei Tierhaltern nicht zu vermeiden, kann ein Antihistaminikum und im Einzelfall auch ein Kortisonpräparat, im Vorhinein eingenommen, weiterhelfen.

Luftreinigungsgeräte

Luftreinigungsgeräte sind keine Hilfe für Allergiker. Zwar können sie kurzfristig die Allergenmengen senken. Zu einer Minderung der Symptome kam es aber in keiner Studie, die diese Geräte überprüfte (zum Artikel).

Welche Tiere eigenen sich für Tierallergiker?

Tiere, die dauerhaft außerhalb der Wohnung gehalten werden, wie zum Beispiel Bauernhoftiere, machen in der Regel weniger Probleme. Eine Ausnahme bilden Pferde. Manche Allergiker reagieren bereits bei dem Geruch aus größerer Entfernung mit allergischen Symptomen. Auch ein indirekter Kontakt z.B. über die Kleidung eines Reiters oder über kontaminierte Autopolster kann zu schwersten Reaktionen führen.

In der Wohnung scheiden Fell tragende Tiere für Allergiker und insbesondere für solche mit einer Tierallergie grundsätzlich aus. Denn wer bereits an einer Tierhaarallergie leidet, trägt ein großes Risiko, eine weitere Allergie gegen ein anderes Tier zu entwickeln. Zudem sind zwischen Hunden und Katzen Kreuzreaktionen möglich.

Fische im Aquarium sind nur bedingt ein Kompromiss. Ein Aquarium erhöht die Luftfeuchtigkeit im Raum, was zu einem vermehrten Wachstum von Schimmeln und Hausstaubmilben führen kann. Zudem ist Fischfutter mit getrockneten Zuckmückenlarven ein aggressives Allergen.

Das Heu als Futter für Hasen und andere Nager kann viele Schimmelpilzsporen und Gräserpollen enthalten. Beides ist für Allergiker sehr ungünstig.

Allergische Beschwerden bei Haltern von Reptilien kommen sehr selten vor. Da aber immer mehr Haushalte Leguane und Co bei sich aufnehmen, ist mit zunehmender Häufigkeit von allergischen Reaktionen zu rechnen.

Gibt es hypoallergene Tiere?

Nein. Auf dem großen Tiermarkt gibt es immer wieder teure Züchtungen, die angeblich keine Symptome auslösen sollen. Eine Garantie dafür, dass betroffene Patienten nicht auf diese Tiere reagieren, gibt es jedoch nicht.

Vorbeugen

Menschen, die bereits an einer anderen Allergie leiden, sollten sich keine Haustiere anschaffen. Dies gilt auch, wenn ein naher Angehöriger (Eltern, Geschwister) von einer Allergie betroffen ist.

Für Personen ohne erhöhtes Allergierisiko besteht kein Grund, auf die Haustierhaltung zu verzichten. Sie eignet sich aber nicht, einer Allergie vorzubeugen.

Autorin: Dr. Sabine Schmidt, Kinderumwelt gGmbH
Aktualisierung: Judith Linnemann
Letzte Aktualisierung: Dezember 2011

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