Die Anwendung von Sonnenschutzmitteln soll den in die Haut eindringenden Teil der UV-Strahlung reduzieren. Dadurch kann man länger in der Sonne bleiben, als die Eigenschutzzeit der Haut es eigentlich zulassen würde.
Lichtschutzfaktor
Wichtig an einem Sonnenschutzmittel ist sein Lichtschutzfaktor (LSF). Ein hoher LSF steht für eine hohe Schutzwirkung.
Für Menschen mit dem Hauttyp 4 reicht Lichtschutzfaktor 8 bis 15 aus. Bei Hauttyp 3 empfiehlt sich LSF 12-30, bei Hauttyp 2 LSF 15-40. Sehr hellhäutige Menschen und Kinder sollten einen Sonnenschutz mit einem LSF von mindestens 30 auftragen.
Die Lichtschutzfaktoren werden künftig einheitlich in folgende Schutzklassen eingeteilt:
Produkte mit einem kleineren Faktor als 6 dürfen sich künftig nicht mehr Sonnenschutzmittel nennen, da die Schutzwirkung zu gering ist (Quelle: Stiftung Warentest: Test Nr. 7, Juli 2007).
Der LSF bezieht sich allerdings nur auf den Schutz vor UV-B, obwohl auch UV-A-Strahlung der Haut langfristig schaden kann. Idealerweise sollte der Schutzfaktor von UV-B dreimal so hoch sein sollte wie der von UV-A. Inzwischen haben die meisten Sonnenschutzmittel auch einen UV-A-Filter.

Ein neues Logo weist jetzt auf Sonnenschutzmittel mit ausreichendem UV-A-Schutz hin.
Testergebnisse
Stiftung Warentest untersuchte in der Ausgabe der Zeitschrift TEST vom Juni 2008 insgesamt 9 Sonnenschutzmittel mit dem Lichtschutzfaktor 15 oder 20. Alle hielten die Lichtschutzfaktoren ein und schützten entsprechend vor UV-B-Strahlen. Die Balance zwischen UV-A- und UV-B-Schutz stimmte ebenfalls bei den meisten getesteten Mitteln. Zwei Naturkosmetikprodukte zeigten keinen ausreichenden UV-A-Schutz.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat Filtersubstanzen in Sonnenschutzmitteln auf mögliche Hormonwirkungen hin untersucht. Das Ergebnis: die allermeisten Sonnenfiltersubstanzen sind sicher und können problemlos verwendet werden (Ausnahme: 4-MBC = 4-Methylbenzylidene Camphor, hier besteht ein Verdacht auf Beeinflussung der Schilddrüsenhormone).
Anwendung
Das Sonnenschutzmittel sollte bereits kurz vor dem Kontakt mit Sonnenlicht großzügig aufgetragen und alle zwei Stunden erneuert werden. Als Anhaltspunkt kann gelten, dass für den ganzen Körper etwa mindestens drei Esslöffel Sonnencreme verwendet werden sollten. Bei zu sparsamer Anwendung wird der (praktisch nutzbare) Lichtschutzfaktor kleiner.
Bei Aufenthalten im und am Wasser sollte darauf geachtet werden, dass das Sonnenschutzmittel wasserfest ist. Nach dem Schwimmen oder Baden sollte man sich erneut eincremen, auch wenn ein wasserfestes Produkt verwendet wurde.
Gut hautverträgliche Sonnenschutzmittel sind auch für Kinder mit Neurodermitis erhältlich.
Nanopartikel in Sonnenschutzmitteln
Viele moderne Sonnenschutzmittel auf mineralischer Basis enthalten Zinkoxid- und Titandioxid in "Nanopartikelgröße" (tatsächlich ist aufgrund von Verklumpungen die Partikelgröße deutlich größer). Diese Sonnenschutzmittel bieten nach dem Auftragen einen sofortigen Schutz vor UV-Strahlung. Nach dem gegenwärtigen Stand des Wissens gilt es als weitgehend ausgeschlossen, dass
NanopartikelNanopartikel (oder: Nanoteilchen) sind Teilchen, deren Größe zwischen Bruchteilen eines Nanometers und Hundert Nanometern liegt.
über die gesunde Haut in den Körper eindringen können. Allenfalls können sie sich in den Haarfollikeln ablagern, gelangen später aber mit dem Haarwuchs wieder an die Hautoberfläche.
Inwieweit dies auch für "nanoskalige" Sonnenschutzmittel bei Anwendung auf erkrankter oder vorgeschädigter Haut gilt, ist offen. Es mag in solchen Fällen durchaus gerechtfertigt sein, vorsorglich auf guten textilen Sonnenschutz auszuweichen.
Kritische Anmerkung
Leider werden Sonnenschutzmittel weniger als vorbeugende Maßnahme, als vielmehr als Mittel zur Verlängerung der Aufenthaltsdauer im Sonnenlicht angesehen. Zwar ist regelmäßiges Nachcremen sehr wohl wichtig, aber die durch den Lichtschutzfaktor bestimmte maximale Schutzzeit kann auch durch mehrmalige Anwendung nicht verlängert werden.
Autor: Dr. M. Otto
Letzte Aktualisierung: Mai 2010