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Zeckenschutzmittel

Zecken als Krankheitsüberträger

Wenn Zecken stechen, können sie Krankheitserreger auf den Menschen übertragen. Am häufigsten sind die Virusinfektion Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME, engl. tick-borne encephalitis) und die bakterielle Lyme-Borreliose. Weitere Informationen finden Sie im Artikel Zeckensticherkrankungen.

Vorbeugen

Zecken stechen bevorzugt in warme, gut durchblutete Hautstellen. Haare und Hautfalten bieten ihnen dabei Stütze und Schutz. Damit eine Zecke sich erst gar nicht auf dem Wirt niederlassen kann, empfehlen sich folgende Vorsichtsmaßnahmen: 

  • Vermeiden Sie hohes Gras und Unterholz
  • Tragen Sie geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosenbeinen.
  • Ziehen Sie die Socken über die Hosen. So kann die Zecke nicht am Bein hoch krabbeln.
  • Bevorzugen Sie helle Kleidung. Auf ihr sind die Zecken besser erkennbar und Sie können sie noch vor einem Stich entfernen.
  • Verwenden Sie Zeckenschutzmittel (siehe unten). Diese helfen zumindest eine Weile, bieten aber keinen absoluten Schutz.
  • Suchen Sie Ihren ganzen Körper nach Zecken ab, nachdem Sie sich in der Natur aufgehalten haben. Am besten ist es, wenn Sie sich mit einem Partner gegenseitig inspizieren. Besonders gründlich sollten Sie Ihre Arme, Kniekehlen, Genitale, den Hals und Kopfbereich und sämtliche Hautfalten in Augenschein nehmen.

Zeckenschutzmittel (Repellentien)

Den besten Schutz bietet eine Kombination aus den oben genannten Maßnahmen und auf die Haut aufzutragenden Repellentien (repellere (lat.) vertreiben, zurückstoßen).

Stiftung Warentest prüfte 2008 Zeckenschutzmittel mit synthetischen und pflanzlichen Wirkstoffen.

Im Test zeigten sich Produkte mit synthetischen Substanzen wie DEET (N,N-Diethyl-m-toluamid), Icaridin und EBAAP (Ethylbutylacetylaminopropionat) als effektiv. Allerdings wirken sie längst nicht so lange, wie auf der Packung versprochen. Im Schnitt schützten sie etwa 2 Stunden vor Zeckenbissen. Detaillierte Informationen zu den synthetischen Repellents finden sie hier.

Pflanzliche Mittel sind bei Verbrauchern sehr beliebt. Unter ihnen ist PMD(p-Menthan-3,8-Diol, auch Citriodiol genannt) der effektivste Wirkstoff, der in Zeckenmitteln eingesetzt wird. Die Formel vertrieb Zecken eineinhalb bis drei Stunden lang. Die versprochene Wirkdauer von bis zu acht Stunden konnte kein Produkt einhalten.

Auch ein Produkt mit Kokosfettsäuren schützte zweieinhalb Stunden vor Bissen. Allerdings darf das Produkt eigentlich nicht verkauft werden, da es nicht als Biozid registriert ist. Die Testergebnisse können Sie hier herunterladen.

Alle Repellents, synthetische wie auch pflanzliche, reizen die Augen und Schleimhäute. Zecken- und andere Insektenschutzmittel sollten daher nicht direkt am Auge, am Mund oder auf Sonnenbrände aufgetragen werden.

Autorin: Judith Linnemann
Stand: August 2011

Quellen und weiterführende Literatur

Baxter Deutschland GmbH. (2011). Zecken.de. Abgerufen am 16. August 2011 von http://www.zecken.de/index.php

Linnemann, J. (Juli 2010). Insektenschutzmittel. Abgerufen am 16. August 2011 von ALLUM: http://www.allum.de/therapie/insektenschutzmittel.html

Stiftung Warentest. (August 2008). Unzuverlässig. Test, 82-87.

Theil, E., Otto, M., & Linnemann, J. (Mai 2011). Zeckensticherkrankungen (Borreliose und FSME). Abgerufen am 16. August 2011 von ALLUM: http://www.allum.de/krankheiten/zeckensticherkrankungen-%28borreliose-und-fsme%29.html


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