Suchen nach:

Zur Startseite

Sie sind hier: Home » Wissenswertes » Fremd- und Schadstoffe in der Muttermilch

Fremd- und Schadstoffe in der Muttermilch

Muttermilch – natürliche Ernährung

StillbildStillen ist für die meisten Säuglinge die beste Ernährung. Muttermilch genügt in den ersten sechs Monaten als einziges Lebensmittel für ein normales Gedeihen gesunder Säuglinge (Empfehlungen der Nationalen Stillkommission 2004). Die Vorteile der Ernährung durch Muttermilch gegenüber Flaschennahrung ergeben sich aus der guten Verdaulichkeit und der den kindlichen Bedürfnissen angepassten Nährstoffen. Neben diesen ernährungsphysiologischen Aspekten erfüllt Muttermilch mit ihren vielfältigen Inhaltsstoffen diverse andere physiologische Funktionen und unterstützt die Gesundheit des neugeborenen Menschen.
An der Schutzfunktion der Muttermilch sind sowohl spezifische Faktoren wie Antikörper als auch unspezifische Faktoren beteiligt. Zusammengenommen bieten sie den Neugeborenen den so genannten Nestschutz zur Abwehr von Krankheitserregern. Darüber hinaus mindert die Zusammensetzung der Muttermilch das Risiko für chronische, nicht übertragbare Erkrankungen im Erwachsenenalter. Stoffwechsel, Hormonsystem und Immunsystem können sich optimal entwickeln und die Reifung und Funktion des Zentralen Nervensystems wird stimuliert (AAP 2005; WHO 2007).

Vor einigen Jahren fanden Forscher einen speziellen Zucker-Komplex in der Muttermilch, die Humanmilch-Oligosaccharide (HMO).  Dieser Zucker wird unverdaut wieder ausgeschieden. Bei seinem Weg durch den kindlichen Organismus entfaltet er eine entzündungshemmende Wirkung. So können Autoimmunkrankheiten verhindert oder gemindert werden (Bode 2003).

Die Wissenschaft vermutet weitere „Wirkstoffe“ in der Muttermilch. Sie konnten jedoch bis heute nicht eindeutig identifiziert werden. Hier sind weitere Forschungen notwendig.

Zurück zur Übersicht 

Fremd- und Schadstoffe in der Muttermilch

Ein Säugling nimmt während des Stillens jedoch auch die in der Muttermilch vorhandenen Fremd- und Schadstoffe auf. Einige von ihnen wie z.B. Nikotin, Koffein oder Alkohol sind lebensstilbedingt und können durch ein gesundheitsbewusstes Verhalten der Mutter vermieden werden. Andere, insbesondere fettlösliche, schwer abbaubare Umweltstoffe, die durch Landwirtschaft oder Industrie in die Umwelt gelangen, haben sich in der Nahrungskette angereichert. Über tierische Fette in der Nahrung werden sie aufgenommen und im Körperfett gespeichert. Daher kommen sie auch in der Muttermilch vor (Vieth, Przyrembel 2003).

Aufnahmemengen und gesundheitliche Bewertung

Für eine Reihe von Schadstoffen haben die FAO und die WHO für die unvermeidbare Aufnahme dieser Stoffe so genannte TDI-Werte toxikologisch abgeleitet. Diese Werte definieren die Menge des Schadstoffs bezogen auf das Körpergewicht, die trotz einer lebenslangen täglichen Aufnahme zu keinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen sollte. Diese Betrachtung schließt auch empfindliche Untergruppen der Bevölkerung mit ein. Die TDI-Werte dienen in erster Linie der gesundheitlichen Vorsorge, ein Überschreiten der Werte bedeutet nicht zwangsläufig ein gesundheitliches Risiko für die betroffene Person.

Was bedeutet das für die Stillperiode?

Die lebenslange, kontinuierliche Zufuhr des Schadstoffes, die dieser Ableitung zugrunde liegt, trifft jedoch auf die Stillperiode nicht zu. Eine Stilldauer von sechs Monaten entspricht einem Anteil von weniger als einem Prozent der durchschnittlichen Lebenserwartung. Hinzu kommt, dass die Schadstoffkonzentration in der Muttermilch im Laufe der Stillzeit meist abnimmt. Daher ist der TDI-Wert kein adäquates Instrument, das an die spezifische Situation des Stillens angepasst ist. Liegen die vom Säugling über die Muttermilch täglich aufgenommenen Rückstandsmengen im Bereich der TDI-Werte oder darunter, so besteht nicht zwangsläufig ein gesundheitliches Risiko für das Kind. Allerdings befinden sich Säuglinge in somatischer (körperlicher) und funktioneller Entwicklung. Entwicklungsprozesse sind in aller Regel störanfälliger als statische, ausdifferenzierte Systeme. Einzelheiten hierzu enthält dieser Text.

TDI und Referenzwerte
Schadstoffkonzentrationen aus Reihenuntersuchungen werden oft mit einem Referenzwert verglichen. In diesem Fall bezeichnet der Referenzwert die durchschnittliche Konzentration von Schadstoffen mehrerer Muttermilchproben, die durch die Landesuntersuchungsämter ermittelt wurden. Der Referenzwert für einen gegebenen Stoff ist ein statistisch abgeleiteter Wert, er ist in der Regel ohne Gesundheitsbezug. Weitere Informationen zu Grenz- und Referenzwerten sind hier zu finden.

Zurück zur Übersicht

Anthropogene Fremdstoffe aus Landwirtschaft und Industrie

Menschen nehmen 90 Prozent der Fremdstoffe über tierische Fette in der Nahrung auf. Je mehr tierische Fette mit der Nahrung aufgenommen werden, umso höher liegt der Fremdstoffanteil im menschlichen Körperfett.

Muttermilch wird unter anderem aus den Fettreserven der Mutter generiert. Daher gehen auch die Fremdstoffe in die Muttermilch über.

Andere Aufnahmewege wie das Einatmen oder das Auftragen auf die Haut spielen für die Schadstoffkonzentrationen in der Muttermilch kaum eine Rolle.

Zurück zur Übersicht

Spektrum und Trends

Mehrere Bundesländer führen seit Mitte der 1970er Jahre Muttermilchuntersuchungsprogramme durch. Die Schwerpunkte der Untersuchungen liegen weiterhin vor allem auf chlororganischen Stoffen. Weitere bekannte Fremdstoffe sind Nitromoschusverbindungen, Flammschutzmittel und Weichmacher.

Chlororganische Verbindungen

Die chlororganischen Verbindungen, die sich heute in der Muttermilch wieder finden, wurden früher hauptsächlich in Holzschutzmitteln, Pestiziden, in der Bautechnik (Dichtungsmassen) und zahlreichen Produkten und industriellen Anwendungen eingesetzt.

So wurde zum Beispiel DDT in der ehemaligen DDR als Holzschutzmittel verwendet, während in der alten BRD Pentachlorphenol (PCP) zum Einsatz kam.

DDT wurde auch als Insektenvernichtungsmittel gebraucht. Dies spielt in vielen Ländern, die von Malaria betroffen sind, auch noch immer eine Rolle. Lindan, die Gamma-Form des Hexachlorcyclohexan, wurde noch bis Ende 2007 in der Behandlung gegen Hautparasiten wie Läusen und Krätzemilben eingesetzt. Seit Januar 2008 ist es jedoch verboten.

Auch die meisten anderen Stoffe werden heute nicht mehr produziert und verwendet. Dies hat dazu geführt, dass die Konzentration der chlororganischen Verbindungen in der Muttermilch erheblich abgenommen hat (Abbildung 1).

Abbildung 1: Schadstoffe in der Muttermilch aus Deutschland im Verlauf. Eigene Darstellung nach:
Kommission „Human-Biomonitoring“ des Umweltbundesamtes 1999 und 2008

Vielfach werden die TDI-Werte nicht mehr überschritten. Beispielsweise ist das Gesamt-PCB von 1,2mg/kg Fett in der Muttermilch in 1994 auf 0,5mg/kg Fett in der Muttermilch in 2003-05 gesunken. Die WHO und die FAO haben den TDI auf 1 µg Gesamt-PCB pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag festgelegt.

Angenommen ein dreimonatiger Säugling (ca. 5 kg Körpergewicht) würde 800ml Muttermilch am Tag mit einem Muttermilchfettgehalt von etwa vier Prozent trinken. Dann betrüge seine tägliche PCB-Aufnahme 0,32 µg pro Kilogramm und Tag, also ein Drittel des von der WHO als zulässig angesehenen Wertes.
Allerdings kann für andere Schadstoffe die Situation anders aussehen.

Nitromoschusverbindungen

Als synthetischer Bestandteil von vielen Duftstoffmischungen sind Moschusverbindungen in das Visier der Muttermilchuntersuchungsstellen gelangt. Auch hier ist ein deutlich rückläufiger Trend zu erkennen.

Abbildung 2: Moschusverbindungen in der Muttermilch aus Deutschland. Eigene Darstellung nach: Vieth
2002.

Nitromoschusverbindungen werden seit mehr als 100 Jahren in der Duftstoffproduktion eingesetzt.  Inzwischen sind die fettlöslichen Duftstoffkomponenten als Verunreinigung in Fettgeweben überall auf der Welt zu finden. Zu den wichtigsten und am meisten verwendeten Verbindungen gehören Moschus-Xylol und Moschus-Keton. Moschus-Xylol lagert sich besonders leicht im Fettgewebe ab und kam somit mengenmäßig mehr in der Muttermilch vor, als andere Moschusverbindungen. Aufgrund dessen nahm die Industrie 1994 die Duftstoffkomponente freiwillig aus ihren Produkten. Seitdem sind die Moschus-Xylol-Gehalte in der Muttermilch rückläufig.
Das weniger verwendete Moschus-Ambrette zeichnete sich in toxikologischen Untersuchungen durch eine neurotoxische und reproduktionstoxische Wirkung aus. Die Substanz ist in der Europäischen Union verboten.

Neuere Umweltstoffe

Abbildung 3: Vergleich der Gehalte an bromierten Flammschutzmitteln (PBDE) und
TEQ für PCB, Dioxine und Furane in der Muttermilch 1972-1996. Cameron, Smolka
2005.

In den letzten Jahren sind neue Substanzen bekannt geworden, die in die Muttermilch übergehen. Nach Angaben in einer Literaturstudie des BUND (Cameron, Smolka 2005) ist die Belastung der Muttermilch durch die Flammschutzmittel polybromierte Diphenylether (PBDE) in den Jahren 1972 bis 1996 deutlich gestiegen. Dies zeigt die von links nach rechts ansteigende Kurve in Abbildung 3 (Allerdings fehlt eine eindeutige Quellenangabe in der BUND-Literaturstudie). Einen ähnlichen Verlauf vermuten Experten auch für Weichmacher (Phthalate).

Das niedersächsische Landesuntersuchungsamt hat Flammschutzmittel und Weichmacher neu in seine Untersuchungen mit aufgenommen. Hier fehlen aber noch eindeutige Zahlen, um einen Trend in die eine oder andere Richtung ausmachen zu können. Die ersten Daten werden voraussichtlich Ende 2009 vorliegen.

Quecksilber

Wegen ihrer geringen Fettlöslichkeit reichern sich über die Nahrung aufgenommene Schwermetalle wie Blei, Kadmium und Quecksilber vor allem in der Leber und in den Nieren an. Sie finden sich aber auch in der Muttermilch.

Eine Sonderrolle nehmen organische Quecksilberverbindungen wie Methylquecksilber ein. Organisches Quecksilber gelangt hauptsächlich durch den Verzehr von Fischen in den menschlichen Körper. Dabei sind alte Fische deutlich stärker mit Quecksilber belastet als junge, Raubfische mehr als Friedfische.
Aufgrund ihrer hohen Fettlöslichkeit werden organische Quecksilberverbindungen aus dem Magen-Darm-Trakt zu über 90 Prozent resorbiert. Es verteilt sich gleichmäßig im Körper und passiert sowohl die Blut-Hirn-Schranke als auch die Plazentabarriere. Im Dickdarm wandeln Mikroorganismen 90% des resorbierten organischen Quecksilbers in Hg2+ um, welches dann über den Stuhl ausgeschieden wird.

Der Grenzwert für die Aufnahme von Quecksilber wird mit dem PTWI-Wert, der vorläufigen tolerierbaren wöchentlichen Aufnahme (Provisional Tolerable Weekly Intake) angegeben. Für Quecksilber liegt dieser bei 1,6 µg Gesamtquecksilber pro Kilogramm Körpergewicht und Woche (EFSA 2008). Embryonen/Föten und Kinder stillender Mütter sind in besonderem Maße durch organisches Quecksilber gefährdet. Daher sollten Schwangere, Stillende, und Kleinkinder Raubfische wie Hai, Aal oder Thunfisch nur mäßig konsumieren.

Weitere Informationen zum Thema Quecksilber finden Sie in unseren Quecksilber-Artikeln.

Nikotin

Nikotin gehört im Gegensatz zu den vorgenannten zu den vermeidbaren Schadstoffen in der Muttermilch. Eine Nikotinabhängigkeit wirkt sich in erheblicher Weise auf die Stillfähigkeit aus. Studien konnten belegen, dass zahlreiche krebsauslösende  Substanzen aus der Zigarette in die Milch übergehen und dort in gleicher Konzentration wie im mütterlichen Blut vorliegen. Dazu gehören Dioxine, Benzpyrene, Nitrosamine und Schwermetalle. Einige von ihnen wie zum Beispiel Nikotin, übersteigen die Werte im Blut. Darüber hinaus verändert Rauchen die Sekretion der mütterlichen Hormone, die die Milchbildung in der Brust bewirken. Es kommt zum verspäteten Milcheinschuss und zur verminderten Milchproduktion.
Die Nationale Stillkommission (2007) empfiehlt daher:

  • Ideal ist, während der Monate des Stillens nicht zu rauchen.
  • Wenn geraucht wird, sollte sich die Stillende darum bemühen, die Zahl der gerauchten Zigaretten möglichst gering zu halten. Ein sehr starker Konsum ist mit der Stillfähigkeit und dem Gedeihen des Kindes schlecht vereinbar.
  • Eingedenk der Tatsache, dass Rauchbestandteile passiv aufgenommen werden, sollte in der Nähe des Kindes nie geraucht werden.
  • Durch bewusste Rauchpausen vor dem Stillen kann die Mutter die Belastung der Milch mit einigen der schädlichen Stoffe reduzieren. Ein typisches Beispiel ist das Nikotin, dessen Konzentration in der Milch schon während einer rund einstündigen Rauchpause deutlich abnimmt.

Zurück zur Übersicht

Auswirkungen und zeitlicher Verlauf

Ehemals gestillte Kinder und Jugendliche haben bis zum Alter von 14 Jahren eine höhere Schadstoffbelastung im Blut als Gleichaltrige, die mit der Flasche ernährt wurden (Becker et. al. 2007, Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg 2005).

Es ist jedoch nicht mit Sicherheit zu belegen, dass diese Belastungen mit der Stillzeit zusammenhängen. Innerhalb von 14 Jahren können viele weitere Faktoren auf die Kinder einwirken, die Einfluss auf die Schadstoffkonzentration nehmen können.

Ein gesundheitlicher Nachteil ist für gestillte Kinder auch nach 14 Jahren nicht erkennbar, Studien deuten auf Vorteile in Bezug auf Immunstatus und eine geringere Neigung zu Übergewicht hin.

Zurück zur Übersicht

Schlussfolgerungen und Empfehlungen

Stillen stellt für die meisten Säuglinge die optimale Versorgung dar. Muttermilch genügt als einziges Lebensmittel für den Zeitraum der ersten sechs Lebensmonate für eine normale Entwicklung gesunder Säuglinge (Empfehlungen der Nationalen Stillkommission am BfR 2004). Nach sechs Monaten kann langsam Beikost eingeführt werden.

Die vorstehenden Daten zur Fremdstoffbelastung der Muttermilch zeigen einen deutlichen Rückgang der Belastung auf. Es zeigt sich aber auch, dass neue Schadstoffe ihren Weg in die Muttermilch finden.

Die Nationale Stillkommission und die Kommission „Human-Biomonitoring“ des Umweltbundesamtes sehen in den Rückständen kein gesundheitliches Risiko für den gestillten Säugling. Sie sollten keinen Anlass für irgendwelche Einschränkungen des Stillens geben (Kommission „Human-Biomonitoring“ des Umweltbundesamtes 2008, Empfehlungen der Nationalen Stillkommission am BfR 2004).

Bereits 1988 und 1992 hatten die WHO und die Deutsche Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie auf Basis der damals höheren Gehalte von PCB und Dioxinen in der Muttermilch festgestellt, dass keinerlei Einschränkungen des Stillens abzuleiten sind (WHO 1988, Beratungskommission Toxikologie der DGPT).

Der Nutzen, der sich für einen gestillten Säugling aus der Ernährung mit Muttermilch ergibt, ist weitaus größer als jede Belastung mit Fremdstoffen. Darüber hinaus nimmt die Fremdstoffbelastung im Laufe einer Stillperiode kontinuierlich ab. Folglich kann nach Einführen der Beikost solange gestillt werden, wie Mutter und Kind es wollen.

Am Rande sei auf neuere Untersuchungen zur Anwesenheit von Fremdstoffen in Säuglingsfertignahrung hingewiesen. Beispielsweise können bei  der Hitzebehandlung pflanzlicher Fette während der Raffination Stoffe wie z.B. 3-MCDP- und Glycidol-Fettsäureester entstehen, die sich in der Säuglingsfertignahrung wiederfinden.

Nach der Geburt eines Kindes hat jede Mutter die Möglichkeit sich von einer Nachsorgehebamme betreuen und beraten zu lassen. Sie hilft auch bei Fragen rund um das Thema Stillen. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse der Mutter. Auch Still- und Laktationsberaterinnen (www.stillen.de und www.lalecheliga.de) helfen Ihnen kostenfrei weiter.

Das Faltblatt „Checkliste für die Zeit nach der Geburt“ der Nationalen Stillkommission gibt weitere Hinweise.

Grundsätzlich sind Fremdstoffe in der Muttermilch generell unerwünscht. Diese Aussage gilt umso mehr, als in den letzten Jahren neue Stoffe wie Flammschutzmittel und Weichmacher hinzugekommen sind. Aus Gründen der Gesundheitsvorsorge fordern die Expertenkommissionen (WHO, Nationale Stillkommission, DFG) geeignete Maßnahmen, um den Eintrag von fettlöslichen und schwer abbaubaren Stoffen in die Umwelt zu verhindern und zu minimieren.

Zurück zur Übersicht

Muttermilchuntersuchungen

Interessierte Stillende können ihre Milch bei den Muttermilch-Untersuchungsstellen der Bundesländer kontrollieren lassen. Die Analyse durch die landeseigenen Labore ist kostenlose. Am Ende dieses Artikels erhalten Sie eine Übersicht über die Untersuchungsstellen in jedem Bundesland.
Besonders wichtig ist diese Möglichkeit für Frauen, die über einen längeren Zeitraum wie durch eine berufliche Tätigkeit in Landwirtschaft oder Industrie mit den Schadstoffen in Kontakt waren.

Muttermilch-Untersuchungsprogramme

  • Niedersachsen
  • Schleswig-Holstein
  • Nordrhein-Westfalen: Kontakt: Chemisches Landes- und Staatliches Veterinäruntersuchungsamt (CVUA). Joseph-König-Straße 40, 48147 Münster, Tel.: 0251 9821-0, E-Mail: poststelle@cvua.nrw.de
  • Mecklenburg-Vorpommern: Kontakt: Landesamt für Gesundheit und Soziales, Herr Dr. Hauk, Tel.: 0381/4955342
  • Bayern: Interessierte wenden sich bitte an das örtliche Gesundheitsamt ihrer Gemeinde

Autorin: Judith Linnemann

Stand: August 2011

Zurück zur Übersicht

Literatur

AAP, American Academy of Pediatrics (2005): AAP policy statement of breastfeeding and the use of human milk. Pediatrics 115, S. 496–506

Beratungskommission Toxikologie der DGPT (1992): Stellungnahme der Beratungskommission Toxikologie der DGPT zur toxikologischen Bedeutung der Dioxin-Gehalte in der Muttermilch, DGPT Mitteilungen Nr. 10, 31.

Becker K, Müssig-Zufika M, Conrad A, et al. (2007): Kinder-Umwelt-Survey 2003/06 – KUS – Human-Biomonitoring. Stoffgehalte in Blut und Urin der Kinder in Deutschland. WaBoLu-Hefte 01/07.

BUA (Beratergremium für umweltrelevante Altstoffe der GDCh) (1999): DDT und Derivate: Modellstoffe zur Beschreibung endokriner Wirkungen mit Relevanz für die Reproduktion. Hirzel Verlag, Stuttgart.

Bode, Lars (2003): Einfluss von Humanmilch-Oligosacchariden auf Selektin-vermittelte Zell-Zell-Interaktionen im Immunsystem. Dissertation zum Erlangen des Doktorgrades im Fachbereich Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement der Justus-Liebig-Universität Giessen.

Cameron, Patricia; Smolka, Susanne (2005): Über 300 Schadstoffe in der Muttermilch. Zeit für eine neue Chemikalienpolitik. Hrsg: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND). Online verfügbar. 

Empfehlungen der Nationalen Stillkommission am BfR (2004) Stilldauer. Online abrufbar.

EU (2003): Richtlinie 2003/11EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 6. Februar 2003 zur 24. Änderung der Richtlinie 76/769/EWG des Rates über Beschränkungen des Inverkehrbringens und der Verwendung gewisser gefährlicher Stoffe und Zubereitungen (Pentabromdiphenylether, Octabromdiphenylether). Online verfügbar.

Fox PF und Mcsweeney PLH (1998): Dairy chemistry and biochemistry. Thomas Science, London, UK

Kommission „Human-Biomonitoring“ des Umweltbundesamtes (1999): Referenzwerte für HCB, Beta-HCH, DDT und PCB in Frauenmilch. Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschund, Gesundheitsschutz 42, S. 533–539

Kommission „Human-Biomonitoring“ des Umweltbundesamtes (2008): Aktualisierung der Referenzwerte für HCB, Beta-HCB, DDT und PCB in Frauenmilch. Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschund, Gesundheitsschutz 51, S. 1239-1242.

Kramer, MS; Kakuma, R (2004): The optimal duration of exclusive breastfeeding: a systematic review. Adv Exp Med Biol 554, S. 63–77

LandesGesundheitsAmt Baden-Württemberg (2005): Projekt Beobachtungsgesundheitsämter: Belastungs- und Wirkungsmonitoring. Untersuchungen 2002/2003 – Ergebnisse und Bewertung. Heft 2005/1.

Lawrence RA (2000): Breastfeeding: benefits, risks and alternatives. Curr Opin Obstet Gynecol 12, S. 519–524.

Niedersächsisches Landesgesundheitsamt Umweltanalytik – Muttermilchuntersuchungsprogramm. Online verfügbar.

Rodriguez-Palmero M, Koletzko B, Kunz C, Jensen R (1999): Nutritional and biochemical properties of human milk: II Lipids, Micronutrients, and Bioactive Factors. Clin Perinatol, 26(2): S. 335-359.

Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe (2004). Online verfügbar.

U.S. Department of Health and Human Services (2002): Public Health Service Agency for Toxic Substances and Disease Registry. Toxicological profile for DDT, DDE, and DDD. Online verfügbar.

Vieth, B.: Stillen und unerwünschte Fremdstoffe in Frauenmilch, Teil 1: Datenlage und Trends in Deutschland. Umweltmedizinischer Informationsdienst 2/2002.

Vieth, B.: Stillen und unerwünschte Fremdstoffe in Frauenmilch, Teil 2: Datenlage und Trends in Deutschland. Umweltmedizinischer Informationsdienst 1/2003.

Villalpando S und Hamosh M (1998): Early and late effects of breast-feeding: Does breast-feeding really matter? Biol Neonate 74: S. 177-191.

WHO (1988): PCBs, PCDDs and PCDFs in breast milk: Assessment of health risks. In: Environment Health Series No. 29. Copenhagen.

WHO (1998): Assessment of the health risk of dioxins: re-evaluation of the Tolerable Daily Intake (TDI). In: Food Additive Contaminats (2000) 17, 223-240.

WHO (2007): Planning guide for national implementation of the global strategy for infant and young child feeding. World Health Organization. Online verfügbar.

Bildnachweis: pixelio

Zurück zur Übersicht

facebook wong myspace_de twitter_de del.icio.us

 

 

Sitemap | Impressum | Editorial Policy | Patientenberatung | Datenschutzerklärung