Cochrane Review: Hausstaubmilben und Asthma

Auszüge aus dem Original: 

House dust mite control measures for asthma.

(sinngemäße Übersetzung: Maßnahmen zur Vermeidung des Kontaktes mit Milbenkot bei Asthmapatienten)

Cochrane Database Syst Rev. 2008;(2):CD001187.

Update of: Cochrane Database Syst Rev. 2001;(3):CD001187.

Gøtzsche PC, Johansen HK, Schmidt LM, Burr ML.
Nordic Cochrane Centre, Rigshospitalet, Dept. 7112, Blegdamsvej 9, Copenhagen Ø, Denmark, 2100.

BACKGROUND: The major allergen in house dust comes from mites. Chemical, physical and combined methods of reducing mite allergen levels are intended to reduce asthma symptoms in people who are sensitive to house dust mites. 

sinngemäße Übersetzung: Das im Hausstaub hauptsächlich vorkommende Allergen stammt von Hausstaubmilben. Chemische, physikalische oder kombinierte Methoden zur Hausstaubmilben(kot)reduktion sollen Asthmasymptome bei hausstaubmilbensensibilisierten Personen verringern.    ...

REVIEWERS' CONCLUSIONS: Chemical and physical methods aimed at reducing exposure to house dust mite allergens cannot be recommended. It is doubtful whether further studies, similar to the ones in our meta-analysis, are worthwhile. If other types of studies are considered, they should be methodologically rigorous and use other methods than those used so far, with careful monitoring of mite exposure and relevant clinical outcomes.

Sinngemäße Übersetzung: Chemische, physikalische oder kombinierte Methoden zur Hausstaubmilben(kot)reduktion können nicht empfohlen werden. ...

Encasing als Maßnahme zur Vermeidung des Kontaktes mit Milbenkot bei Allergikern auch weiterhin sinnvoll

In einer Literaturauswertung durch das renommierte COCHRANE Institut und in einem Leitartikel der angesehenen Zeitschrift LANCET (Editorial, Lancet 371:1390, 2008) wird die Wirksamkeit von dem sog. Encasing (Milbenkot-dichte Umhüllung von Matratzen) angezweifelt. Das Encasing ist eine weit verbreitete, aufwändige und nicht ganz billige Methode, um Allergikern mit Sensibilisierung gegen den Kot von Hausstaubmilben zu helfen.

Diese Analysen werden von namhaften deutschen Pädiatrischen Allergologen analysiert, kritisiert und die Ergebnisse werden angezweifelt:

R. Szczepanski: „Ein Encasing ... ist eine weiterhin sinnvolle Maßnahme für Kinder und Jugendliche bei nachgewiesener Sensibilisierung. ... Die Datenlage rechtfertigt derzeit nicht, auf das Encasing bei nachgewiesener Sensibilisierung zu verzichten“.

M. Kopp, J. Forster: „Die Metaanalyse von Gøtzsche und Johansen (1) stellt nicht die Milbenallergenmeidung als ein sinnvolles Therapieprinzip in Frage. Dies wird auch ausdrücklich von den Autoren in der Diskussion so hervorgehoben: It seems inherently implausible to suggest that complete removal of a major provoking agent would be ineffective.

Die generelle Empfehlung der Autoren, dass chemische oder physikalische Maßnahmen zur Milbenallergenminderung gesundheitlich nicht wirksam sind und deswegen nicht als sinnvoll erachtet werden, lassen hingegen folgende wichtige Aspekte außer Acht:

  • Eine differenzierte Betrachtung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene fehlt.
  • Es wurde nicht unterschieden, ob die Patienten lediglich eine Sensibilisierung gegenüber Hausstaubmilben hatten oder auch eine klinisch relevante Hausstaubmilbenallergie.
  • Ob die vorhandene Milbenexposition klinisch relevant war, ist nicht klar. 
  • Arbeiten, die eine signifikante Allergenreduktion erreicht haben, und Arbeiten die keine Milbenreduktion erreichten, wurden zusammen analysiert. 

Abschließend bleibt festzuhalten, dass das Therapieprinzip der Allergenmeidung weder durch die Metaanalyse noch in der Metaanalyse selbst in Frage gestellt wird.

Als Fazit und Empfehlung für den Praxisalltag bleibt daher, Maßnahmen zur Milbenallergenkonzentration bei Patienten dann zu ergreifen, wenn sie eine allergische Sensibilisierung gegen Hausstaubmilben aufweisen, und eine Hausstaubmilbenexposition besteht, bei der die Betroffenen relevante Symptome zeigen. "

Allum-Text zu Encasings: Allergendichte Matratzenbezüge (Encasing)

Veröffentlicht: 24. Juli 2008 - 0:00 Uhr

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