Duftstoffe

Auszüge aus dem Original: 

Anwendung von Duftstoffen. Was ist mit den Nebenwirkungen?
W. Straff (2005) Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 48: 1400 - 1405


Aus der Zusammenfassung:

Duftstoffe werden seit Jahrhunderten eingesetzt und finden im privaten, aber auch im öffentlichen Raum Verwendung. ... Während schon lange versucht wird, schlechte Gerüche mit angenehmen Dufteindrücken zu überdecken, sind Marketingexperten nun dabei, auch diesen Sinn in der multimedialen Erlebniswelt mit einzubeziehen. Technische Mittel sollen helfen, den Geruchssinn im positiven Sinne anzusprechen, den Geruch gewissermaßen zur Marke zu machen, zum unverwechselbaren Merkmal des Produktes oder eines Ortes. Zum „schöner Wohnen“ oder „schöner Einkaufen“ gehört heutzutage immer häufiger auch das olfaktorische Design. Dem verbreiteten Einsatz von Duftstoffen stehe eine auffallende Unkenntnis über die möglichen Nachteile für die Gesundheit und Umwelt gegenüber. Bestimmte Substanzen (z.B. einige Moschusverbindungen) haben sich als persistent und akkumulierend herausgestellt, und manche Duftstoffe gehören zu den Substanzen, die beim Menschen sehr häufig Kontaktallergien auslösen oder eine Rolle bei anderen Unverträglichkeiten spielen. Im Gegensatz zu audio-visuellen Reizen kann sich der Mensch Gerüchen oft nur schwer entziehen. Deshalb stellt sich die Frage, ob Duftstoffe nicht wegen möglicher Risiken für die Gesundheit und Umwelt eine höhere Aufmerksamkeit zukommen sollte.

Der im Umweltbundesamt tätige Autor beschreibt die Verwendung von Duftstoffen - ausgehend vom Altertum über das Mittelalter bis hin zur Neuzeit. Das "Air design" von Innnenräumen und Produkten ist zu einem schnell wachsenden Markt geworden. Der Anwesenheit von Duftstoffen in Verkaufsräumen und anderen öffentlichen Räumen kann sich der Verbraucher kaum noch entziehen. Duftstofffreie Produkte sind eindeutig in der Minderzahl. Eine vom UBA in Auftrag gegebene Studie aus dem Jahr 2004  kommt zu dem Ergebnis, daß in Deutschland mit etwa einer halben Million Duftstoff-Allergikern zu rechnen sei (nach Nickel sind Duftstoffe die häufigsten Auslöser von Kontaktallergien).

Der Artikel enthält viele interessante Fakten und Überlegungen und weist auf offene Fragen (z.B. zur Duftstoffwirkung bei Asthmatikern nach inhalativer Aufnahme) hin. An einigen Stellen hätten persönliche Vermutungen des Autors ( z.B. zu Wirkungen unterhalb der Riechschwelle, zur Wirkung auf Kinder) fachlich stärker untermauert werden können. Nicht immer ist die neueste verfügbare Literatur zitiert worden.

Veröffentlicht: 23. Februar 2006 - 0:00 Uhr

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