World Cancer Report 2008

Auszüge aus dem Original: 

IARC Publications: World Cancer Report 2008, edited by Peter Boyle and Bernard Levin

The International Agency for Research on Cancer (IARC) was founded by Resolution of the World Health Assembly in September 1965. At this time, although data were sparse, cancer was widely considered to be a disease of westernised, high-resource, industrialised countries. Today the situation has changed dramatically, with the majority of the global cancer burden now found in low- and medium-resource countries.

Sinngemäße Übersetzung
Die Internationale Agentur für Krebsforschung, kurz IARC (von engl. International Agency for Research on Cancer) wurde im September als eine Einrichtung der WHO gegründet. Obwohl zu dieser Zeit kaum Daten vorlagen, ging man davon aus, dass Krebs eine Krankheit der westlichen Industrienationen sei. Heute hat sich die Situation drastisch verändert: die Mehrzahl der Krebsfälle ist nun in den mittel- bis unterentwickelten Ländern zu finden.

The global burden of cancer has more than doubled during the past 30 years. In 2008, it is estimated that there were over 12 million new cases of cancer diagnosed, 7 million deaths from cancer and 25 million persons alive with cancer. The continued growth and ageing of the world’s population will greatly affect the cancer burden.

Sinngemäße Übersetzung
In den letzten 30 Jahren haben sich die Krebsfälle mehr als verdoppelt. Es wird geschätzt, dass im Jahr 2008 mehr als 12 Millionen Neuerkrankungen diagnostiziert wurden, 7 Millionen Menschen starben an Krebs und 25 Millionen überlebten die Krankheit. Der kontinuierliche Anstieg und das Altern der Weltbevölkerung wirken sich stark auf die Krankheitslast insgesamt aus.

The greatest impact of this increase will fall on the low- and medium-resource countries.

Sinngemäße Übersetzung
Der größte Anstieg wird die mittel- bis unterentwickelten Länder treffen.

However, there are prospects for cancer prevention in all resource settings. Tobacco smoking is the best-understood major human carcinogen. One third of cancers in high-resource countries are caused by tobacco smoking, which also causes a large proportion of deaths from other chronic disease including vascular disease and chronic obstructive pulmonary disease.

Sinngemäße Übersetzung
Es gibt aber viele Möglichkeiten der Prävention. Tabakrauch ist eines der bedeutendsten und best untersuchten Krebsauslöser beim Menschen. Ein Drittel aller Krebserkrankungen in den entwickelten Ländern wird durch das Zigarettenrauchen verursacht, welches auch einen großen Anteil an anderen Todesfällen und chronischen Erkrankungen hat, inklusive Herz-Kreislauf- und chronische Atemwegserkrankungen.

Modifiable risk factors for cancer have been identified, including alcohol consumption, excessive exposure to sunlight, lack of physical activity, overweight and obesity, dietary factors, occupational exposures and chronic infection.

Sinngemäße Übersetzung
Weitere beeinflussbare Risikofaktoren wurden identifiziert, beispielsweise: Alkoholkonsum, übermäßgie Expostion gegenüber UV-Licht, geringe körperliche Aktivität, Übergewicht, Fettleibigkeit, Ernährungsweisen, berufliche Exposition und chronische Infektionen.

Effective prevention will reduce the risk of cancer, and effective screening will allow many others to be successfully treated for their disease.

Sinngemäße Übersetzung
Effektive Prävention reduziert das Risiko an Krebs zu erkranken. Reihenuntersuchungen zur Früherkennung erlauben eine erfolgreiche Behandlung der Krankheit.

Der World Cancer Report 2008 der Weltgesundheitsorganisation untersucht Häufigkeiten und Ursachen von Krebserkrankungen weltweit. In dem Report werden vier Dinge deutlich:

Erstens: Krebs ist eine Erkrankung des Alters. Ab dem 65. Lebensjahr steigt das Risiko an Krebs zu erkranken deutlich an.

Zweitens: Die Ursachen unterscheiden sich nach Entwicklungsstand der Länder. In den Industrienationen gilt der aktive und passive Konsum von Tabak als der häufigste Auslöser einer Krebserkrankung. Dagegen sind es in den Entwicklungsländern vor allem chronische Erkrankungen wie Tuberkulose, die zur Entwicklung eines Karzinoms führen. Als Folge von AIDS tritt das Kaposi-Sarkom besonders auf dem afrikanischen Kontinent immer mehr in Erscheinung. Umweltbelastungen wie Feinstaub, Asbest und ionisierende Strahlung wirken sich in der Gesamtheit der Krebserkrankungen weltweit kaum aus.

Drittens: Die Belastungen, die für die Gesundheitssysteme der Länder durch Krebs entstehen, sind auf der Welt ungleich verteilt. Die WHO schätzt, dass mehr als die Hälfte der Krebserkrankungen in Entwicklungsländern diagnostiziert werden und zwei Drittel der Krebstoten der Welt aus Entwicklungsländern stammen. Insgesamt lag die Zahl der Neuerkrankungen 2008 weltweit bei etwa 12,4 Millionen Fällen, 7,5 Millionen Menschen starben 2008 an Krebs.

Viertens: Die Ressourcen der Gesundheitssysteme in den Entwicklungsländern reichen oftmals für eine adäquate Behandlung nicht aus. So sterben Betroffene in Entwicklungsländern an Krebsformen, die in Industrienationen mit relativ viel Erfolg behandelt werden können. Selbst wenn die Erkrankung sich als unheilbar herausstellt, besteht in den westlichen Ländern die Möglichkeit der palliativen Therapie. Auch diese Option, die unter anderem die Lebensverlängerung und Schmerzlinderung im Blickfeld hat, ist in vielen Entwicklungsländern aufgrund schwacher Ressourcen nicht durchführbar.

Der World Cancer Report ist als Übersichtsarbeit zu den verschiedensten Krebserkrankungen in der Welt mit ihren Ursachen und Therapiemöglichkeiten zu verstehen. Er macht deutlich, wie stark sich das individuelle Risikoverhalten auf die Gesundheit des Einzelnen auswirkt. In methodischer Hinsicht ist zu bedenken, dass es in der Welt kein flächendeckendes Erfassungssystem von Krankheiten und Sterbefällen gibt. So kann der Report nur eine Abschätzung sein, die jedoch einen wichtigen Beitrag für weiteres gesundheitspolitisches Handeln leistet.

Literatur: 

Quelle: International Agency for Research on Cancer (2009): World Cancer Report 2008, edited by Peter Boyle and Bernard Levin. Online verfügbar.

Veröffentlicht: 15. Mai 2009 - 0:00 Uhr

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