Allergieprobleme durch Ambrosia artemisiifolia nehmen zu

Beifuß-Ambrosie. Bildquelle: Brunga, Wikimedia Commons

Die Beifuß-Ambrosie breitet sich zunehmend in Europa aus. Foto: Brunga, Wikimedia Commons.

Die Pflanze Ambrosia artemisiifolia, auf Deutsch das Beifußblättrige Traubenkraut oder Beifuß-Ambrosie genannt, ist ursprünglich in Nordamerika beheimatet (engl. Ragweed). Sie breitet sich durch Klimaveränderungen, zunehmenden Warenverkehr und ambrosiasamenhaltiges Vogelfutter in Europa aus. Warum ist diese Entwicklung für Pollenallergiker und für das Gesundheitssystem von Bedeutung?

Hohes Allergiepotenzial und späte Blütezeit

Ambrosia artemisiifolia besitzt ein viel stärkeres allergisches Potenzial als heimische Pflanzen. Zugleich wird die Beschwerdezeit, die bisher in den Monaten von Februar bis August lag, durch ihre späte Hauptblütezeit ab August bis in den Oktober verlängert. Mit der Ausbreitung der Pflanze nehmen die allergiebedingten Probleme zu und die damit verbundenen Gesundheitskosten steigen durch häufigere Arztbesuche und verstärkte Medikamentengaben. Nach Hochrechnungen könnten dadurch auf Deutschland mehrere Millionen Euro pro Jahr an zusätzlichen Behandlungskosten zukommen.

Bereits heute reagieren nach einer aktuellen wissenschaftlichen Studie (siehe "Literatur") 12 % aller Pollenallergiker auch allergisch auf Ambrosia-Pollen. In Zukunft wird nach Schätzungen dieser Studie sogar jeder zweite Pollenallergiker betroffen sein.

Die Betroffenen können Aktivitäten im Freien teilweise nur in der beschwerdefreien Zeit ausüben und müssen, je nach Schwere der Allergie, Einschränkungen bei der Arbeitsleistung in Kauf nehmen. Die Zahl der Fehltage durch Arbeitsunfähigkeit dürfte mit der Zunahme von Ambrosia-Allergien steigen. Schon jetzt werden Ambrosia-Allergiker überdurchschnittlich häufig aufgrund ihrer Beschwerden krankgeschrieben.

Angesichts der starken Beschwerden, die eine Ambrosia-Allergie mit sich bringt, überrascht es nicht, dass viele betroffene Allergiker bereit wären, Geld für Maßnahmen zur Bekämpfung der Pflanze auszugeben. Neben den üblichen Allergie-Symptomen wie Bindehautentzündung (Konjunktivitis) und Fließschnupfen (Rhinitis) tritt Asthma bei Ambrosia-Allergikern etwa zweimal so häufig auf wie bei anderen Pollenallergikern. Schon bei mildem Asthma besuchen sie den Arzt doppelt so oft wie Nichtallergiker. Eine stationäre Behandlung wird ebenfalls doppelt so häufig benötigt wie bei Nichtallergikern. Entsprechend werden die Kosten steigen, wenn das Asthma schwerwiegender wird.

Ausreißen statt abschneiden!

Bund, Länder und Kommunen müssen großflächige Bestände bekämpfen, um der weiteren Ausbreitung der Beifuß-Ambrosie entgegenzuwirken.

Im Kleinen kann jeder einen Beitrag leisten. Einzelne Pflanzen und größere Bestände sind in Hausgärten, in Blumenfeldern, auf Baustellen, an Ackerrändern, auf offenen Böden, an Straßenrändern und an Bahnlinien anzutreffen. Wenn Sie Ambrosia-Pflanzen finden, reißen Sie diese mit der Wurzel vor der Blüte aus und entsorgen Sie sie in einem Plastikbeutel im Hausmüll. Auf keinen Fall dürfen Sie die Pflanzen auf den Kompost bringen, da sie dort wieder anwachsen, Pollen bilden und diese über die Luft verteilen könnten.

Bei der Arbeit sollten Sie Handschuhe und eine Feinstaubmaske tragen.

Größere Bestände sollten den zuständigen Behörden über die Internetseite des Julius Kühn-Instituts oder die InfoPage Beifuß-Ambrosie gemeldet werden.

Wenn Sie Vogelfutter kaufen, achten Sie darauf, dass dieses frei von Ambrosia-Samen ist und beobachten Sie im Frühjahr die Flächen unter den Futterstellen.

Weitere Informationen zur Ambrosia-Allergie und zur Entsorgung von Pflanzen erhalten Sie auf Allum unter "Beifuß-Ambrosie - Beifußblättriges Traubenkraut".

Veröffentlicht: 12. Oktober 2012 - 0:00 Uhr

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von Brunga (Eigenes Werk) [<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC BY-SA 3.0</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC BY-SA 3.0</a> oder <a href="http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html">GFDL</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ABrunga_Parlagfu_Ambrozia_DSC00528.jpg">via Wikimedia Commons</a>