Arzneimittelrückstände im Trinkwasser

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Öko-Test untersuchte Trinkwasser aus 69 deutschen Städten auf Arzneimittelrückstände. Als Markersubstanz wurde Gadolinium, ein MRT-Kontrastmittel, im Trinkwasser untersucht. Das Ergebnis: Bei der Mehrzahl der Städte ist die Konzentration unauffällig, in 18 Städten fanden sich jedoch (leicht) erhöhte Werte.

Arzneimittelrückstände im Trinkwasser werden immer wieder gefunden. Dabei sind nicht die Krankenhäuser die Hauptverursacher, sondern die Verbraucher. Laut Aussagen der Deutschen Krankenhausgesellschaft gelangen ca. 80 Prozent der Arzneimittelrückstände durch private Haushalte ins Abwasser; zum einen durch menschliche Ausscheidungen, zum anderen durch die Entsorgung von Medikamenten über die Toilette oder den Ausguss.

Die Arzneimittel im Klärwerk herauszufiltern ist kaum möglich, da sie im Wasser gelöst sind. Mit dem Ablauf wird es in den nächsten Fluss gespült. Wird das Trinkwasser aus Uferfiltraten gewonnen, kann es zu einer Kontaminierung kommen.

Um eine Schädigung für den Menschen auszuschließen wurde 2003 der gesundheitliche Orientierungswert (GOW) eingeführt. Dieser liegt bei Arzneimittelrückständen i.d.R. bei 0,1 μg/l (100 ng/l) und gilt auch für Gadolinium im Trinkwasser.

Was ist Gadolinium? Wozu wird es verwendet?

Bei Gadolinium handelt es sich um ein Metall, welches natürlich im Wasser vorkommt, allerdings in geringen Konzentrationen.

Intravenös injiziert wird es als Kontrastmittel bei Untersuchungen im MRT eingesetzt. In Deutschland werden jährlich ca. 1600 kg Gadolinium in Form von Kontrastmitteln verbraucht.

Die Testergebnisse

Ökotest geht davon aus, dass die erhöhte Gadoliniumkonzentration im Trinkwasser auf Arzneimittelrückstände zurückzuführen ist. Insbesondere Westberlin (Tegel) und Städte am Rhein bzw. an der Ruhr wiesen erhöhte oder leicht erhöhte Gadoliniumkonzentrationen auf. Die Höchstmengen (34 bis 40 ng/l) fanden sich in Mülheim, Oberhausen und Bochum.

Fazit

Die gefundenen Höchstmengen liegen weit unter dem gesundheitlichen Orientierungswert. Gesundheitsschädliche Auswirkungen sind derzeit nicht zu erwarten. Allerdings sind Gadolinium-Komplexe sehr stabil und haben eine lange Umwelt-Halbwertszeit.

Literatur: 

Öko-Test (2014). Ha(h)nebüchen. Öko-Test Heft 9, 18-28.

 

Veröffentlicht: 4. September 2014 - 11:54 Uhr

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