Babyschwimmen

Helene Souza/pixelio.de

In der Tagespresse finden sich derzeit Warnungen zum Thema Babyschwimmen. Es könne Asthma auslösen.

Die Berichte stützen sich dabei auf einen Artikel im Bundesgesundheitsblatt. Darin fasst die Schwimm- und Badebeckenwasserkommission beim Umweltbundesamt Studien der letzten Jahre zusammen: einige der Untersuchungen deuten darauf hin, dass tägliche und über mehrere Stunden andauernde Besuche in Hallenbädern das Risiko für Allergien, Asthma und Bronchitis deutlich erhöhen können. Dies gilt insbesondere für Bademeister und andere Angestellte, die durch Allergien und Asthma in der Familie vorbelastet sind. Die meisten Arbeiten können jedoch keine Nachteile zeigen.

Aufgrund der unterschiedlichen Aussagen ist es schwierig eine allgemeingültige Empfehlung zu geben. Das Umweltbundesamt schreibt hierzu: „ (...) kann ein zusätzliches Risiko, an Asthma zu erkranken, nach dem gegenwärtigen Wissensstand für die empfindlichste Personengruppe nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden.“ Bis sichere Studienergebnisse vorliegen, rät das Umweltbundesamt solchen Kindern unter zwei Jahren vom Babyschwimmen ab, in deren Familien gehäuft Allergien und Asthma vorkommen.

Sicher ist, dass die Nebenprodukte der Chlorung die Schleimhäute reizen können. Eltern sollten daher genau auf ihr Kind achten. Reagiert es auf die Schwimmbadluft empfindlich, sollten sie im Sommer auf Frei- oder Naturfreibäder ausweichen. Gegen gelegentliche Schwimmbadbesuche ist auch bei Asthmatikern nichts einzuwenden.

Für die Sicherheit der Kinder ist es wichtig, dass sie so früh wie möglich schwimmen lernen. Organisiertes Babyschwimmen kann helfen, die Kinder frühzeitig an das nasse Element zu gewöhnen.

Fazit

Die Chlorung von Schwimmwasser ist unumgänglich, um die Verunreinigung mit möglicherweise krankheitserregenden Keimen gering zu halten. Allgemein stellen regelmäßige Schwimmbadbesuche kein Risiko dar. Für Kinder unter zwei Jahren sind spezielle Lehrschwimmbecken mit frischem Wasser und einem etwas niedrigeren Chlorgehalt besser geeignet.
Bevor Sie mit Ihrem Kind ins Wasser gehen, waschen Sie sich und Ihr Kind gründlich und suchen Sie noch einmal die Toilette auf. Je weniger Keime, Schweiß und Kosmetika ins Wasser gelangen, umso weniger Chlor müssen die Schwimmbadbetreiber einsetzen.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch hier: Chlorverbindungen in Schwimmbädern

Literatur: 

Grummt, T. (2010). Integrierte Risikoabschätzung für die neue Generation der Desinfektionsnebenprodukte. Teilprojekt 2: Wirkmechanismen und Effektabschätzung für den Menschen im Schwimm- und Badebeckenwasser. Schlussbericht des Forschungsvorhabens, Umweltbundesamt, Bad Elster.

Umweltbundesamt. (2011). Babyschwimmen und Desinfektionsnebenprodukte in Schwimmbädern. Mitteilung des Umweltbundesamtes nach Anhörung der Schwimm- und Badebeckenwasserkommission des Bundesministeriums für Gesundheit beim Umweltbundesamt. Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz , 54 (1), 142-144.

Veröffentlicht: 12. Januar 2011 - 0:00 Uhr

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