EFSA veröffentlicht Neubewertung von Bisphenol A (BPA)

EFSA veröffentlicht Neubewertung von Bisphenol A (BPA)

© Edgar181 / Wikimedia Commons

Seit vielen Jahren beschäftigt sich die EFSA, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Parma, mit dem wichtigen und gleichzeitig vieldiskutierten Umweltstoff Bisphenol A (BPA). Bisphenol A ist unter anderem Ausgangsstoff für die Herstellung von Polycarbonat und von Epoxidharzen, die zur Beschichtung von Konservendosen dienen. Auch im Thermopapier (Kassenbons, Quittungsdruck usw.) ist Bisphenol A enthalten.  

Nun hat am 21. Januar 2015 der hierfür zuständige Ausschuss CEF ("Panel on Food Contact Materials, Enzymes, Flavourings and Processing Aids") seine Neubewertung für Bisphenol A veröffentlicht. 

Die wichtigsten Aussagen lauten zusammengefasst:

  • die Bewertung erfolgte in einem offenen und transparenten Verfahren unter Beteiligung nationaler Einrichtungen, NGOs, der Industrie, Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit.  
  • EFSA senkt den Wert für die duldbare lebenslange Aufnahme (TDI) von Bisphenol A von 50 auf 4 Mikrogramm BPA pro Kilogramm Körpergewicht und Tag ab. 
  • dieser neue Wert hat mit Blick auf noch ausstehende Ergebnisse US-amerikanischer Studien vorläufigen Charakter ("t-TDI"). 
  • die Gesamt-Exposition der Verbraucher gegenüber BPA liegt drei- bis fünffach unter diesem Wert, sie stellt also nach gegenwärtigem Kenntnisstand kein Gesundheitsrisiko dar. Dies gilt für alle Altersgruppen der Bevölkerung. 
  • Für die gelegentlich geäußerte Annahme, dass geringste Mengen von BPA biologisch besonders wirksam seien ("nichtmonotone Dosis-Wirkungsbeziehung"), liegen keine wissenschaftlich stichhaltigen Hinweise bzw. Studien vor. 

Insgesamt hat sich die Datenlage zu Bisphenol A seit der letzten EFSA-Bewertung in 2006 erheblich verbessert, der EFSA liegen jetzt deutlich mehr Daten zur BPA-Aufnahme über die Nahrung beim Menschen vor. Das macht die Risikobewertung sicherer und belastbarer. Allerdings fehlen weiterhin noch Daten zur BPA-Aufnahme über die Haut, etwa beim Kontakt mit Thermopapier. 

Die EFSA-Neubewertung von Bisphenol A steht im Einklang mit Risikobewertungen anderer namhafter Einrichtungen, z.B. der US-amerikanischen FDA (Food and Drug Administration) und von Health Canada. 

Quelle: EFSA zu Bisphenol A http://www.efsa.europa.eu/en/topics/topic/bisphenol?wtrl=01 abgerufen am 23.01.2015 und erneut abgerufen am 27.3.2015

Mehr zu diesem Thema finden Sie auf Allum unter Bisphenol A.

Veröffentlicht: 23. Januar 2015 - 11:59 Uhr

Autor/en:

Bildquelle: 

Grafik oben rechts (Bisphenol A): Edgar181, Wikimedia Commons - Link zum Bild