Einhaltung der Luftqualitätsgrenzwerte: wirklich ein Erfolg?

Einhaltung der Luftqualitätsgrenzwerte: wirklich ein Erfolg?

© Marco Barnebeck (Telemarco) / pixelio.de

Im Jahr 2021 wurden die Luftqualitätsgrenzwerte in Deutschland nahezu überall eingehalten.

In seiner Pressemitteilung vom 10.Februar 2022 hat das Umweltbundesamt (UBA) vermeldet, dass die Luftqualitätsgrenzwerte in Deutschland im Jahr 2021 nahezu überall eingehalten wurden.

Dies klingt nach den vielen Meldungen, Alarmen und Diskussionen über die Grenzwerte der hauptsächlich gesundheitsgefährdenden Luftschadstoffe Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstäube (PM 10) erstmals nach Entspannung.

Bedenkt man aber, dass die jetzt gerade eingehaltenen EU-Grenzwerte seit gut 20 Jahren gelten, zeigt dies, wie langsam und mühselig dieser relative Erfolg erreicht wurde. Und ohne die ständige Kritik aus der Zivilgesellschaft und von Umweltschutzorganisationen wie z.B. BUND und DUH bis hin zu deren erfolgreichen Klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht und dem Europäischen Gerichtshof wäre dieser Prozess noch deutlich langsamer verlaufen.

Luftverschmutzung weiterhin eine erhebliche gesundheitliche Belastung

Der Präsident des UBA, Dirk Messner, betont denn auch, dass laut Europäischer Umweltagentur (EEA) die Luftverschmutzung in den 27 EU-Mitgliedstaaten weiterhin als erhebliche gesundheitliche Belastung mit Feinstaub als größter Bedrohung einzustufen ist.

So führt die EEA für das Jahr 2019 53.800 vorzeitige Todesfälle in Deutschland auf eine dauerhafte Belastung mit Feinstaub zurück. Dieser wird neben dem Verkehr mit Verbrennungsmotoren und Bremsen aller Art, der Industrie und der Landwirtschaft, anteilsmäßig zunehmend mehr durch die Verbrennung von Holz in Kaminen und Holzöfen produziert, wenn in deren Abluft keine technisch optimale Filtertechnik installiert ist.

Diese Kenntnisse sind um so bedeutsamer, als dass die zuständige Kommission der ⁠WHO im September 2021 neue Leitlinien für gesunde Luft vorgelegt hat. Aufgrund der tausendfachen, neuen, wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten 20 Jahre soll der zulässige Jahresmittelgrenzwert für NO2 von den jetzt gerade erreichten 40 yg /m3 auf 10 yg /m3 und bei Feinstaub PM 2,5 von 25 yg /m3 auf 5 yg /m3 gesenkt werden.

Zum Schutz der Gesundheit sind deshalb weitere erhebliche Anstrengungen erforderlich, so Messner mit Ziel „ unsere Luft so sauber wie möglich zu kriegen. Denn die aktuellen Daten der WHO zeigen: Jedes Mikrogramm Luftbelastung weniger ist gut für unsere Gesundheit.“


UBA: Luftqualitätsgrenzwerte in Deutschland 2021 nahezu überall eingehalten

Veröffentlicht: 17. Februar 2022 - 11:00 Uhr

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