EU verabschiedet Verordnung zu Acrylamid

Acrylamid entsteht beim Backen, Braten, Frittieren und Rösten stärkehaltiger Speisen. @ Rainer Sturm / pixelio.de

Anfang dieser Woche hat die EU-Kommission eine Verordnung zur Reduktion des Acrylamid-Gehalts in Lebensmitteln verabschiedet.

Die Verordnung tritt im April 2018 in Kraft und beinhaltet Auflagen für Lebensmittelproduzenten sowie Gaststätten- und Backstubenbetreiber bzgl. der Zubereitung von Speisen.

Hohe Aufnahmemengen von Acrylamid können das Krebsrisiko erhöhen

Acrylamid entsteht beim Backen, Braten, Frittieren und Rösten von stärkehaltigen Speisen. Dazu gehören Pommes frites, Kartoffelchips, Knäckebrot oder Gebäck, aber z. B. auch Kaffee.

Acrylamid ist erbgutverändernd (mutagen). In welchem Maße Acrylamid das Risiko einer Krebserkrankung tatsächlich erhöht, ist noch umstritten. In solchen Fällen gilt das Vorsorgeprinzip.

Vorgaben für Lebensmittelhersteller und Anleitung für Verbraucher

Mit ihrer achtseitigen Verordnung möchte die EU-Kommission den Gehalt an Acrylamid insbesondere durch die folgenden Maßnahmen und Herstellungsverfahren verringern:

  • stärkehaltige Lebensmittel sollen bei möglichst niedrigen Temperaturen zubereitet werden
  • Kartoffelprodukte und mehlhaltige Speisen wie Pommes frites, Brot oder Gebäck sollen möglichst wenig gebräunt werden
  • für das Backen, Braten oder Garen von Kartoffelprodukten sind Kartoffelsorten mit geringem Stärkegehalt zu verwenden
  • die Stärke ist vor dem Erhitzen durch Einweichen in Wasser zu reduzieren

Diverse Einzelvorschriften regeln die Auswahl von Kartoffelsorten und die Herstellung von Pommes frites, Keksen, Kaffee usw.

Für Verbraucher sieht die Verordnung entsprechende Anleitungen vor, die sie über Maßnahmen zur Reduktion des Acrylamidgehalts informieren. Die Lebensmittelproduzenten sind künftig angehalten, entsprechende Tipps auf den Verpackungen oder über andere Kommunikationswege zu vermitteln.

Infos zum Thema:

"Acrylamid" auf Allum
Verordnung (EU) 2017/2158 der EU-Kommission vom 20. November 2017
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu Acrylamid
Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa): "Acrylamid in Lebensmitteln ist ein Problem für die öffentliche Gesundheit" (2015)

 

Veröffentlicht: 23. November 2017 - 10:18 Uhr

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Grafik oben rechts (Pommes frites): Rainer Sturm / <a href="https://www.pixelio.de" target="_blank">pixelio.de</a>.