Fördert Triclosan Antibiotikaresistenzen?

Dieter Schütz/pixelio.de

Triclosan ist ein effektives und wichtiges Desinfektionsmittel. Es verhindert, dass sich Krankheiten ausbreiten. In geringen Dosen wird Triclosan als Konservierungsmittel in Kosmetika und zur Veredelung von Textilien eingesetzt. Der Wissenschaftliche Ausschuss „Verbrauchersicherheit“ der Europäischen Kommission (SCCS) empfiehlt einen vorsichtigen Umgang mit der Substanz, um die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen zur verhindern.

Triclosan ist ein gut bekanntes Mittel, das seit mehr als 40 Jahren eingesetzt wird. In höheren Konzentrationen hat es eine desinfizierende Wirkung. Es macht Viren, Bakterien und Pilze unschädlich. Triclosan wird zur Hautdesinfektion wie zur Flächendesinfektion eingesetzt. Außerdem sind Medizinprodukte wie Katheter und Nahtmaterialien mit Triclosan beschichtet, um Infektionen zu verhindern.

Am häufigsten wird Triclosan jedoch als Konservierungsmittel in Kosmetika gebraucht. Die zulässige Höchstkonzentration für diese Anwendung liegt in Deutschland bei 0,3%.

Da Triclosan in geringeren Konzentrationen das Wachstum von Bakterien hemmt, wird es zusätzlich in Deodorants, Zahncremes und sogenannten antibakteriellen Seifen eingesetzt. Auch Sport- und Funktionstextilien, Schuhe und einige Matratzenbezüge (Encasings) werden mit Triclosan präpariert und als besonders „frisch duftend“ oder „allergikergeeignet“ angepriesen.

Diese Produkte stehen in der Kritik. Die SCCS befürchtet, dass ein unbedachter Einsatz von Triclosan die Resistenzen vieler Bakterienarten gegenüber den Breitbandantibiotika Doxycyclin und Ciprofloxacin fördern könnte. Die Ursache hierfür liegt in den sich teilweise überschneidenden Wirkmechanismen von Triclosan und Doxycyclin bzw. Ciprofloxacin. Laborstudien zeigten, dass Bakterien, die Triclosan ausgesetzt werden, eine Resistenz gegen diese Antibiotika entwickeln können. Theoretisch könnten die resistenten Bakterien ihre Erbinformationen auch an nicht resistente Bakterien übertragen.

Bislang gibt es aber noch keine Studien, die Resistenzbildungen unter normalen Umweltbedingungen nachweisen konnten. Trotzdem empfiehlt der SCCS eine zurückhaltende Verwendung von Triclosan. Dies gilt insbesondere dort, wo ein positiver Effekt auf die Gesundheit nicht erwiesen ist, wie zum Beispiel in Sporttextilien oder antibakteriellen Seifen für den Hausgebrauch.

Literatur: 

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). (12. Juni 2009). BfR unterstützt Verwendungsverbot von Triclosan in Lebensmittelbedarfsgegenständen. Abgerufen im Oktober 2016 von www.bfr.bund.de

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). (08. Mai 2006). Triclosan nur im ärztlichen Bereich anwenden, um Resistenzbildungen vorzubeugen. Abgerufen im Oktober 2016 von www.bfr.bund.de

GreenFacts. (2011). Triclosan and Antibiotics resistance. Abgerufen im Oktober 2016 von greenfacts.org

Kahle, M., & Nöh, I. (Juni 2009). Biozide in Gewässern Eintragspfade und Informationen zur Belastungssituation und deren Auswirkungen. Im Oktober 2016 nicht mehr online verfügbar. Umweltbundesamt: www.umweltdaten.de

Veröffentlicht: 18. Oktober 2011 - 0:00 Uhr

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